Blogbeitrag #27: Es gibt hier nichts zu sehen.
Seitdem ich Instagram auch beruflich nutze und mir im Professional Dashboard permanent angezeigt wird, wie viele Aufrufe meine beiden Accounts in den letzten 30 Tagen hatten, wird das Thema Abgrenzung immer wichtiger für mich. Es folgen ein paar Impulse, wie ein bewussterer Umgang mit Instagram (und ähnlichen Apps) gelingen kann.
Wenn du eigentlich in diesem Moment an deiner Abschluss- oder Doktorarbeit oder an deinem Buchprojekt schreiben wolltest, und das hier liest, brauchst du dich nicht schlecht zu fühlen. Wenn du gerade Pause machst und das hier liest, auch nicht.
Es geht den meisten so. Instagram (und andere Apps) sind so konstruiert, dass es schwerfällt, sie wegzulegen. Denn, man könnte ja etwas verpassen – News, Trends, Reaktionen, Kommentare, DMs.
Wenn dich solche Plattformen nicht stressen, brauchst du nicht weiterzulesen. Wenn du sie öfter nutzt, als dir lieb ist, dann schon. Seitdem ich Instagram auch beruflich nutze und mir im Professional Dashboard permanent angezeigt wird, wie viele Aufrufe meine beiden Accounts in den letzten 30 Tagen hatten, wird das Thema Abgrenzung immer wichtiger für mich. Es folgen ein paar Impulse, wie ein bewussterer Umgang mit Instagram (und ähnlichen Apps) gelingen kann.
Ändere den Hintergrund deines Smartphones: Ändere dein Hintergrundbild in ein Naturfoto, falls du dich eh nach mehr Zeit im Grünen sehnst. Oder in ein Bild eines Vulkans, falls dir die Eselsbrücke zu Lava helfen könnte, dein Handy seltener in die Hand zu nehmen. Probiere aus, ob so eine minikleine Veränderung bereits hilft.
Stell dir einen Alarm, um dein Instagram zu checken: Wenn du als Autor*in oder freiberufliche Lektor*in Instagram nutzt, um dir ein Netzwerk aufzubauen oder Kundenanfragen zu generieren, zählt das hier offiziell als deine Arbeitszeit. Wenn möglich, schaffe dir Zeitfenster zum Arbeiten und solche zum Pausen machen und Feierabend genießen. Lege dafür Zeiten fest: Stell dir einen Wecker, wann du Instagram checken (oder bespielen) möchtest und lass ansonsten gerne die Finger davon, besonders in deiner Freizeit.
Mache bewusste Instagram-Pausen: Du musst nicht gleich digitales Detox betreiben oder während der Fastenzeit (oder generell), diese App deinstallieren. Versuche aber mal, einen ganzen Tag oder zwei die App nicht zu nutzen. Das hilft dabei, zu verinnerlichen, dass es hier nichts zu sehen gibt bzw. dass du hier nichts Weltbewegendes verpasst. Die Kontrolle darüber zurückzugewinnen, fühlt sich gut an.
Mache generell bewusstere Pausen: Selbst im Angestelltenverhältnis ist es eine Überlegung wert, wie du deine Pausen gestalten könntest, damit sie dir guttun: Vielleicht ein kurzer Spaziergang mit Kolleg*innen oder ein Eis auf der Dachterrasse? Im Homeoffice und generell in der Selbstständigkeit ist es eh ein Thema, überhaupt genügend Pausen zu machen. Und dann zu überlegen, was du brauchst: Frische Luft, Bewegung, Musik, Podcasts, ein gutes Buch oder eine App. Wenn dir das Scrollen durch Apps Freude oder Entspannung bereitet, spricht nichts dagegen. Ich schätze, ich möchte nur dazu einladen, das dann bewusst zu tun oder eben zu lassen.
Nutze App Blocker: Die strickende Bohne von Focus Friend hatte ich bereits erwähnt und für Schreibblöcke empfohlen. Noch effektiver könnte die App One Sec sein, die dich – wenn du ihr entsprechende Befugnisse erteilst – jedes Mal beim Öffnen der jeweiligen App auffordert, einmal durchzuatmen und dann nochmal zu entscheiden, ob du wirklich diese App nutzen möchtest.
Ich wünsche dir in jedem Fall eine möglichst produktive Schreibzeit und erholsame Pausen.
Wenn du eine professionelle Schreibbegleitung für deinen Schreibprozess suchst, melde dich gerne bei mir.
Ich freue mich auf dich und dein Projekt.
Blogbeitrag #26: Was dir helfen könnte, wenn du „nebenbei“ promovierst
Falls du auch “nebenbei” promovierst, lies dir die folgenden Impulse gerne durch und schreibe mir eine E-Mail, ob sie hilfreich waren, welche du anwenden konntest und was dir in deiner Situation sonst noch helfen würde. Ich höre zu und freue mich darauf, mich mit dir zu diesem Thema auszutauschen.
Der Titel ist absichtlich vorsichtig formuliert.
Ich weiß, Blogtitel müssten eigentlich reißerischer sein, um angeklickt zu werden: „Wenn du „nebenbei“ promovieren willst, musst du xyz machen“, „Du schaffst es nicht, „nebenbei“ zu promovieren, weil du xyz nicht machst“, „Wenn du immer noch denkst, xyz würde dir helfen, deine Promotion abzuschließen, wird das nichts“.
Das ist aber nicht meine Art und ich habe sehr viel Respekt vor allen, die versuchen, „nebenbei“ zu promovieren.
Mit „nebenbei“ promovieren meine ich, zu versuchen, neben Berufstätigkeit, Care-Arbeit und / oder Pflegeverantwortung zu promovieren. Die Ausgangssituationen dieser Doktorand*innen sind individuell unterschiedlich und es sind durchweg kompetente Menschen, die sehr gut einschätzen können, was Ihnen helfen könnte und was nicht.
Falls du gerade auch “nebenbei” promovierst, lies dir die folgenden Impulse gerne durch und schreibe mir eine E-Mail, ob sie hilfreich waren, welche du anwenden konntest und was dir in deiner Situation sonst noch helfen würde. Ich höre zu und freue mich darauf, mich mit dir zu diesem Thema auszutauschen.
Mach dir einen Plan+: Entwickle nicht nur einen detaillierten Zeit- und Arbeitsplan mit den Einzelschritten, die du erreichen möchtest. Überlege dir für jeden einzelnen Schritt, wer oder was dich dabei unterstützen könnte, es zu schaffen: Welcher Input, welcher Austausch, welche Belohnung am Horizont. Überlege dir, was du brauchst, um deine Teilziele und dein großes Ziel zu erreichen.
Versuche, deinen inneren Kritiker nicht zu ignorieren: Manchmal wird der innere Kritiker lauter, je weniger Beachtung du ihm schenkst. Daher: Versuche aus jedem „Ich schaffe das nicht“ ein „Ein Teil von mir denkt, dass ich es nicht schaffen kann“ zu machen. Dieser kleine Zwischenschritt aus der Teile-Arbeit der systemischen Beratung kann bereits dabei helfen, einen gelasseneren Umgang mit dem inneren Kritiker zu finden bis hin zu einem „Ein Teil von mir denkt, dass ich es nicht schaffen kann. Dem muss ich aber nicht glauben.“
Es ist ein guter Zeitpunkt, um deine negative Selbstbewertung in den Griff zu bekommen: Es liegt nicht bei jedem, der ab und zu an sich zweifelt, das Imposter-Phänomen vor. Aber falls dich das Gefühl oder die Angst, als Hochstapler*in entlarvt zu werden, ständig begleitet, lohnt es sich, genauer hinzuschauen. Wenn es dir schwerfällt, Komplimente anzunehmen oder deine eigenen Leistungen realistisch einzuordnen, schreibe ein Erfolgstagebuch und sprich vor allem mit anderen darüber. Du bist mit diesen Sorgen nicht allein.
Sage öfter „nein“, um dir mehr Zeit zu verschaffen: Das gilt für freiwillige Firmenevents, die nicht wichtig sind, genauso wie für Verabredungen, die dir mehr Energie rauben als sie dir geben. Zeit ist in deiner Situation – neben Gesundheit – das wichtigste Gut. Wenn dir das schwerfällt, weil du dir Sorgen machst, wie deine Absagen auf dein Umfeld wirken könnten, denk dran: Es wird auch eine Zeit nach der Abgabe deiner Dissertation geben – verweise ruhig darauf. Jetzt brauchst du Zeit zum Schreiben und Zeit für dich.
Gib Motivationstechniken eine zweite Chance: Es fühlt sich ungewohnt an, sich vorzustellen, es zu schaffen? Kreiere dieses Bild trotzdem vor deinem inneren Auge - immer und immer wieder. Das Thema Schreibtischmotivation wirkt befremdlich? Unterschätze nicht die Wirkung kleiner Motivationsbringer in deinem Sichtfeld. Probiere es aus - Du hast nichts zu verlieren.
Stelle deine Gesundheit an erster Stelle: Wenn du es dir leisten kannst, achte auf eine optimale Schreibumgebung und Schreibausstattung. Nutze einen Teil deiner geringen Schreibzeit für Bewegung (Alltagsbewegungen reichen!) und frische Luft. Und: Nimm deine Gesundheit ernst genug, um deinen Schlaf zu priorisieren.
Bau dir ein Netzwerk auf: Versuche, dir innerhalb deines Promotionsfaches ein Netzwerk aufzubauen. Teile deine Gedanken und erste Forschungsergebnisse. Zu merken, dass Interesse an deiner Forschung besteht, kann wirklich alles verändern. Du promovierst nicht für die Schublade, deine Forschung ist relevant und leistet einen Mehrwert.
Hol dir Unterstützung: Wenn möglich, nimm Unterstützungsangebote an: Wenn Familie, Freund*innen oder Nachbar*innen dir helfen können, dir Freiräume zu schaffen (zum Schreiben oder Durchatmen), nimm sie an. Wenn deine Universität, Doktorand*innen in Mentoring-Programmen oder Schreibveranstaltungen oder -gruppen zusammenbringt, melde dich an. Wenn dir eine 1:1-Begleitung in deinem Schreibprozess helfen würde, melde dich gerne bei mir.
Ich freue mich, dass du diesen Blogbeitrag zu Ende gelesen hast und wünsche dir viel Erfolg beim Fertigschreiben deiner Dissertation. Bei Fragen zu meinen Schreibcoaching-Angeboten, melde dich gerne per E-Mail bei mir. Ich freue mich auf dich und dein Projekt.
Blogbeitrag #25: Guten Tag, ich bin eine menschliche Lektorin.
Für KI-gestützte Lektorate wird aktuell viel Werbung gemacht. Studierende, Autor*innen, Lektor*innen (!), Agenturen und Verlage werden darin aufgerufen, endlich professionell zu arbeiten. Lektorate, minutenschnell. Warum ich keine KI nutze?
Ich nutze keine KI, schon gar nicht im Lektorat. Nein, auch nicht heimlich.
Für KI-gestützte Lektorate wird aktuell viel Werbung gemacht. Studierende, Autor*innen, Lektor*innen (!), Agenturen und Verlage werden darin aufgerufen, endlich professionell zu arbeiten. Lektorate, minutenschnell.
Warum ich keine KI nutze?
Ich genieße das Vertrauen meiner Kund*innen: Es ist für mich ein großer Vertrauensbeweis, wenn mir Kund*innen ihre Manuskripte, an denen sie so lange gearbeitet haben, anvertrauen. Wenn ich ihnen versichere, nur mit „Änderungen nachverfolgen“ zu arbeiten, mache ich mit dem Manuskript nichts anderes – ich gebe den Text nicht in eine KI ein und ich zeige ihn auch keiner dritten Person.
Ich schütze das Urheberrecht meiner Kund*innen: Ich habe sehr großen Respekt vor geistigem Eigentum. Mir reicht es nicht, dass bei manchen KI-Tools bei den Einstellungen ein Haken gesetzt werden kann, ob Input-Daten zu Trainingszwecken verwendet werden dürfen oder nicht, oder dass da versprochen wird, dass die Manuskripte auf verschlüsselten Servern in der EU gespeichert werden. Ich behalte gerne die Kontrolle darüber, was mit den Manuskripten meiner Kund*innen passiert. Selbst die Entscheidung, auf welchem Wege mich das Manuskript erreicht, hängt vom Wunsch und vom Sicherheitsempfinden der Verfasser*innen ab: per E-Mail, per USB-Stick oder als Ausdruck per Post.
Ich liebe meinen Beruf und leiste exzellente Arbeit: Ich bin Lektorin, weil es mich glücklich macht, zu lektorieren. Ich liebe es, Fehler zu korrigieren, auf den Sprachstil zu achten, die Struktur zu verbessern, die Zitierweise zu vereinheitlichen, die Zielgruppe und Leserfreundlichkeit im Blick zu behalten (ja, auch bei Sach- und Fachtexten). Es geht darum, gemeinsam mit Autor*innen, den Text und das Leseerlebnis weiterzuentwickeln und besser zu machen. Dazu kommt noch die Tatsache, dass ich durchaus Manuskripte zugeschickt bekomme, die bereits mit Hilfe von KI korrigiert worden sind. Und ja, ich finde auch in ihnen Fehler und Verbesserungspotenzial. Wie sollte ich einer KI vertrauen, meine (komplexe und wichtige) Arbeit zu übernehmen? Wie sollte ich es mir „leicht machen“, indem ich irgendetwas davon auslagere? Ich mache diese Arbeit sehr gut und sehr gerne.
Ich würde diese sinnstiftende Arbeit niemals – komplett oder teilweise – mit einem Klick ersetzen wollen.
Wenn du im Lektorat auf Qualität setzen oder in der Endphase deiner Promotion mit einem Schreibcoach reden möchtest, der dir zuhört und dich motiviert, melde dich gerne bei mir. Ich freue mich auf dich und dein Projekt.
Blogbeitrag #24: Wofür meine eigenen Selbstzweifel gut sind
Ich lektoriere und korrigiere nicht nur, ich schreibe auch. Und wie bei den meisten, die schreiben, wird mein innerer Kritiker zwischendurch immer mal wieder unverschämt laut.
Ich lektoriere und korrigiere nicht nur, ich schreibe auch.
Und wie bei den meisten, die schreiben, wird mein innerer Kritiker zwischendurch immer mal wieder unverschämt laut: „Das wird NIEMAND lesen!“, „Wen interessiert so etwas?“, „Ein Ratgeber für Doktorand*innen? Der verkauft sich niemals!“ So weit so gut.
Warum ich jetzt darüber nachdenke, wofür solche Selbstzweifel gut sein könnten? Ganz einfach, weil ich akzeptiere, dass ich Selbstzweifel habe. Sie sind mal leise und mal laut, aber sie sind definitiv ein Teil von mir (und ein Teil meines Schreibprozesses).
Wenn ich sie also eh nie ganz loswerde, wofür könnten die Selbstzweifel gut sein?
Selbstzweifel als Schutz: Vielleicht übertreibt mein innerer Kritiker extra ein wenig, um mich vor allzu großen Enttäuschungen zu beschützen. Quasi für den Fall, dass ich mein Manuskript doch nicht fertigbekomme oder es keinen Anklang findet.
Selbstzweifel als Motor: Vielleicht treiben die Selbstzweifel mich dazu an, besser zu werden - mein Schreiben noch besser an meiner Zielgruppe auszurichten, meine Schreibroutine besser durchzuziehen (egal, was mein innerer Kritiker darüber denkt) und mich besser in die Buchbranche einzufuchsen.
Selbstzweifel als Einladung: Vielleicht laden die Selbstzweifel mich dazu ein, etwas milder zu mir selbst zu sein. Sie sind in jedem Fall ein guter Anlass, einmal innezuhalten: Würde ich mit einer Freundin auch so reden? Habe ich mir heute schon mal vorgestellt, es zu schaffen? War ich an der frischen Luft? Habe ich genug getrunken, genügend Pausen gemacht?
Ich nehme mir jedenfalls fest vor, beim nächsten Mal, meine Selbstzweifel nur wahrzunehmen. Vielleicht hilft es auch, mit seinen Selbstzweifeln erstmal einen Waldspaziergang zu machen, gemeinsam ein Eis essen zu gehen oder mit jemanden darüber zu sprechen.
Falls dir eine professionelle Begleitung helfen würde, dein Schreibprojekt zu Ende zu bringen, melde dich gerne bei mir. Ich freue mich auf dich und dein Projekt.
Blogbeitrag #23: Vergiss nicht, deine Erfolge zu feiern, dich zu belohnen und stolz auf dich zu sein.
Falls du dich gerade ertappt fühlst und merkst, dass du deine akademischen Abschlüsse oder Buchveröffentlichungen oder sonstigen Erfolge bisher immer sehr schnell abgetan und ad Acta gelegt hast, lies gerne weiter.
Wenn es selbstverständlich für dich ist, deine Erfolge zu feiern, und du das eh schon immer ausgiebig gemacht hast, brauchst du nicht weiterzulesen. Falls du dich aber gerade ertappt fühlst und merkst, dass du deine akademischen Abschlüsse oder Buchveröffentlichungen oder sonstigen Erfolge bisher immer sehr schnell abgetan und ad Acta gelegt hast, lies gerne weiter.
Eine systemische Beraterin, deren Impulse ich sehr schätze (Mariola Kessler), hat dieses Verhalten vor Kurzem in einem Instagram-Beitrag mit dem Negativity Bias und dem inneren Kritiker erklärt, also dass Positivem immer weniger Raum gegeben wird als Negativem. Das mag evolutionär dem Überleben gedient haben, hilft aber heute nicht gerade dabei, ein glückliches Leben zu führen.
Mir fallen noch drei weitere Gründe ein, warum es dir schwerfallen könnte, Erfolge angemessen zu feiern:
Perfektionismus: Perfektionismus kann in viele Abstufungen vorkommen und in jedem Fall verhindern, dass du mit dir und deinen Leistungen zufrieden bist. Er reicht vom gesellschaftlich erwünschtem Exzellenzstreben (wir müssen ja alle ständig besser werden!) bis hin zum klinischen Perfektionismus, bei dem selbst kleinste Fehler den eigenen Selbstwert gravierend negativ beeinflussen können (Shafran, Cooper, und Fairburn 2002; Spitzer 2016).
Falls du perfektionistisch veranlagt bist, kann es sein, dass dir Noten sehr wichtig sind. Bei Abschlüssen achtet aber in kürzester Zeit niemand mehr auf die Noten. Versuche stolz darauf zu sein, es durchgezogen zu haben – unabhängig davon, wie lange du gebraucht hast, wie deine Note war und ob du es hättest besser machen können (bei besserer Begleitung, weniger Stress, etc.). Du hast es geschafft.
Angst vor Ablehnung: Es gibt eine riesige Hemmschwelle, Erfolge zu feiern. Was, wenn das jemand mitbekommt? Bist du etwa arrogant? Bildest du dir auf deinen Abschluss etwa etwas ein? Das ist – besonders bei Frauen – ein echt großes Thema. Nicht auffallen wollen, nicht auf eigene Erfolge verweisen, sich selbst klein machen.
Ich bin offensichtlich keine Psychologin, kann dir aber guten Gewissens mitgeben, dass es wichtig ist, stolz auf dich und deine Leistungen zu sein. Seine Erfolge zu feiern kann bedeuten im Freundeskreis zu sagen: „Ich habe das durchgezogen, obwohl es schwierig war und ich zwischendurch nicht an mich glaubte. Wie fantastisch ist das denn? Ich bin so erleichtert.“ Das ist nicht arrogant, das ist fabelhaft, offen und sympathisch.
Schnelllebigkeit: Du hangelst dich so schnell von Stelle zu Stelle, bist gedanklich schon beim nächsten Förderantrag oder arbeitest bereits an deinem nächsten Buchprojekt, sodass der Moment der Abschlussverkündung oder die Veröffentlichung deines Buches schlichtweg untergeht. In der schnelllebigen Buchbranche und bei der kurzen Projekt- und Vertragsdauer in der Wissenschaft kann es sehr leicht passieren, dass du erst in der Retrospektive mitbekommst, was du geleistet hast.
Nimm diesen Beitrag gerne als Einladung, einmal innezuhalten. Denk darüber nach, was du alles schon gemacht und geleistet hast und wie wenig du dich dafür selbst gelobt hast. Klopf dir mal auf die Schulter.
Falls du im Endspurt deiner Abschluss- oder Doktorarbeit steckst und professionell begleitet werden möchtest, melde dich gerne bei mir. Ich unterstütze dich beim Dranbleiben und Fertigwerden. Und dann wird gefeiert.
Shafran, Roz, Zafra Cooper, und Christopher G. Fairburn. 2002. „Clinical Perfectionism: A Cognitive–Behavioural Analysis“. Behaviour Research and Therapy 40(7):773–91. doi:10.1016/S0005-7967(01)00059-6.
Spitzer, Nils. 2016. Perfektionismus und Seine Vielfältigen Psychischen Folgen: Ein Leitfaden Für Psychotherapie und Beratung. Psychotherapie: Praxis. Berlin, Heidelberg: Springer Berlin / Heidelberg.
Blogbeitrag #22: Such dir eine Komplizin.
In vielen Bereichen ist diese Art der Zusammenarbeit selbstverständlich. Es gibt Sprachtandems, um eine andere Sprache zu lernen. Es gibt Schreibgruppen, um deine Fortschritte im Schreibprozess zu reflektieren und sich gegenseitig aufzubauen und zu motivieren. Eine solche Komplizenschaft kann dir auch in den Bereichen Ordnung und Finanzen helfen.
Egal, was du endlich angehen oder in Ordnung bringen möchtest, es geht meistens besser im Team.
In vielen Bereichen ist diese Art der Zusammenarbeit selbstverständlich. Es gibt Sprachtandems, um eine andere Sprache zu lernen. Es gibt Schreibgruppen, um deine Fortschritte im Schreibprozess zu reflektieren und sich gegenseitig aufzubauen und zu motivieren. Eine solche Komplizenschaft kann dir auch in den Bereichen Ordnung und Finanzen helfen.
Egal, was du lernen oder erreichen möchtest, such dir eine Gleichgesinnte. Sprich über dein Vorhaben. Sprich über deine (Ordnungs-)Ziele. Mach extra Termine dafür aus. Nutze die Verbindlichkeit.
Wie sowas konkret aussehen könnte?
Wenn du deinen Kleiderschrank ausmisten möchtest, lade dafür eine Freundin ein. Allein dafür einen festen Termin zu haben, kann dabei helfen, es auch durchzuziehen.
Wenn du endlich einen Überblick über deine Finanzen bekommen und in deine finanzielle Bildung investieren möchtest, verabrede dich einmal im Monat mit einer Freundin, der es genauso geht. Besprecht vorher, was ihr bis zum nächsten Treffen gemacht, gelesen, gehört, gelernt, geschafft haben wollt. Das hilft beim Dranbleiben und wenn Fragen aufkommen, finden zwei eher eine Lösung als eine allein.
Wenn du deine Dokumentenablage in Ordnung bringen möchtest, lass dir dabei helfen. Vielleicht reicht allein die Anwesenheit einer anderen Person (Stichwort Body Doubling), vielleicht brauchst du das Vier-Augen-Prinzip, um den Überblick zu behalten, vielleicht ist ein Ordnungscoaching hier genau die richtige Entlastung für dich.
Falls du dir bei deinem Ordnungsprojekt eine professionelle Begleitung wünschst, melde dich gerne bei mir. Egal, was du dir vorgenommen hast, ich unterstütze dich gerne auf deinem Weg. Ich freue mich auf dich und dein Projekt.
Blogbeitrag #21: Können wir bitte über KI-Abhängigkeit sprechen?
KI-Abhängigkeit kann entstehen, wenn KI nicht mehr mit einer gewissen Distanz als “Sparringspartner” genutzt wird, sondern die Nutzung mit wachsenden Unsicherheiten, Unselbstständigkeit und Ängsten einhergeht.
KI-Abhängigkeit ist nicht dasselbe wie KI-Sucht, aber ähnlich gruselig.
KI-Sucht beschreibt das Phänomen, wenn Menschen eine so tiefe emotionale Bindung zu ihren Chatbots entwickeln, dass diese quasi-sozialen Beziehungen die Teilnahme am realen Leben zunehmend erschweren. KI-Abhängigkeit kann entstehen, wenn KI nicht mehr mit einer gewissen Distanz als “Sparringspartner” genutzt wird, sondern die Nutzung mit wachsenden Unsicherheiten, Unselbstständigkeit und Ängsten einhergeht.
Was ich im Schreibcoaching zunehmend beobachte: Mir fällt auf, dass insbesondere junge Studierende, die für ihre Haus- und Seminararbeiten überwiegend KI-Tools genutzt haben, sehr unsicher sind, was ihr eigenes Schreiben angeht. Manche sind unsicher, ob ihre eigenen Gedanken und Schlussfolgerungen einen Wert haben und ob sie - ohne Einsatz von Large Language Models (LLMs) - wissenschaftlich genug schreiben können. Die KI wird auf ein Podest gestellt und das macht es schwierig.
Was Expert*innen dazu sagen: In der Frankfurter Rundschau (18.11.2025) beschreibt der Generationenforscher Dr. Rüdiger Maas vom Institut für Generationenforschung eine Abwärtsspirale: Je mehr Jugendliche KI nutzen, desto passiver und phlegmatischer würden sie. Da sich das Gehirn schnell merke, dass es sich nichts merken müsse*, entstünde eine Abhängigkeit. Dadurch nehme die Selbstbestimmung ab und verstärke sich die Angst vor einer KI-dominierten Arbeitswelt (Mayr 2025).
Erste Erkenntnisse aus der Wissenschaft: Eine Studie des Massachusetts Institute of Technology (MIT) von Kosmyna et al. (2025) untersuchte mittels Elektroenzephalografie (EEG) die Gehirnaktivitäten beim Anfertigen von Essays (ohne Hilfsmittel, mit Google, mit ChatGPT). Die KI-Gruppe zeigte die geringste Gehirnaktivität, verwendete immer weniger eigene Gedanken und Texte, konnte den Inhalt in Interviews nicht rekonstruieren und hatte anschließend große Schwierigkeiten, auf dieses “Hilfsmittel” zu verzichten (Kosmyna et al. 2025).
Ein Appell, an seine eigenen Fähigkeiten zu glauben: Ich weiß, es ist schwierig, etwas gegen KI zu sagen. Alle nutzen sie, alle finden sie gut. Und dennoch möchte ich dazu ermutigen, selbst zu schreiben, Dinge zu hinterfragen und skeptisch zu bleiben. Ja, KI ist gekommen, um zu bleiben. Und ja, es ist wichtig, KI-Tools zu kennen und zu wissen, was sie können (und was sie eben nicht können), aber lass dir bitte nicht einreden, dass du sie ständig nutzen musst, um mit der Zeit zu gehen. Vielleicht tut dir das gar nicht so gut. Bleib da ganz bei dir.
Wenn du dir eine Begleitung für deinen Schreibprozess wünschst oder ein konkretes Anliegen hast, melde dich gerne bei mir. Ich freue mich auf dich und dein Projekt.
*Einige dürften das noch aus der Einführung der Handys kennen. Sobald sich Gehirne keine Telefonnummern mehr merken mussten, wurden sich keine Telefonnummern mehr gemerkt. Wenn man das auf fast alle Lebensbereiche ausweitet, wird die Tragweite des Problems deutlich.
Kosmyna, Nataliya, Eugene Hauptmann, Ye Tong Yuan, Jessica Situ, Xian-Hao Liao, Ashly Vivian Beresnitzky, Iris Braunstein, und Pattie Maes. 2025. „Your Brain on ChatGPT: Accumulation of Cognitive Debt when Using an AI Assistant for Essay Writing Task“, https://doi.org/10.48550/arXiv.2506.08872 (Preprint, under review).
Mayr, Julian. 2025. „Wie KI die Gen Z in die Job-Krise treibt – Generationenforscher warnt vor gefährlicher Spirale“. Frankfurter Rundschau, 18.11.2025.
Blogbeitrag #20: Du musst nicht alles auf einmal in Ordnung bringen. Du musst gar nichts.
Ich freue mich, wenn ich dich motivieren kann, etwas anzugehen, was du schon lange erledigen wolltest. Ich biete Ordnungsberatung und Ordnungshilfe an und wenn einzelne Tipps dir helfen, ist das fantastisch. Aber ich bin die Letzte, die dir sagt, was du tun solltest oder müsstest. Du musst gar nichts.
Ratgeber sind unrealistisch. Es gibt viele Ratgeber und Anleitungen, die dir erklären, wie du in sechs Wochen dein gesamtes Haus (und Leben) umkrempeln und alles alles in Ordnung bringen kannst. Nur: Das ist für die wenigsten Menschen, die sich mehr Ordnung wünschen, realistisch. Wenn du wirklich etwas verändern möchtest, fang bitte klein an und mach dir nicht noch zusätzlichen (Zeit-)Stress dabei - erst recht als pflegendes Elternteil.
Hier ein paar Gedanken dazu:
Du musst nicht alle Räume auf einmal angehen: Beginne dort, wo du den größten Nutzen für dich rausholen kannst. Wenn dich der Papierkram am meisten stresst, beginne mit der Dokumentenablage. Wenn du dringend in deiner Wohnung einen Ort brauchst, der dir hilft, Energie zu tanken, kümmere dich nur exakt darum. Mach alle anderen Türen zu. Gehe Raum für Raum vor, entsprechend deinem Energielevel - egal wie lange du dafür brauchst.
Du musst nicht alle Dokumente auf einmal scannen: Klar, wäre das fabelhaft, alles auf einmal zu digitalisieren. Aber realistisch ist es eben nicht. Guck, was du schaffen kannst. Mach zuerst Scans von den wichtigsten Dokumenten (von Ausweisen, Urkunden, Verträgen). Pflegenden Eltern hilft es, Scans von Arztberichten, MD-Gutachten, Bewilligungsbescheiden etc. zu haben (z. B. für den nächsten Antrag).
Du musst nicht für alle Ordnung schaffen: Wenn möglich, kümmere dich in deinem Ordnungsprojekt wirklich erstmal nur um dich und deine Sachen. Es kann demotivierend sein, wenn nicht sofort alle Familienmitglieder begeistert mitmachen wollen. Kümmere dich nur um dich. Bring deinen Kleiderschrank, deine Dokumente und deine Erinnerungsstücke in Ordnung und beobachte, ob das andere Menschen um dich herum motiviert.
Du musst nicht mit anderen mithalten: Das ist vielleicht der wichtigste Punkt. Vergleiche dein Zuhause und deine Ordnung oder Unordnung nicht permanent mit den (größtenteils geschönten) Einblicken, die du auf Instagram und anderen Plattformen präsentiert bekommst. Du musst nicht ordentlicher werden, solange du dich zurechtfindest und wohlfühlst. Dein Zuhause darf gemütlich sein, muss aber eben nicht von oben bis unten durchstrukturiert sein. Bleib da ganz bei dir.
Du musst gar nichts: Ich freue mich, wenn ich dich motivieren kann, etwas anzugehen, was du schon lange erledigen wolltest. Ich biete Ordnungsberatung und Ordnungshilfe an und wenn einzelne Tipps dir helfen, ist das fantastisch. Aber ich bin die Letzte, die dir sagt, was du tun solltest oder müsstest. Du musst gar nichts.
Wenn du dir Unterstützung beim Ordnungschaffen oder Anfang finden wünschst, lies hier gerne mit oder melde dich bei mir.
Ich freue mich auf dich und dein Projekt.
Blogbeitrag #19: Warum mir Dokumentenordnung so wichtig ist?
Offensichtlich liegt es mir, Dinge zu sortieren und in Ordnung zu bringen. Besonders gern kümmere ich mich um die Dokumentenablage. Warum eigentlich?
Offensichtlich liegt es mir, Dinge zu sortieren und in Ordnung zu bringen. Besonders gern kümmere ich mich um die Dokumentenablage - zum einen ist es eine sehr unbeliebte Aufgabe, die von vielen lange vor sich hergeschoben wird, zum anderen denke ich, dass eine gut sortierte Dokumentenablage für viele Frauen und pflegende Eltern eine große Erleichterung im Alltag sein kann.
Hier ein paar Beispiele, wie ich das meine:
Eine gut sortierte Dokumentenablage hilft: Insbesondere, wenn viel Papierkram, ein geringes Energielevel und wenig Zeit zusammenkommen (wie das meist bei pflegenden Eltern der Fall ist), kann eine gut sortierte Dokumentenablage einen Unterschied machen. Sie kann dabei helfen, dass Anträge weniger überfordern, die vielen Kommunikations- und Koordinationsaufgaben leichter fallen und bestenfalls Ressourcen dafür da sind, um in den Widerspruch zu gehen.
Eine gut sortierte Dokumentenablage kann dabei helfen, Geld zu sparen: Das unterschätzen viele, aber wenn du deine Dokumente sortierst, bekommst du einen guten Überblick über deine Finanzen. Vielleicht bemerkst du, dass du manche Versicherungen doppelt hast. Oder du findest in all den Unterlagen Zahlungsaufforderungen bevor die Mahnungen kommen. Oder dir fällt es dadurch leichter, Unterlagen für deine Steuererklärung zusammen zu suchen.
Eine gut sortierte Dokumentenablage kann sehr beruhigend sein: Falls dich Unordnung in deinen Dokumenten und nicht erledigter Papierkram stressen, kann es sehr befreiend sein, wenn endlich alle Dokumente sinnvoll abgeheftet sind. Dadurch gewinnst du die Kontrolle über deinen Papierkram zurück und kannst eingehende Post hoffentlich in Zukunft einfacher und schneller bearbeiten.
Eine gut sortierte Dokumentenablage kann sehr motivierend sein: Falls du dich sonst schlecht dazu bringen konntest, eingehende Post oder Rückfragen direkt zu bearbeiten, kann es helfen, wenn wichtige Dokumente schnell zu finden sind. Wenn die Ablage von Dokumenten dadurch einfacher und schneller geht, kannst du dich vielleicht eher dazu motivieren. (Ich weiß, im Grunde fehlt es meistens nicht an Motivation, sondern an Zeit.)
Eine gut sortierte Dokumentenablage kann der Anfang sein: Wenn du dich mit deinen Dokumenten beschäftigst, setzt du dich mit den wirklich wichtigen Themen auseinander - mit Finanzen, mit Absicherung, mit Altersvorsorge. Das kann dazu anregen, dich um deine finanzielle Bildung zu kümmern, in Weiterbildung zu investieren, im nächsten Mitarbeitergespräch mehr Gehalt zu fordern oder zukünftig weniger zu arbeiten.
Wenn du dir Unterstützung bei der Dokumentenablage wünschst, lies hier gerne mit oder melde dich bei mir. Ich freue mich auf dich.
Blogbeitrag #18: Dein Rohtext muss nicht druckreif sein.
Oder: Wenn du als Rohtext zusammenhängende Sätze zu Papier bringst, ist das schon gut. Hier kommen ein paar (hoffentlich entlastende) Hinweise, die dir helfen sollen, den Schreibprozess besser zu verstehen und deine Erwartungen an dich und deinen Rohtext etwas zu senken.
Oder: Wenn du als Rohtext zusammenhängende Sätze zu Papier bringst, ist das schon gut.
Der Rohtext ist der erste Entwurf deines Textes. Nichts daran muss perfekt sein.
Hier kommen ein paar (hoffentlich entlastende) Hinweise, die dir helfen sollen, den Schreibprozess besser zu verstehen und deine Erwartungen an dich und deinen Rohtext etwas zu senken.
Nutze den Rohtext erstmal als Ideenspeicher: Entwickle für wissenschaftlichen Arbeiten, Blogartikel und Social Media-Beiträge erstmal eine gut durchdachte Gliederung. Unter die Überschriften deiner Kapitel und Unterkapitel, schreibst du deine ersten Ideen (ja, das darf umgangssprachlich sein, aber bitte in ganzen Sätzen): Welche Inhalte, welche Abbildungen und Tabellen und welche Quellen möchtest du in den jeweiligen Abschnitten aufführen?
Nutze deinen Rohtext, um ins Schreiben zu kommen: Arbeite jeden Tag an deinem Rohtext; es fühlt sich gut an, wenn dieses Dokument langsam Form annimmt und wächst. Schreibe Gedanken, die dir beim Lesen deiner Fachliteratur kommen, direkt in dein Dokument. Schreibe neue Impulse aus Gesprächen mit Lehrkräften oder Mitstudierenden direkt in dein Dokument. Schreibe alles, was du aus deiner eigenen Datenanalyse gelernt hast, direkt in dein Dokument. Schreibe jeden Tag.
Betrachte deinen Rohtext als Arbeitsmaterial: Das hörst du vielleicht nicht gerne, aber ein guter Text entsteht durch Überarbeitung. Deswegen ist es umso besser, wenn du dich beim Rohtext nicht zu lange mit schlau klingenden Formulierungen aufhältst. Es ist gut möglich, dass du die Gliederung im Verlauf umwirfst oder den Text um die Hälfte kürzt, weil du merkst, dass er noch nicht prägnant genug ist. Dein erster Entwurf wird sich im Verlauf verändern und das ist gut so.
Wenn du lernen möchtest, deinen Rohtext zu verbessern, bereite ich gerne eine passende Schreibcoaching-Session für dich vor. Melde dich gerne per E-Mail bei mir. Ich freue mich auf dich und dein Projekt.
Blogbeitrag #17: Kennst und nutzt du die Steuererleichterungen für pflegende Eltern?
Das Wichtigste vorab: Ich bin keine Steuerberaterin. Ich bin Ordnungsberaterin und unterstütze Menschen dabei, ihre Dokumente oder ihr Zuhause in Ordnung zu bringen. Aber ich bin auch eine pflegende Mutter, die gerade ihre Steuererklärung vorbereitet. Vielleicht helfen diese Steuer-Hinweise auch dir.
Steuererleichterungen für Menschen mit Behinderung und ihre Angehörigen sind keine “Vorteile”. Menschen mit Behinderung und ihre Angehörigen sehen sich regelmäßig mit weit überdurchschnittlichen Kosten für ihren Lebensunterhalt oder das Berufsleben konfrontiert. Daher gibt es Steuererleichterungen, vor allem im Bereich der Lohn- und Einkommensteuer.
Das Wichtigste vorab: Ich bin keine Steuerberaterin. Ich bin Ordnungsberaterin und unterstütze Menschen dabei, ihre Dokumente oder ihr Zuhause in Ordnung zu bringen. Aber ich bin auch eine pflegende Mutter, die gerade ihre Steuererklärung vorbereitet. Vielleicht helfen diese Steuer-Hinweise auch dir.
Das Zweitwichtigste: Meine Quellen
Als Wissenschaftlerin und Lektorin nenne ich natürlich meine Quellen (nein, ich habe nicht die KI gefragt):
Steuermerkblatt des Bundesverbandes für körper- und mehrfachbehinderte Menschen e.V. (bvkm) 2025 / 2026: https://bvkm.de/ratgeber/steuermerkblatt/
Website der Finanzverwaltung NRW: https://www.finanzamt.nrw.de/steuerinfos/privatpersonen
Anleitungen zu den Anlagen Kind und Außergewöhnliche Belastungen des Bundesministeriums der Finanzen:
Formular-Management-System der Bundesfinanzverwaltung (Steuerformulare > Einkommensteuer > Einkommensteuer 2025 > 001 - Anleitungen zu den Vordrucken zur Einkommensteuererklärung > 3. und 11. Link von oben; wenn möglich am Laptop öffnen, da die mobile Ansicht wenig hilfreich ist)
Allgemein: Der Kinderfreibetrag liegt bei 3.336 € bei Einzelveranlagung oder 6.672 € bei zusammen veranlagten Eltern.
Zeile 21: Bei volljährigen Kindern mit Behinderung wird dieser Freibetrag weiterhin gewährt, wenn sie sich wegen körperlicher, geistiger oder seelischer Behinderung nicht selbst finanziell unterhalten können (UND die Behinderung vor Vollendung des 25. Lebensjahres eingetreten ist).
Zeile 59-63: Übertragung des Behinderten-Pauschbetrages, falls das Kind den Pauschbetrag nicht selbst in Anspruch nimmt.
Die Höhe des Behinderten-Pauschbetrages richtet sich nach dem dauernden Grad der Behinderung (GdB), der vom Versorgungsamt vergeben wurde und liegt zwischen 384 € (GdB 20) und 2.840 € (GdB 100).
Bei den Merkzeichen “Bl” (blind), “TBl” (taubblind) oder “H” (hilflos) oder den Pflegegraden 4 oder 5 beläuft sich dieser Pauschbetrag auf jährlich 7.400 €.
Zeile 64-66: Übertragung der behinderungsbedingten Fahrtkostenpauschale, falls das Kind die Pauschale nicht selbst in Anspruch nimmt.
Die Höhe der Fahrtkostenpauschale beträgt bei Menschen mit einem GdB von mindestens 80 oder einem GDB von 70 in Kombination mit Merkzeichen “G” 900 €. Bei den Merkzeichen „aG“, „Bl“, „TBl“ oder „H“ sowie den Pflegegraden 4 und 5 liegt er bei 4.500 €.
Zur “Anlage Außergewöhnliche Belastungen”
Zeile 11-20: Pflege-Pauschbetrag, den pflegende Angehörige oder Eltern, die unentgeltlich pflegen, beantragen können.
Wichtig: Bei pflegenden Eltern zählt das Pflegegeld des Kindes nicht als Einnahme, bei pflegenden Angehörigen schon.
Die Höhe des Pflege-Pauschbetrages richtet sich nach den einzelnen Pflegegraden, von 600 € bei Pflegegrad 2 bis zu 1.800 € bei Pflegegrad 4 und 5 bzw. Merkzeichen “H”.
Zeile 23-41: Andere Aufwendungen: Kosten für behindertengerechten Umbau (die nicht von der Kranken- / Pflegekasse übernommen werden), Krankheits-, Kur- und Pflegekosten, Kosten für Hilfsmittel, Sonstige Ausgaben (z. B. Bücher in Braille-Schrift) können geltend gemacht werden.
Wenn es dir möglich ist, lass dich von einem Steuerhilfeverein oder einer Steuerberaterin bei der Steuererklärung unterstützen.
Wenn du deine Unterlagen in Ordnung bringen möchtest, melde dich bei mir. Ich komme gerne vorbei und sortiere mit dir deine Unterlagen, damit du dich besser zurechtfindest und dir Steuererklärungen, Widerspruch-Schreiben oder Ähnliches in Zukunft etwas leichter fallen.
Blogbeitrag #16: Selbstzweifel, Perfektionismus und zu hohe Erwartungen sind Endgegner beim Schreiben
Von Kund*innen höre ich regelmäßig die Aussage, sie seien „Nieten“ im wissenschaftlichen Schreiben. Ohne darauf einzugehen, warum wir uns ständig kleinreden, liefere ich hier fünf Impulse, die dir hoffentlich helfen.
Von Kund*innen höre ich regelmäßig die Aussage, sie seien „Nieten“ im wissenschaftlichen Schreiben. Eine wunderbare systemische Beraterin (@die_systemikerin) stellte diese Woche in einem Reel auf Instagram die Frage, ob man mit seinen eigenen Kindern so reden würde, wie man sich selbst 24/7 kleinredet und sich ständig Vorwürfe macht. Offensichtlich nicht.
Ohne darauf einzugehen, woher das kommt und warum wir uns das von unserem inneren Kritiker gefallen lassen, liefere ich hier fünf Impulse, die dir hoffentlich helfen:
Schreiben ist erlernbar: Schreiben ist ein Handwerk, das du lernen kannst. Je häufiger und je mehr du schreibst, desto schneller und besser wirst du schreiben können. Beginne – parallel zum Schreiben der Abschluss- oder Doktorarbeit – mit dem Free Writing (nein, daran geht absolut kein Weg vorbei!). Versuche, jeden Tag zu schreiben.
Mach dir einen Plan: Beim wissenschaftlichen Schreiben ist es sinnvoll, viel Zeit in einen detaillierten Plan zu stecken. Arbeite eine Gliederung aus – erstelle nicht nur Kapitel, sondern Unterkapitel. Überlege dir für jedes Unterkapitel, was die Leser*innen hier erwarten, welche Informationen du in welcher Reihenfolge liefern möchtest. Schreibe die Hauptmessages für jedes Unterkapitel runter und plane einen Absatz pro Hauptmessage ein. Erst dann fängst du an zu schreiben.
Du schreibst hier nicht die Endversion: Schreib bitte erstmal, was du sagen möchtest, und halte dich nicht damit auf, jeden Satz besonders ausgefallen zu formulieren. Sätze, die noch nicht rund klingen, sind besser als ein leeres Blatt Papier. So funktioniert schreiben: Du schreibst und in der Überarbeitung (!) verbesserst du deinen Text. Erwarte bitte nicht von dir, im ersten Versuch alles so zu formulieren, wie es später gedruckt werden soll – so arbeitet und schreibt wirklich niemand. Planung und Überarbeitung sind genauso wichtige Arbeitsschritte wie das Schreiben selbst.
Sprich mit anderen über deine Schwierigkeiten: Such dir bestenfalls eine Schreibgruppe, ein Schreibtandem oder einen Schreibcoach, der dich auf den letzten Metern begleitet. Ich habe schon viele Menschen getroffen, die aus komplett verständlichen Gründen ihre Abschluss- und Doktorarbeiten nicht fertigstellen konnten (weil die Förderung ausgelaufen war oder sie es neben ihrem Vollzeitberuf und / oder der Kinderbetreuung nicht schaffen konnten). Sowas beschäftigt die meisten sehr lange. Wenn du eine Chance siehst, es jetzt zu Ende zu bringen, such dir die Unterstützung, die du brauchst.
Versuche, mehr Verständnis für dich aufzubringen: Eine Abschluss- oder Doktorarbeit zu schreiben ist eine emotionale Ausnahmesituation. Selbstzweifel und das Gefühl von Überforderung sind vorprogrammiert. Es ist wichtig, möglichst gut zu sich selbst zu sein. Rede dir gut zu, überlege dir ein Mantra, vergleiche dich nicht mit anderen, gönne dir Pausen und Belohnungen. Was du machst, ist nicht leicht. Erinnere dich an dein Ziel und versuche, besonders nett zu dir selbst zu sein.
Wenn du ein konkretes Anliegen hast, bereite ich gerne passgenau eine Schreibcoaching-Session für dich vor. Ansonsten stehe ich dir gerne mit Lektorat und Korrektorat zur Seite. Wenn du Fragen zu meinen Leistungen hast, melde dich gerne bei mir.
Blogbeitrag #15: So wirst du deine aussortierten Dinge los – Teil 2: Tauschen, spenden und verschenken
Wie schon in Teil 1 dieser Reihe beschrieben, hängt es vor allem von deinen Ressourcen ab, wie es mit deinen aussortierten Dingen weitergeht: Von deinem Platz, von deiner Zeit und deinen Energiereserven. Hier findest du Inspirationen, wie du deine aussortierten Dinge online oder vor Ort tauschen, spenden oder verschenken kannst.
Wundervoll, du hast aussortiert.
Wie schon in Teil 1 dieser Reihe beschrieben, hängt es jetzt vor allem von deinen Ressourcen ab, wie es mit deinen aussortierten Dingen weitergeht: Von deinem Platz, von deiner Zeit und deinen Energiereserven. Hast du den Platz, um die Sachen in Kartons in deinem Wohnraum, auf dem Dachboden oder in einem trockenen (!) Keller aufzubewahren, um sie in Ruhe zu verkaufen? Falls ja, wieviel Platz möchtest du dafür verwenden? Und für wie lange? Hast du die Zeit, dich darum zu kümmern, Menschen zu finden, die diese Dinge noch gebrauchen können? Wenn ja, wie viel Zeit möchtest du dafür einplanen? Hast du die Energie, für einzelne Spenden oder Verkäufe mit anderen zu kommunizieren, Termine auszumachen und Übergaben zu organisieren, die ggf. dann doch nicht zustande kommen? Wenn du die vorherigen Fragen für dich klar beantworten kannst, entscheide dich, ob du deine aussortierten Dinge verkaufen, tauschen, spenden / verschenken oder entsorgen möchtest.
Du hast die folgenden Möglichkeiten, um deine aussortierten Dinge online oder vor Ort zu tauschen, zu spenden oder zu verschenken:
Das Tauschen von Dingen macht nur Sinn, wenn du überhaupt etwas benötigst und wenn du dir vorstellen kannst, dich an gebrauchten Artikeln in Zukunft genauso zu erfreuen wie an Neukäufen. Es ist in jedem Fall besser für die Umwelt und kann Spaß machen, weil die aussortierten Dinge meist in gute Hände kommen. Bei den folgenden Online-Tauschbörsen bitte beachten, dass das Fotografieren und Hochladen von Artikeln immer auch Arbeit bedeutet. Guck einfach, ob du gerade die Energie dafür hast.
Tauschbörsen und Tausch-Communities im Internet
Tauschticket: Das Anbieten von Artikeln ist kostenfrei, der Empfänger eines Artikels übernimmt eine Tauschgebühr in Höhe von 0,49 €. Als Versender*in übernimmst du das Porto und erhältst für den Tausch Tickets, die du auf der Plattform wieder einlösen kannst. Im Katalog stöbern lohnt sich, weil die Auswahl groß und zum Teil kurios ist – Babyartikel, Bastelzubehör, Bücher, Delikatessen, Haushaltsgeräte, Kleidung, Seltenes, Zeitschriften und vieles mehr werden angeboten und getauscht.
Tauschgnom: Als virtuelle Tauschwährung gibt es auf dieser Seite Token. Das Tauschen ist kostenfrei, der Anbieter des Produkts übernimmt die Versandkosten. Es werden Artikel, wie z. B. Kleidung (besonders schlau: Karnevalskostüme), Hörspielkassetten, Gesellschaftsspiele, Bastel- und Kleinkram getauscht, aber zum Teil auch ausgeliehen. Es gibt auch Gruppen, in denen Wanderpakete rotieren, deren Inhalte von den Mitglieder*innen jeweils verändert und dann weitergeschickt werden. Über die Website lassen sich auch Mitgliedertreffen vor Ort organisieren.
Kleidertausch: Website, auf der Du Kleidertausch-Events in ganz Deutschland finden bzw. eintragen lassen kannst. Die Website bietet auch Checklisten, Vorlagen und Unterstützung für dich an, falls du (ggf. in Zusammenarbeit mit einer Organisation) eine solche Kleidertausch-Party veranstalten möchtest. Das ist eine Kleidertausch-Community, die sich gegen Fast Fashion einsetzt.
Tauschen vor Ort
Kleidertausch-Termine: Bei uns am Niederrhein organisiert zum Beispiel die ach so – Initiative für bewusstes Leben in Dinslaken mehrere solcher Termine im Jahr. Dabei kannst du bis zu 10 gut erhaltene Kleidungsstücke mitbringen und dir aus den angebotenen Kleidungsstücken einfach mitnehmen, was dir gefällt. Der Rest wird gespendet.
Privater Kleidertausch: Falls du ein paar Freund*innen zusammenbekommst, kannst du auch einen privaten kleinen Kleidertausch organisieren. Dazu bringt jede*r mit, was nicht mehr passt und beim geselligen Abend finden die meisten Teile ein neues Zuhause. Kleidertausch von Kinderkleidung wäre auch innerhalb der Kindergarten-Elternschaft denkbar. Es wäre gut, eine Veranstaltung dafür zu organisieren, anstatt im Kindergarten Wühlkisten aufzustellen, die Platz kosten und meist nicht zum Stöbern einladen.
Spendenmöglichkeiten im Internet
Spendenbügel: Falls du in der Lage bist, das Porto zu zahlen und mit deiner aussortierten Kleidung etwas Gutes tun willst, bist du bei diesem gemeinnützigen Secondhand-Onlineshop genau richtig. Einfach gewaschene, gut erhaltene Kleidung an diesen Verein in Wismar schicken. Das kleine Team von Spendenbügel e.V. bietet die Teile für günstige Preise in ihrem Onlineshop an. Das Beste ist, dass 90 % des Erlöses an Vereine aus Tierschutz, Umweltschutz, Jugend- & Altenhilfe gespendet wird.
Vostel: Registrierte Nutzer*innen können auf dieser Seite Sachspendengesuche von sozialen Organisationen einsehen. Es ist möglich, nach Ort zu filtern und dann konkrete Auskünfte zu bekommen, was gebraucht wird und an wen man sich wenden soll. Einige Organisationen holen die Spenden selbst ab oder zahlen sogar das Porto. Die Registrierung ist zwar ein Hindernis, aber wenn du viele Dinge aussortiert hast und sie in gute Hände geben möchtest, ist das eine gute Möglichkeit.
Spendenmöglichkeiten vor Ort
Altkleider-Container: Bei Kleiderspenden am besten darauf achten, welche Organisation den Container betreibt. Die bekannten Wohlfahrtsverbände (Deutsches Rotes Kreuz, Caritas, Diakonie, Heilsarmee oder AWO) geben die Spenden im Inland an Bedürftige weiter oder verkaufen sie für kleines Geld in ihren Sozialkaufhäusern. Bei kommerziellen Anbietern ist es schwer nachzuvollziehen, ob die Spenden nicht vielleicht doch ins Ausland verschifft werden, wo sie lokale Märkte und die Umwelt belasten.
Sozialkaufhäuser und Kleiderkammern: Die Kaufhäuser der Diakonie (KaDeDi) wurden 1984 vom Diakoniewerk in Duisburg gegründet. Inzwischen gibt es in Duisburg und am Niederrhein sieben Filialen, in denen gebrauchte Kleidung, Textilien, Geschirr, Kochutensilien, Deko-Artikel und Möbel gespendet bzw. günstig gekauft werden können. Solche Sozialkaufhäuser und Kleiderkammern sind eine gute Möglichkeit, aussortierte Dinge vor Ort loszuwerden und ihre Nutzungsdauer zu verlängern. Größere Mengen oder Möbelstücke können z. T. auch abgeholt werden.
Kost-Nix-Läden: Der Kost-Nix-Laden der Bürgerhilfe Dinslaken e.V. freut sich über gut erhaltene gebrauchsfähige Gegenstände, wie z. B. Kleidung, Sportkleingeräte, Lampen, Kosmetika (ausschließlich originalverpackt), Werkzeug, Malbücher und vieles mehr. Dieses Projekt der Bürgerhilfe zielt darauf ab, gebrauchte Gegenstände kostenlos und tauschfrei zur Verfügung zu stellen – unabhängig von finanziellen Möglichkeiten. Das ist schöner Laden, in denen Bedürftige bis zu fünf Gegenstände (bzw. einen hochwertigen Gegenstand) am Tag für den privaten Gebrauch mitnehmen dürfen. Vielleicht gibt es sowas auch in deiner Stadt?
Wunderfinder e.V.: Dieser Verein unterstützt in Dinslaken Obdachlose, Bedürftige, Alleinerziehende und Senior*innen in Altersarmut. Ehrenamtlich werden Kleider- und Sachspenden an Bedürftige verteilt – insbesondere warme Kleidung aber auch Equipment für die Straße (wie z. B. Schlafsäcke, Isomatten) werden immer gebraucht. Unpassende Kleidung wird über einen eBay for charity-Account versteigert.
Friedensdorf International: Das Friedensdorf International hilft kranken und verletzten Kindern aus Kriegs- und Krisengebieten und ermöglicht ihnen eine medizinische Behandlung in Europa. Du kannst diese wertvolle Arbeit unterstützen, indem du gut erhaltene Kleidung, Nachtwäsche, Wolldecken, Fahrräder, Kochtöpfe oder Spielsachen spendest (aber keine Bücher, Puzzles oder Gesellschaftsspiele, bitte Informationen zu Sachspenden auf der Website beachten). Die zentrale Abgabestelle ist in Dinslaken, Kleiderspenden können auch in Oberhausen abgegeben werden.
Kinderintensivstationen: Falls du die schönsten Bodies und Strampler deiner Kinder nicht selbst aufheben möchtest, frag doch mal bei den Kinderintensivstationen in deiner Umgebung nach, ob sie Kleiderspenden gebrauchen können. Hier zählt nicht Quantität, sondern Qualität – es ist für Eltern eines Neugeborenen, das in der Neonatologie versorgt werden muss, wirklich ein Geschenk, wenn es dort zum ersten Mal angezogen wird und etwas Schönes tragen darf.
Verschenken vor Ort
Kleinanzeigen: Wenn du die Energie hast, mit Interessent*innen zu kommunizieren, um die Abholung zu organisieren, stell deine aussortierten Sachen einfach zu verschenken bei (eBay) Kleinanzeigen rein. Überlege dir vorher, ob du einzelne Gegenstände bei Übernahme der Versandkosten auch verschicken würdest. Falls nicht, wähle bei Kleinanzeigen „kein Versand“ aus, um unnötige Anfragen zu vermeiden.
Öffentliche Bücherschränke: Gebrauchte Bücher kannst du guten Gewissens in öffentliche Bücherschränke stellen (am Rhein in Götterswickerhamm, in Voerde auf dem Marktplatz, in Dinslaken am Rotbach – es gibt sie zum Glück inzwischen überall). Achte nur darauf, dass es auch Bücher sind, die bestenfalls noch Anklang finden und in gutem Zustand sind.
Ich hoffe, dass die ersten beiden Teile dieser Reihe hilfreich für dich waren bzw. sind und du durch diesen Ausblick, deine Sachen in gute Hände geben zu können, noch motivierter bist, sie auszusortieren und aus dem Haus zu bekommen. Ich bin Sina und ich freue mich, wenn ich dich motivieren kann, deine Ordnungsziele anzugehen und aussortierte Dinge schnellstmöglich loszuwerden. Wenn du beim Loslassen der Dinge, die du nicht mehr benötigst, Unterstützung brauchst, melde dich gerne bei mir. Ich freue mich auf dich und dein Projekt.
Hier die Liste der genannten Plattformen und Websites. Das sind keine Empfehlungen, sondern nur Erwähnungen. Bitte recherchiere selbst, welche dir am ehesten zusagt:
https://www.diakoniewerk-duisburg.de/dienstleistungen-handwerk/kaufhaeuser-der-diakonie-kadedi/
https://buergerhilfe-dinslaken.de/projekt/kost-nix-laden.html
Blogbeitrag #14: Diese Techniken aus dem Mentaltraining für Sportler*innen helfen dir beim Schreiben
Ich habe mehrere Bücher zu Sportpsychologie und Mentaltraining im Hochleistungssport gelesen. Das Buch von Alexandra Albert und Susanne Droste hat mir besonders gut gefallen. Ich habe hier einzelne Methoden daraus aufs Schreiben abgewandelt. Probiere gerne aus, was dir beim Schreiben hilft.
Kurz vorab: Ich habe mehrere Bücher zu Sportpsychologie und Mentaltraining im Hochleistungssport gelesen. Das Buch von Alexandra Albert und Susanne Droste hat mir besonders gut gefallen (Albert und Droste 2022). Ich habe hier einzelne Methoden daraus abgewandelt; das Buch umfasst jedoch noch sehr viel mehr spannende Techniken – fundiert und gut verständlich. Eine große Empfehlung.
Motivation: Zum Schreiben brauchst du ein Ziel, insbesondere wenn dir das Schreiben schwerfällt. Da gibt es nichts, nimm bitte Stift und Papier in die Hand und schreibe auf, warum du promovierst oder was dir dein Buchprojekt bedeutet. Es sollte eine intrinsische Motivation sein, also nicht, weil deine Eltern das von dir erwarten. Was ist dein Ziel und warum möchtest du es erreichen? Was möchtest du im Anschluss damit machen? Welche Türen öffnen sich dadurch für dich?
Innerer Dialog: Offensichtlich solltest du nicht immer und rund um die Uhr Selbstgespräche führen, aber probiere gerne einmal aus, was es mit dir macht, dir gut zuzureden. Sprich dich immer in der Ich-Form an, vermeide Verneinungen, vermeide Formulierungen im Konjunktiv (Möglichkeitsform) und verwende aussagekräftige Adjektive, z. B. „Beim Schreiben konzentriere ich mich heute entschieden und bringe das Kapitel zielsicher zu Ende. Ich kann das.“
Visualisierung: Visualisiere zu Beginn deines Schreibtages einen Tag, an dem du besonders gut vorangekommen bist, an dem du kreative Einfälle hattest, dir die Strukturierung deines Textes sogar Spaß machte und dir das Schreiben leicht von der Hand ging. Visualisiere einmal, was du an dem Tag an Sinneseindrücken wahrgenommen hast. Erinnere dich daran, dass du das kannst, dass du in solch einen Schreibflow kommen kannst.
Die zweite Visualisierung ist sogar noch wichtiger: Male dir ganz genau aus, es zu schaffen. Wie fühlst du dich, wenn du dein Schreibprojekt zu Ende gebracht hast? Wie und mit wem feierst du? Was hörst, riechst und schmeckst du in dem Moment? Lass vor deinem inneren Auge einen realistischen Film entstehen, wie du es schaffst. Das hilft dir dabei, die Selbstzweifel kleinzuhalten.
Visualisierungen bitte immer im entspannten Zustand starten.
Das war jetzt nur ein kleiner Teaser für dieses Buch. Darin findest du noch mehr spannende Kapitel zu den Themen Entspannung (z.B. durch An- und Entspannungsübungen), Konzentration (inkl. Meditation zur Aufmerksamkeitslenkung und Achtsamkeitssteigerung) und Emotionsregulation.
Wenn du dir zum Anfang finden, Dranbleiben und Fertigschreiben, eine Sparringspartnerin wünschst, melde dich gerne bei mir. Ich bin Lektorin für Sach- und Fachtexte, Schreibcoach und Schreibkomplizin. Im kostenlosen Erstgespräch besprechen wir, was du brauchst und gehen das gemeinsam an. Ich freue mich auf dich und dein Projekt.
Albert, Alexandra, und Susanne Droste. 2022. Mentaltraining für Sportler: Mit neurowissenschaftlichen Strategien Emotionen steuern, Motivation und Konzentration fördern und Bestleistung erreichen. München: Riva.
Blogbeitrag #13: Es geht beim Ordnungschaffen nur darum, es dir leichter zu machen
Für mich geht es beim Ordnungschaffen darum, dass du anschließend eine Grundstruktur hast, mit der du dich in deinen Unterlagen, deinem Kleiderschrank oder in deinem gesamten Haushalt besser zurechtfindest. Das kann den Alltag sehr erleichtern, Kosten einsparen, weniger Stress und mehr Zeit für dich bedeuten.
Vorab: Wie ein ordentliches Zuhause am Ende aussieht, ist sehr individuell. Von ruhiger Optik mit geschlossenen Schränken bis hin zu offenen Regalen mit transparenten Boxen ist alles möglich. Manchen reicht es völlig, eine Schublade für Kabel zu haben, andere macht es glücklich, Dinge noch kleinteiliger in einheitliche Aufbewahrungsboxen mit Beschriftungen zu sortieren. Wichtiger als die Optik ist mir immer, dass das System zu dir und deinem Leben passt. Es sollte so einfach sein, dass du es in deinem vollen Alltag aufrechterhalten kannst. Warum eigentlich?
Für mich geht es beim Ordnungschaffen nur darum, dass du anschließend eine Grundstruktur hast, mit der du dich in deinen Unterlagen, deinem Kleiderschrank oder in deinem gesamten Haushalt besser zurechtfindest. Das kann den Alltag sehr erleichtern, Kosten einsparen, weniger Stress und mehr Zeit für dich bedeuten.
Hier ein paar Beispiele:
Wenn deine medizinischen Unterlagen gescannt und sinnvoll abgelegt sind, dann fällt es dir im Pflege-Alltag hoffentlich leichter, Widerspruch-Schreiben zu verfassen – an Krankenkasse, Versorgungsamt oder Medizinischen Dienst.
Wenn deine Abschluss- und Arbeitszeugnisse gut sortiert sind, dann bist du vielleicht motivierter und kannst schneller reagieren, wenn du eine interessante Stellenanzeige siehst, auf die du dich bewerben möchtest.
Wenn alles einen festen Platz hat, dann behältst du den Überblick über deinen Besitz und kaufst seltener aus Versehen Dinge, die du schon zuhause hast.
Wenn alles einen festen Platz hat, dann findest du Dinge leichter wieder. Das ist ein wichtiger Punkt, denn Dinge nicht wiederzufinden verursacht Stress und Kosten, wenn du etwas nachkaufen musst, weil du vergessen hast, dass du es bereits hast oder es nicht findest.
Wenn du deinen Besitz reduzierst und nur behältst, was dir gefällt, dann gelingt es dir vielleicht, die Dinge, die bleiben dürfen, mehr wertzuschätzen und in Zukunft weniger zu kaufen. Es könnte sein, dass du in Zukunft weniger, aber dafür bewusster kaufst. Es könnte sein, dass du dadurch Geld sparst und dich mit Finanzen beschäftigen möchtest. (Ja, auch das kann jede*r lernen und schaffen.)
Wenn alles einen festen Platz hat, dann kannst du in kürzester Zeit aufräumen. Das ist vielleicht der angenehmste Aspekt. Es muss absolut nicht immer aufgeräumt sein, aber zu wissen, dass 15 Minuten ausreichen würden, um alles wieder ordentlich zu haben, hat etwas sehr Beruhigendes.
Wenn du jederzeit in kürzester Zeit aufräumen kannst, dann fällt es dir vielleicht leichter, Gäste einzuladen oder spontanen Besuch überhaupt ins Haus zu lassen.
Wenn du weniger Zeit mit Aufräumen verbringen musst, hast du mehr Zeit, die du hoffentlich für dich nutzen kannst: Kurz durchatmen, endlich mal ein Buch lesen, deine nächste Weiterbildung planen, von der nächsten Reise träumen oder mal die Füße hochlegen.
Und klar, ein ordentliches Zuhause muss nicht immer aufgeräumt sein; es darf dort auch gelebt und gespielt und mal etwas liegen gelassen werden. Und klar, ein ordentliches Zuhause muss nicht minimalistisch sein; es darf auch bis unter die Decke voll mit Lieblingsstücken sein. Hauptsache du findest deine Sachen, fühlst dich seltener überfordert und bist handlungsfähig, insbesondere wenn Papierkram anfällt.
Als Ordnungsexpertin helfe ich dir dabei, Struktur in deine Dokumentenablage zu bekommen. Als Lektorin optimiere ich gerne deine Bewerbungsunterlagen und als pflegende Mutter unterstütze ich dich gerne bei Widerspruch-Schreiben aller Art. Melde dich für ein kostenfreies Erstgespräch und wir machen einen Plan, was dir den Alltag leichter machen würde.
Blogbeitrag #12: Free Writing ist besonders toll auf Papier, aber es gibt auch Apps dafür
Falls du deine sogenannten Morning Pages mal nicht mit Stift und Papier schreiben möchtest oder beim Free Writing mehr Abwechslung, Spaß oder Nervenkitzel brauchst, könnten die folgenden Free Writing-Apps etwas für dich sein:
Kurze Erinnerung: Free Writing ist fabelhaft.
Morgens einfach draufloszuschreiben, für 3 Seiten oder 10 Minuten oder eine Stunde, hilft nicht nur Menschen, die beruflich oder privat schreiben wollen; freies Schreiben hilft auch Menschen, die Schwierigkeiten haben, sich zu fokussieren, Menschen, die ein geringes Selbstbewusstsein haben und Menschen, die Neues ausprobieren und sich kreativ ausleben wollen (siehe Blogbeitrag #1).
Falls du deine sogenannten Morning Pages mal nicht mit Stift und Papier schreiben möchtest oder beim Free Writing mehr Abwechslung, Spaß oder Nervenkitzel brauchst, könnten die folgenden Free Writing-Apps etwas für dich sein:
Written? Kitten! Diese Open Source-App ist sehr einfach gehalten: Du kannst zwischen Kätzchen, Welpen und Kaninchen auswählen und wirst dann – je nachdem, welche Option du auswählst – nach 100, 200, 500 oder 1000 geschriebenen Wörtern mit einem neuen Tierbaby-Foto belohnt. Du könntest dir also vornehmen, jeden Morgen einen Text in diese Maske zu tippen, bis ein Kätzchen erscheint.
Write or Die: Diese App gibt es leider nicht mehr; ich erwähne sie trotzdem, weil viele ehemalige Nutzer*innen sie sehr vermissen (Smith 2024). Sie wurde entwickelt, um Schreibblockaden entgegenzuwirken. Bei der App wurde man gezwungen, immer „nach vorne“ zu schreiben. Zum Beispiel war es möglich, die Backspace-Taste zum Löschen und Korrigieren von bereits getippten Texten zu deaktivieren (perfekt gegen Perfektionismus!) oder sich das Speichern des eigenen Textes nur nach Erreichen des selbst gesetzten Schreibziels zu erlauben. Es gibt sehr viele Apps und Websites, die angeben, der Nachfolger von Write or Die oder zumindest von dieser beliebten App inspiriert zu sein. Die folgenden kommen ihr zumindest nahe.
Free Flow Writing App: Bei dieser simplen App kannst du folgendes auswählen: (1.) Du legst die Anzahl der Minuten fest, die du am Stück geschrieben haben musst, bevor oben rechts ein Button erscheint, um den Text zu kopieren und an anderer Stelle speichern zu können; Vorsicht: Wenn du länger als 10 Sekunden pausiert, verlierst du deinen Text. (2.) Du kannst die Backspace-Taste zum Zurückgehen und die Taste zum Löschen (Entf) deaktivieren, um dir deinen Perfektionismus abzugewöhnen und bestenfalls einfach draufloszuschreiben, (3.) Du kannst entscheiden, ob dir eher ein heller oder ein dunkler Voll-Bildschirm zusagt. Leider konnte ich nicht herausfinden, wie diese App mit Nutzerdaten umgeht.
The Most Dangerous Writing App: Der Software-Ingenieur Manuel Ebert hat diese App entwickelt und im Jahr 2016 der Allgemeinheit als Open source-Software zur Verfügung gestellt. Das KI-Schreibtool Squibler hat sie jedoch im Jahr 2019 aufgekauft. Um diese Free Writing-App zu nutzen, ist jedoch kein Squibler-Account notwendig. Einfach die gewünschte Dauer (3 / 5 / 10 / 15 / 20 / 30 oder 60 Minuten) oder Anzahl der Wörter (150 / 250 / 500 / 750 oder 1667 Wörter) auswählen und auf “Start Writing” klicken. Du kannst dein Geschriebenes nur speichern, wenn du dein Ziel erreichst. Sobald du für mehrere Sekunden pausierst, verschwindet dein Text. Ich konnte leider nicht herausfinden, was mit den geschriebenen Texten passiert, die in diese App eingetippt werden und – aufgrund von Pausen – wieder verschwinden. Da die App inzwischen zu einem KI-Schreibtool gehört, empfehle ich, sie eher zum Spaß mal auszuprobieren und solchen Apps nicht eigene Plot-Ideen anzuvertrauen.
Flowstate ($9,99, jedoch nur für Mac): Das Wichtigste zuerst, die Entwickler dieser App sammeln keine Daten. Das bedeutet, sowohl eingetippte als auch verschwindende Texte werden nicht genutzt. Ansonsten ist das Prinzip ähnlich: Du gibst am Anfang der sogenannten Flow Session an, ob du für 5, 15, oder 30 Minuten frei schreiben möchtest. Sobald du begonnen hast, darfst du nicht mehr stoppen, denn nach 5 Sekunden verschwindet dein Text.
Cold Turkey Writer: Nicht nur hilfreich fürs freie Schreiben am Morgen: Die Cold Turkey-Produkte (Writer, Blocker und Micromanager, einmalig 12,99 €, 39 € bzw. 17,99 €) verwandeln deinen Laptop in eine simple Schreibmaschine, bis du deine gewünschte Schreibzeit oder Anzahl von Wörtern erreicht hast. Du kannst während deiner Schreibzeit ausgewählte Apps oder Websites oder das gesamte Internet blockieren, um Ablenkungen vorzubeugen. Wichtig: Auch diese App sammelt explizit keine Nutzerdaten und deine Texte werden nicht online gespeichert.
Es gibt darüber hinaus noch unzählige weitere Schreib-Apps, die zum regelmäßigen Schreiben motivieren wollen, entweder indem sie wie ein Computerspiel konzipiert sind (z. B. kannst du bei 4thewords durch dein Schreiben gegen Monster kämpfen) oder indem sie mit einer reizarmen, cleanen Bildschirmoberfläche zum Schreiben ohne Ablenkungen einladen (z. B. verschwindet bei Simply Write sogar das bereits Geschriebene kontinuierlich aus dem Sichtfeld).
Wenn du trotz täglicher Free Writing-Routine und all diesen Apps Schwierigkeiten hast, in einen guten Schreibflow zu kommen, melde dich gerne bei mir. Ich bin Sina und freue mich, dich als Freie Lektorin (AdM) und Schreibcoach bei deinem Schreibprojekt unterstützen zu können.
4thewords (https://4thewords.com/)
Cold Turkey Writer (https://getcoldturkey.com/)
Flowstate (https://apps.apple.com/us/app/flowstate/id1051600144?mt=12)
Free Flow Writing App (https://flowwriting.app/)
Simply Write (https://simplywrite.online/)
Smith, Jane. 2024. „The Quiet Farewell of Write Or Die: Remembering a Digital Writing Companion“. https://medium.com/@janesmithwrites/the-quiet-farewell-of-write-or-die-remembering-a-digital-writing-companion-f95b5e690a37.
The Most Dangerous Writing App (https://www.squibler.io/dangerous-writing-prompt-app)
Written? Kitten! (https://writtenkitten.co/)
Blogbeitrag #11: So wirst du deine aussortierten Dinge los – Teil 1: Verkaufen
Wundervoll, du hast aussortiert! Wie es jetzt mit deinen aussortierten Dingen weitergeht, hängt vor allem von deinen Ressourcen ab.
Wundervoll, du hast aussortiert!
Wie es jetzt mit deinen aussortierten Dingen weitergeht, hängt vor allem von deinen Ressourcen ab: Von deinem Platz, von deiner Zeit und deinen Energiereserven. Hast du den Platz, um die Sachen in Kartons in deinem Wohnraum, auf dem Dachboden oder in einem trockenen (!) Keller aufzubewahren, um sie in Ruhe zu verkaufen? Falls ja, wieviel Platz möchtest du dafür verwenden? Und für wie lange? Hast du die Zeit, dich darum zu kümmern, Menschen zu finden, die diese Dinge noch gebrauchen können? Wenn ja, wie viel Zeit möchtest du dafür einplanen? Hast du die Energie, für einzelne Spenden oder Verkäufe mit anderen zu kommunizieren, Termine auszumachen und Übergaben zu organisieren, die ggf. dann doch nicht zustande kommen?
Wenn du die vorherigen Fragen für dich klar beantworten kannst, entscheide dich, ob du deine aussortierten Dinge verkaufen, tauschen, spenden / verschenken oder entsorgen möchtest.
Du hast die folgenden Möglichkeiten, um deine aussortierten Dinge online oder vor Ort zu verkaufen:
Re-Commerce- / Gebrauchtwaren-Handelsunternehmen
Ein Vorteil beim Verkauf an Re-Commerce-Handelsunternehmen ist, dass du – je nachdem wie gefragt deine Produkte sind – eine große Menge auf einmal in ein Paket packen und (je nach Anbieter) kostenfrei versenden kannst. Damit schaffst du die Sachen schnell aus dem Haus und sparst dir viel Zeit, weil du dich nicht selbst um Produktfotos / -beschreibungen und Kundenkommunikation kümmern musst. Ja, das Scannen, Verpacken und Versenden ist auch aufwendig, aber immerhin haben die meisten Anbieter inzwischen eigene Apps, mit denen du Barcodes oder ISBN einfach einscannen und so Produkte schnell finden und in deine Verkaufsbox legen kannst. Die Nachteile sind, dass die Ankaufspreise in der Regel geringer sind als bei einem Verkauf an Privat und dass verständlicherweise nur angekauft wird, was gerade auf dem Markt gefragt ist.
Hier sind drei solcher Unternehmen mit Produkten, die sie ankaufen:
Momox: Medien (Bücher, CDs / Vinyl, DVDs / Blu-rays, Software / Videospiele) und Kleidung (Damen- / Herren- / Kinderkleidung) – kostenloser Versand ab einem Mindestankaufswert von 10 €
Rebuy: Elektronik (Handys, Tablets, Konsolen, Kameras, Wearables, wie z. B. Smartwatches oder Fitness Tracker) und Medien (Bücher, CDs / Vinyl, DVDs / Blu-rays, Videospiele) – kostenloser Versand, kein Mindestankaufswert
ZOXS: Elektronik (MP3-Player, Kopfhörer, Handys, Tablets, Konsolen, Kameras, Wearables, Laptops, Computer und Zubehör), Medien (Bücher, CDs, DVDs / Blu-rays, Videospiele), Spielzeug (Lego, Playmobil, Duplo, Gesellschaftsspiele, etc.), Produkte aus Haus & Garten (Wisch- / Saugroboter, Staubsauger, Küchengeräte, Haarstyling-Zubehör, Werkzeuge) – kostenloser Versand ab 50 € Verkaufswert
Tipp 1: Wenn du viele Medien loswerden möchtest, lohnt es sich ggf. die Ankaufspreise der Re-Commerce-Plattformen zu vergleichen (z. B. auf recyclingmonster.de), Nachteil: Hier müssen ISBN oder EAN händisch eingegeben werden.
Tipp 2: Bitte immer die Ankaufskriterien bzgl. der Produktqualität beachten und einhalten (sonst wird nach deren Prüfung weniger bezahlt als der vereinbarte Ankaufspreis).
Tipp 3: Bei diesen An- und Verkaufsplattformen bitte standhaft bleiben, dass du eine Auszahlung und keine Gutschrift für die jeweilige Plattform möchtest (diese Frage kommt jedes Mal, gerne in Kombination mit Lockangeboten).
Online-Flohmärkte / Secondhand-Online-Marktplätze
Wenn du deine aussortierten Dinge selbst verkaufen möchtest, um etwas mehr Geld damit zu verdienen, bieten sich einige Online-Flohmärkte an. Das bedeutet deutlich mehr Arbeit und kostet zum Teil auch einige Nerven. Überlege dir, ob du dafür gerade Energie aufbringen möchtest.
Hier sind drei solcher Online-Flohmärkte mit Produkten, die du dort anbieten darfst: Kleinanzeigen / früher eBay Kleinanzeigen (nahezu alles), Vinted (inzwischen nicht nur Kleidung und Schuhe, sondern auch Wohnaccessoires, Werkzeuge, Elektronik und Sportartikel), Mädchenflohmarkt (Kleidung, Schuhe, Taschen, Accessoires, Schmuck).
Tipp 1: Auf diesen Online-Marktplätzen ist es empfehlenswert, nur qualitativ hochwertige Produkte oder größere Sets anzubieten, weil sich für eine einzelne Kinderjeans für 1 € der Aufwand einfach nicht lohnt.
Tipp 2: Gib dir gerne etwas Mühe, schöne Fotos zu machen. Dann gelingen Verkäufe zu etwas höheren Preisen – und du wirst die Sachen bestenfalls auch schneller los.
Tipp 3: Auf solchen Plattformen bitte keine Tragefotos hochladen, nicht von dir und schon gar nicht von deinen Kindern; im Jahr 2025 wurde bekannt, dass solche Tragebilder im großen Stil in einem Telegram-Kanal hochgeladen wurden. Daher bitte vorsichtig sein.
Möglichkeiten vor Ort
Flohmärkte: Da muss man natürlich Typ für sein, aber ein eigener Flohmarktstand kann Spaß machen und sich lohnen. Viele Kindergärten richten regelmäßig familiäre Kinderflohmärkte mit Fahrzeugbörsen aus. In Dortmund, Düsseldorf, Osnabrück und einigen anderen Städten finden regelmäßig Nachtflohmärkte statt. Bei uns am Niederrhein organisiert die Buchhandlung Lesezeit in Voerde regelmäßig einen „Flohmarkt der Eitelkeiten“ für Frauen - mit Kaffee und Kuchen im dazugehörigen Buchcafé. Mach dich schlau, welche Flohmärkte es bei dir gibt, leih dir einen Tapeziertisch, denk an Münzgeld und werde so viel wie möglich los.
Gebrauchtwarenläden vor Ort: Klassische Secondhand-Shops für Kleidung zahlen entweder direkt in Bar oder beteiligen dich an dem Gewinn sobald deine Teile verkauft wurden. Viele kleinere Schallplattenläden kaufen gut erhaltene Schallplatten von privat an. In Dortmund, Münster, Duisburg, Essen und Köln gibt es Filialen des Gebrauchtwaren-Handelsunternehmens ändra für den An- und Verkauf von Unterhaltungsmedien (CDs / Vinyl, DVDs / Blu-rays, Videospiele) vor Ort.
Regalläden: In Wesel gibt es z. B. das REGALokal, in dem du ein Regalfach (ca. 50x 80 cm) wöchentlich mieten und selbst gestalten kannst. Etikettendruck und Verkauf übernimmt das Ladenpersonal, weswegen bei Verkauf eine kleine Servicepauschale fällig wird. Je länger die Mietzeit, desto günstiger wird der wöchentliche Mietpreis. Das ist auch ein schöner Weg, um aussortierte Dinge, mit geringem Aufwand lokal loszuwerden.
Ich bin Sina und ich freue mich, wenn ich dich motivieren kann, deine Ordnungsziele anzugehen und aussortierte Dinge schnellstmöglich loszuwerden. Wenn du beim Loslassen der Dinge, die du nicht mehr benötigst, Unterstützung brauchst, melde dich gerne bei mir. Ich freue mich auf dich und dein Projekt.
Hier die Liste der genannten Plattformen. Das sind keine Empfehlungen, sondern nur Erwähnungen. Bitte recherchiere selbst, welche dir am ehesten zusagt:
https://www.recyclingmonster.de/
https://www.maedchenflohmarkt.de/
https://buchhandlung-lesezeit.buchhandlung.de/ (Voerde)
https://xn--cd-andr-cxa.de/index.php (Dortmund, Münster, Duisburg, Essen und Köln)
https://www.regalokal.de/ (Wesel)
Blogbeitrag #10: Warum du die Fehler in deinem Text nicht (mehr) siehst und was du dagegen tun kannst.
Lesen und Korrekturlesen sind zwei sehr unterschiedliche Aufgaben. Beim Lesen scannst du den vorliegenden Text, um den Inhalt zu erfassen. Beim finalen Korrekturlesen geht es aber darum, einen Text auf sprachliche Korrektheit zu überprüfen – jeden Satz und jedes Wort. Beim Korrigieren gilt daher, einzelne Wörter zu überprüfen und Sätze zu Ende zu lesen, selbst wenn einem der Kontext bereits klar ist.
Lesen und Korrekturlesen sind zwei sehr unterschiedliche Aufgaben.
Beim Lesen scannst du den vorliegenden Text, um den Inhalt zu erfassen. Ohne es zu merken, machst du dabei permanent ruckartige Augenbewegungen (Sakkaden), die nur für kurze Pausen an bestimmten Haltepunkten (Fixationen) unterbrochen werden, um Informationen aufzunehmen (Funke 2006; Rayner 1998). Durch diese Blickbewegungen während des Lesens erfasst dein Gehirn logischerweise nicht jeden Buchstaben, sondern gerade genug Informationen, um den Text zu verstehen.
Beim finalen Korrekturlesen geht es aber darum, einen Text auf sprachliche Korrektheit (Rechtschreibung, Grammatik, Zeichensetzung) zu überprüfen – jeden Satz und jedes Wort. Beim Korrigieren gilt daher, einzelne Wörter zu überprüfen und Sätze zu Ende zu lesen, selbst wenn einem der Kontext bereits klar ist.
Warum du die Fehler in deinem Text nicht (mehr) siehst und was du dagegen tun kannst.
Du kennst deinen Text zu gut, vielleicht sogar auswendig. Du weißt, was in jeder einzelnen Textpassage steht, und kannst einzelne Sätze in deinem Manuskript aus dem Gedächtnis vervollständigen. Vielleicht liest du auch, was du schreiben wolltest, und übersiehst dabei, was du geschrieben hast.
Dir fällt es schwer, bei der Überarbeitung des Textes von Makro- auf Mikro-Ebene zu wechseln. Vielleicht hast du direkt vorher den logischen Aufbau des gesamten Textes, die Argumentation einzelner Kapitel oder die Gestaltung der Absätze geprüft, und hast nun Schwierigkeiten dabei, auf Fehler in einzelnen Sätzen und Wörtern zu achten.
Du erwartest keine Fehler mehr. Du hast den Text während der inhaltlichen Überarbeitung schon so viele Male gelesen, dass du dir gar nicht vorstellen kannst, dass darin überhaupt noch Fehler enthalten sein könnten.
Es folgen sieben Tipps, wie das Korrekturlesen eigener Texte dennoch gelingen kann:
Dein Text und Du, ihr braucht Abstand. Es hilft, zwischen dem Schreiben und dem Korrekturlesen Zeit verstreichen zu lassen (wenn möglich, mehrere Tage). Am besten wäre es, wenn du in dieser Pause den Kopf freibekommen könntest. Egal, ob Joggen, ein Koch- oder Spieleabend mit Freunden oder Binge-Watching deiner Lieblingsserie – mach etwas völlig anderes und versuche, den Text zu vergessen.
Nutze die Word-Rechtschreibprüfung, aber genieße sie mit Vorsicht. Lass zu Beginn gerne einmal die automatisierte Fehlersuche laufen, aber vertraue bitte nicht darauf, dass sie korrekt oder vollständig ist. Damit lassen sich grobe Fehler wie unvollständige Sätze gut finden, aber viele Vorschläge sind schlichtweg nicht korrekt. Sie hilft zum Beispiel auch nicht dabei, uneinheitliche Schreibweisen aufzuspüren, dafür muss man seinen Blick schärfen und sich sehr gut konzentrieren können.
Nutze unbedingt die Suchfunktion in Word (Strg F). So kannst du doppelte Leerzeichen und andere Fehler, die du häufiger machst, aktiv suchen und ersetzen.
Lies dir den Text laut vor. Da du beim Vorlesen etwas langsamer bist und kein Wort überspringen kannst, fallen dir dabei noch eher holprige Formulierungen, Redundanzen und zu verschachtelte Sätze auf. Wenn du den Text nicht selbst vorlesen möchtest oder kannst, nutze die Vorlesefunktion in Word (Alt + Strg + Leertaste).
Lies den Text rückwärts. Das geht offensichtlich nur bei kürzeren Texten, aber wenn du jedes Wort einzeln liest (vom Satzende bis zum Satzanfang), überspringt dein Gehirn definitiv keine Wörter und du kannst jedes Wort einzeln prüfen. Diese Methode eignet sich zur Rechtschreibprüfung von kurzen Texten, wie z.B. Flyern oder Broschüren, bei denen der erste Eindruck besonders wichtig ist.
Verändere das Erscheinungsbild deines Textes. Ein solcher Verfremdungseffekt kann durch eine ungewohnte Schriftart, eine neue Schriftgröße, eine andere Hintergrundfarbe (in Word: Entwurf > Seitenfarbe) oder das Hineinzoomen in den Text kreiert werden. Das kann dabei helfen, Abstand zu schaffen und deinem Gehirn glaubhaft zu machen, dass es den Text zumindest in dieser Form noch nicht gesehen hat.
Verändere das Setting. Lies den Text in ausgedruckter Form in einem anderen Raum als sonst. Entspannt auf dem Balkon oder kuschelig auf dem Sofa. Vielleicht fallen dir durch den Ausdruck und einen solchen Ortswechsel doch noch Rechtschreib-, Grammatik-, Zeichen- oder Formatierungsfehler auf, die dir in all den Wochen am Bildschirm verborgen geblieben sind.
Wenn das alles nicht hilft, dann hol dir Unterstützung. Bitte deine Schreibgruppe, deinen Freundes- und Familienkreis um Hilfe beim Korrekturlesen. Außenstehende sehen mehr Fehler, weil sie unvoreingenommen sind, keine persönliche Bindung zu dem Text haben und bestenfalls auch Fehler erwarten. Wenn es ein wichtiges Manuskript ist, beauftrage gerne ein professionelles Lektorat oder Korrektorat. Bei der Wahl einer passenden Lektorin oder eines passenden Lektors achte darauf, ob Weiterbildungen von seriösen Anbietern (VFLL oder ADM) vorliegen und ob Erfahrungen für das jeweilige Genre vorhanden sind.
Ich biete Lektorat und Korrektorat für wissenschaftliche Arbeiten, Ratgeber, Sach- und Fachtexte an und freue mich auf deine Anfrage.
Funke, Joachim. 2006. „Wenn Blicke sprechen - Universität Heidelberg“. (1/2006). https://www.uni-heidelberg.de/presse/ruca/ruca06-1/wenn.html.
Rayner, Keith. 1998. „Eye Movements in Reading and Information Processing: 20 Years of Research.“ Psychological Bulletin 124(3):372–422. doi:10.1037/0033-2909.124.3.372.
Blogbeitrag #9: Es gibt viele gute Gründe, Dinge (selbst) zu reparieren
Das Wichtigste zuerst: Wenn du etwas selbst reparierst, geht es nicht darum, es perfekt zu können. Du musst kein Elektriker oder Klempner sein oder werden und keine Nähmaschine bedienen können. Es geht nicht darum, den Gegenstand in seinen ursprünglichen Neuzustand zurückzubringen. Es geht vielmehr darum, die Nutzungsdauer deiner Sachen zu verlängern (bis es halt wirklich nicht mehr geht).
Das Wichtigste zuerst: Wenn du etwas selbst reparierst, geht es nicht darum, es perfekt zu können. Du musst kein Elektriker oder Klempner sein oder werden und keine Nähmaschine bedienen können. Es geht nicht darum, den Gegenstand in seinen ursprünglichen Neuzustand zurückzubringen. Es geht vielmehr darum, die Nutzungsdauer deiner Sachen zu verlängern (bis es halt wirklich nicht mehr geht).
Du musst nicht alles selbst reparieren können. Wenn du etwas nicht kannst oder keine Zeit hast, es zu lernen, frag doch zuerst in deinem Freundeskreis nach, ob jemand die notwendigen Fertigkeiten hat. Das hat den schönen Nebeneffekt, es in deinem Freundeskreis zu normalisieren, Dinge zu reparieren. Wenn von deinen Freunden niemand aushelfen kann, besuch doch mal ein sogenanntes Repair Café, wo dir Fachleute ehrenamtlich zur Seite stehen. Solche Angebote gibt es inzwischen sogar in kleineren Städten. Sofern es das in deinem Ort noch gibt, kannst du Schuhe auch gerne zum Schuster bringen, Kleidung in eine Schneiderei geben und einige technische Geräte vor Ort reparieren lassen. Das ist dann nicht selbst repariert, aber immer noch gut für die Umwelt.
Es gibt viele gute Gründe, warum ich dich dazu ermutigen möchte, Dinge (selbst) zu reparieren.
Nützliches Wissen: Wenn du neue Dinge ausprobierst und dir zutraust, etwas selbst zu reparieren, eignest du dir in jedem Fall nützliches Wissen an. Man muss nicht gleich Selbstversorger sein, Prepper werden oder in der Wildnis überleben können, aber Dinge selbst reparieren zu können, bedeutet schon ein gewisses Maß an Unabhängigkeit. Vielleicht kannst du mit deinem neuen Wissen mal jemandem in deinem Freundes- oder Familienkreis weiterhelfen. Ein Geben und Nehmen quasi.
Wertvolles Erfolgserlebnis: Falls du schon mal Kleidung selbst ausgebessert hast, einen WC-Spülkasten selbst wieder zum Laufen gebracht hast oder dich selbst um die Instandhaltung deines Fahrrads kümmern kannst, kennst du vielleicht die Zufriedenheit, die ein solches Erfolgserlebnis mit sich bringt. Solche Reparaturen bieten die Möglichkeit, durch eigene Arbeit ein tolles Ergebnis in deinen Händen zu halten.
Wichtige Umweltaspekte: Ja, es macht Sinn, einen neuen, energiesparenden Kühlschrank oder eine neue Waschmaschine zu kaufen, anstatt ältere Modelle durch Reparaturen auf dem Markt zu halten. Bei den meisten Gegenständen ist es aber sinnvoll und ressourcensparend, sie erstmal zu reparieren. Sich anzugewöhnen, Dinge erstmal zu reparieren und ihre Nutzungsdauer zu verlängern, kann auch insgesamt zu einem umweltbewussteren Konsum anregen.
Finanzielle Vorteile: Die Lebensdauer seiner eigenen Sachen zu verlängern und sich vor allem daran zu gewöhnen, reparierte Dinge zu tragen und weiter zu benutzen, kann einige vorschnelle Neukäufe verhindern. Vielleicht ändert es auch dein Kaufverhalten hin zu reparierbaren Produkten oder zu besserer Qualität. Selbst Dinge zu reparieren kann auch dazu anregen, sich damit auseinanderzusetzen, wofür man sein Geld ausgibt, was man zum Leben braucht und was einen zufrieden macht.
Größere Wertschätzung: Wenn du etwas reparierst, entscheidest du dich für diesen Gegenstand und erstmal gegen einen Neukauf. Du steckst etwas Zeit und Arbeit hinein, du kümmerst dich. Vielleicht wirst du den Gegenstand in Zukunft noch besser hegen und pflegen, damit er nicht so bald wieder kaputt geht. Es könnte ein Ziel sein, seinen eigenen Gegenständen (wieder) mehr Wertschätzung gegenüber zu bringen, nicht alles für austauschbar zu halten, zufriedener zu sein.
Wenn du in deinem Zuhause Ordnung schaffen möchtest und dir dabei Unterstützung von jemandem wünschst, der absolut respektvoll mit deinen Dingen umgeht, melde dich gerne bei mir. Ich freue mich auf dich und dein Projekt.
Blogbeitrag #8: Hast du alles, was du zum Schreiben brauchst?
Damit meine ich nicht, ob du das Selbstbewusstsein, Durchhaltevermögen oder „Zeug“ dazu hast, eine Dissertation oder ein Buch zu schreiben. Ich meine damit: Hast du alles, was du brauchst, um beim Schreiben gesund zu bleiben und dich so wohlzufühlen, um dranzubleiben?
Damit meine ich nicht, ob du das Selbstbewusstsein, Durchhaltevermögen oder „Zeug“ dazu hast, eine Dissertation oder ein Buch zu schreiben. Ich meine damit: Hast du alles, was du brauchst, um beim Schreiben gesund zu bleiben und dich so wohlzufühlen, um dranzubleiben? (Du darfst es dir beim Schreiben auch wirklich gut gehen lassen, besonders wenn dir das Schreiben schwerfällt.)
Egal, was und warum du viel schreibst, versuch bitte deine Schreibarbeit so zu gestalten, dass deine physische und psychische Gesundheit sowie dein Wohlbefinden nicht gefährdet werden. In etwas sperrig spricht das Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) hier von einer „menschengerechten Gestaltung von Arbeit“ (§ 2 Absatz 1 ArbSchG) (DGUV 2025). Versuch gerne, für dich Schreibbedingungen und eine Arbeitsumgebung zu schaffen, die deine Gesundheit schützen, deine Produktivität erhalten und deine Arbeitszufriedenheit bestenfalls steigern.
Hast du die notwendige Ausstattung? Das Offensichtliche zuerst: Zum Schreiben und Sichern deiner Daten brauchst du einen voll funktionstüchtigen Laptop, gerne einen großen Monitor, gerne eine Tastatur und eine Computermaus, wenn möglich, alles in ergonomischer Ausführung. Um Rückenbeschwerden vorzubeugen ist ein Bürostuhl notwendig und ein höhenverstellbarer Schreibtisch sinnvoll (nein, das Foto vom Cover ist kein geeigneter Arbeitsplatz zum Schreiben). Um die Belastung der Augen so gering wie möglich zu halten ist die Größe des Schreibtisches relevant, um genügend Abstand zum Monitor halten zu können.
Machst du genug Pausen? Wenn dich das nicht zu sehr aus der Konzentration rausholt, versuche gerne, öfter kurze Pausen zu machen: Zur Küche laufen, einen Kaffee in der Sonne trinken, sich über Wochenend- und Urlaubspläne austauschen, mal mit dem Kopf ganz woanders sein.
Hast du genug Bewegung? Einmal durchstrecken, die Schultern nach hinten kreisen lassen, kurz spazieren (gerne 7.000 Schritte) oder sogar joggen gehen – Bewegung ist nicht nur ein wichtiger Ausgleich zu all dem Sitzen, Bewegung reduziert Stress und sorgt dafür, dass du wieder mehr Energie hast, um dich zu konzentrieren und kreative Ideen zu entwickeln (Ding et. al. 2025).
Hast du ausreichend soziale Kontakte? Viele schreiben allein zuhause. Um dich weniger allein zu fühlen, versuche doch dir ab und zu (Mittags-)Pausen in Gesellschaft zu ermöglichen, egal ob digital oder analog. Raum und Zeit für Austausch und Kontakt zu Kolleg*innen und / oder Vorgesetzt*innen sind sonst wichtiger Bestandteil einer „menschengerechten Gestaltung von Arbeit“.
Gibt es etwas, was dir persönlich das Schreiben angenehmer macht? Beim Schreiben ist es noch wichtiger als bei vielen anderen Jobs, dass es dir gut geht. Überlege selbst, was dir das Schreiben besser machen könnte. Je nach Jahreszeit könnte hier selbstgemachter Eistee im Kühlschrank, eine Wärmflasche unter den Füßen oder eine Belohnung am Ende deiner Schreibwoche den Unterschied machen.
Wenn du alles hast, was du zum Schreiben brauchst, aber dir trotzdem die Motivation oder der Mut fehlt, schreib mich gerne an. Im Schreibcoaching gehen wir dem Problem auf den Grund und versuchen gemeinsam einen Plan zu machen, wie du deine Dissertation oder dein Buchprojekt dennoch fertig bekommst.
Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung e.V. (DGUV). 2025. „Mensch und Arbeitsplatz − Wegweiser ergonomische Arbeitsgestaltung“. https://publikationen.dguv.de/widgets/pdf/download/article/5025.
Ding, Ding, Binh Nguyen, Tracy Nau, Mengyun Luo, Borja del Pozo Cruz, Paddy C. Dempsey, Zachary Munn, Barbara J. Jefferis, Cathie Sherrington, Elizabeth A. Calleja, Kar Hau Chong, Rochelle Davis, Monique E. Francois, Anne Tiedemann, Stuart J. H. Biddle, Anthony Okely, Adrian Bauman, Ulf Ekelund, Philip Clare, und Katherine Owen. 2025. „Daily Steps and Health Outcomes in Adults: A Systematic Review and Dose-Response Meta-Analysis“. The Lancet Public Health 10(8): e668–81. doi:10.1016/S2468-2667(25)00164-1.