Blogbeitrag #18: Dein Rohtext muss nicht druckreif sein.
Oder: Wenn du als Rohtext zusammenhängende Sätze zu Papier bringst, ist das schon gut. Hier kommen ein paar (hoffentlich entlastende) Hinweise, die dir helfen sollen, den Schreibprozess besser zu verstehen und deine Erwartungen an dich und deinen Rohtext etwas zu senken.
Oder: Wenn du als Rohtext zusammenhängende Sätze zu Papier bringst, ist das schon gut.
Der Rohtext ist der erste Entwurf deines Textes. Nichts daran muss perfekt sein.
Hier kommen ein paar (hoffentlich entlastende) Hinweise, die dir helfen sollen, den Schreibprozess besser zu verstehen und deine Erwartungen an dich und deinen Rohtext etwas zu senken.
Nutze den Rohtext erstmal als Ideenspeicher: Entwickle für wissenschaftlichen Arbeiten, Blogartikel und Social Media-Beiträge erstmal eine gut durchdachte Gliederung. Unter die Überschriften deiner Kapitel und Unterkapitel, schreibst du deine ersten Ideen (ja, das darf umgangssprachlich sein, aber bitte in ganzen Sätzen): Welche Inhalte, welche Abbildungen und Tabellen und welche Quellen möchtest du in den jeweiligen Abschnitten aufführen?
Nutze deinen Rohtext, um ins Schreiben zu kommen: Arbeite jeden Tag an deinem Rohtext; es fühlt sich gut an, wenn dieses Dokument langsam Form annimmt und wächst. Schreibe Gedanken, die dir beim Lesen deiner Fachliteratur kommen, direkt in dein Dokument. Schreibe neue Impulse aus Gesprächen mit Lehrkräften oder Mitstudierenden direkt in dein Dokument. Schreibe alles, was du aus deiner eigenen Datenanalyse gelernt hast, direkt in dein Dokument. Schreibe jeden Tag.
Betrachte deinen Rohtext als Arbeitsmaterial: Das hörst du vielleicht nicht gerne, aber ein guter Text entsteht durch Überarbeitung. Deswegen ist es umso besser, wenn du dich beim Rohtext nicht zu lange mit schlau klingenden Formulierungen aufhältst. Es ist gut möglich, dass du die Gliederung im Verlauf umwirfst oder den Text um die Hälfte kürzt, weil du merkst, dass er noch nicht prägnant genug ist. Dein erster Entwurf wird sich im Verlauf verändern und das ist gut so.
Wenn du lernen möchtest, deinen Rohtext zu verbessern, bereite ich gerne eine passende Schreibcoaching-Session für dich vor. Melde dich gerne per E-Mail bei mir. Ich freue mich auf dich und dein Projekt.
Blogbeitrag #17: Kennst und nutzt du die Steuererleichterungen für pflegende Eltern?
Das Wichtigste vorab: Ich bin keine Steuerberaterin. Ich bin Ordnungsberaterin und unterstütze Menschen dabei, ihre Dokumente oder ihr Zuhause in Ordnung zu bringen. Aber ich bin auch eine pflegende Mutter, die gerade ihre Steuererklärung vorbereitet. Vielleicht helfen diese Steuer-Hinweise auch dir.
Steuererleichterungen für Menschen mit Behinderung und ihre Angehörigen sind keine “Vorteile”. Menschen mit Behinderung und ihre Angehörigen sehen sich regelmäßig mit weit überdurchschnittlichen Kosten für ihren Lebensunterhalt oder das Berufsleben konfrontiert. Daher gibt es Steuererleichterungen, vor allem im Bereich der Lohn- und Einkommensteuer.
Das Wichtigste vorab: Ich bin keine Steuerberaterin. Ich bin Ordnungsberaterin und unterstütze Menschen dabei, ihre Dokumente oder ihr Zuhause in Ordnung zu bringen. Aber ich bin auch eine pflegende Mutter, die gerade ihre Steuererklärung vorbereitet. Vielleicht helfen diese Steuer-Hinweise auch dir.
Das Zweitwichtigste: Meine Quellen
Als Wissenschaftlerin und Lektorin nenne ich natürlich meine Quellen (nein, ich habe nicht die KI gefragt):
Steuermerkblatt des Bundesverbandes für körper- und mehrfachbehinderte Menschen e.V. (bvkm) 2025 / 2026: https://bvkm.de/ratgeber/steuermerkblatt/
Website der Finanzverwaltung NRW: https://www.finanzamt.nrw.de/steuerinfos/privatpersonen
Anleitungen zu den Anlagen Kind und Außergewöhnliche Belastungen des Bundesministeriums der Finanzen:
Formular-Management-System der Bundesfinanzverwaltung (Steuerformulare > Einkommensteuer > Einkommensteuer 2025 > 001 - Anleitungen zu den Vordrucken zur Einkommensteuererklärung > 3. und 11. Link von oben; wenn möglich am Laptop öffnen, da die mobile Ansicht wenig hilfreich ist)
Allgemein: Der Kinderfreibetrag liegt bei 3.336 € bei Einzelveranlagung oder 6.672 € bei zusammen veranlagten Eltern.
Zeile 21: Bei volljährigen Kindern mit Behinderung wird dieser Freibetrag weiterhin gewährt, wenn sie sich wegen körperlicher, geistiger oder seelischer Behinderung nicht selbst finanziell unterhalten können (UND die Behinderung vor Vollendung des 25. Lebensjahres eingetreten ist).
Zeile 59-63: Übertragung des Behinderten-Pauschbetrages, falls das Kind den Pauschbetrag nicht selbst in Anspruch nimmt.
Die Höhe des Behinderten-Pauschbetrages richtet sich nach dem dauernden Grad der Behinderung (GdB), der vom Versorgungsamt vergeben wurde und liegt zwischen 384 € (GdB 20) und 2.840 € (GdB 100).
Bei den Merkzeichen “Bl” (blind), “TBl” (taubblind) oder “H” (hilflos) oder den Pflegegraden 4 oder 5 beläuft sich dieser Pauschbetrag auf jährlich 7.400 €.
Zeile 64-66: Übertragung der behinderungsbedingten Fahrtkostenpauschale, falls das Kind die Pauschale nicht selbst in Anspruch nimmt.
Die Höhe der Fahrtkostenpauschale beträgt bei Menschen mit einem GdB von mindestens 80 oder einem GDB von 70 in Kombination mit Merkzeichen “G” 900 €. Bei den Merkzeichen „aG“, „Bl“, „TBl“ oder „H“ sowie den Pflegegraden 4 und 5 liegt er bei 4.500 €.
Zur “Anlage Außergewöhnliche Belastungen”
Zeile 11-20: Pflege-Pauschbetrag, den pflegende Angehörige oder Eltern, die unentgeltlich pflegen, beantragen können.
Wichtig: Bei pflegenden Eltern zählt das Pflegegeld des Kindes nicht als Einnahme, bei pflegenden Angehörigen schon.
Die Höhe des Pflege-Pauschbetrages richtet sich nach den einzelnen Pflegegraden, von 600 € bei Pflegegrad 2 bis zu 1.800 € bei Pflegegrad 4 und 5 bzw. Merkzeichen “H”.
Zeile 23-41: Andere Aufwendungen: Kosten für behindertengerechten Umbau (die nicht von der Kranken- / Pflegekasse übernommen werden), Krankheits-, Kur- und Pflegekosten, Kosten für Hilfsmittel, Sonstige Ausgaben (z. B. Bücher in Braille-Schrift) können geltend gemacht werden.
Wenn es dir möglich ist, lass dich von einem Steuerhilfeverein oder einer Steuerberaterin bei der Steuererklärung unterstützen.
Wenn du deine Unterlagen in Ordnung bringen möchtest, melde dich bei mir. Ich komme gerne vorbei und sortiere mit dir deine Unterlagen, damit du dich besser zurechtfindest und dir Steuererklärungen, Widerspruch-Schreiben oder Ähnliches in Zukunft etwas leichter fallen.
Blogbeitrag #16: Selbstzweifel, Perfektionismus und zu hohe Erwartungen sind Endgegner beim Schreiben
Von Kund*innen höre ich regelmäßig die Aussage, sie seien „Nieten“ im wissenschaftlichen Schreiben. Ohne darauf einzugehen, warum wir uns ständig kleinreden, liefere ich hier fünf Impulse, die dir hoffentlich helfen.
Von Kund*innen höre ich regelmäßig die Aussage, sie seien „Nieten“ im wissenschaftlichen Schreiben. Eine wunderbare systemische Beraterin (@die_systemikerin) stellte diese Woche in einem Reel auf Instagram die Frage, ob man mit seinen eigenen Kindern so reden würde, wie man sich selbst 24/7 kleinredet und sich ständig Vorwürfe macht. Offensichtlich nicht.
Ohne darauf einzugehen, woher das kommt und warum wir uns das von unserem inneren Kritiker gefallen lassen, liefere ich hier fünf Impulse, die dir hoffentlich helfen:
Schreiben ist erlernbar: Schreiben ist ein Handwerk, das du lernen kannst. Je häufiger und je mehr du schreibst, desto schneller und besser wirst du schreiben können. Beginne – parallel zum Schreiben der Abschluss- oder Doktorarbeit – mit dem Free Writing (nein, daran geht absolut kein Weg vorbei!). Versuche, jeden Tag zu schreiben.
Mach dir einen Plan: Beim wissenschaftlichen Schreiben ist es sinnvoll, viel Zeit in einen detaillierten Plan zu stecken. Arbeite eine Gliederung aus – erstelle nicht nur Kapitel, sondern Unterkapitel. Überlege dir für jedes Unterkapitel, was die Leser*innen hier erwarten, welche Informationen du in welcher Reihenfolge liefern möchtest. Schreibe die Hauptmessages für jedes Unterkapitel runter und plane einen Absatz pro Hauptmessage ein. Erst dann fängst du an zu schreiben.
Du schreibst hier nicht die Endversion: Schreib bitte erstmal, was du sagen möchtest, und halte dich nicht damit auf, jeden Satz besonders ausgefallen zu formulieren. Sätze, die noch nicht rund klingen, sind besser als ein leeres Blatt Papier. So funktioniert schreiben: Du schreibst und in der Überarbeitung (!) verbesserst du deinen Text. Erwarte bitte nicht von dir, im ersten Versuch alles so zu formulieren, wie es später gedruckt werden soll – so arbeitet und schreibt wirklich niemand. Planung und Überarbeitung sind genauso wichtige Arbeitsschritte wie das Schreiben selbst.
Sprich mit anderen über deine Schwierigkeiten: Such dir bestenfalls eine Schreibgruppe, ein Schreibtandem oder einen Schreibcoach, der dich auf den letzten Metern begleitet. Ich habe schon viele Menschen getroffen, die aus komplett verständlichen Gründen ihre Abschluss- und Doktorarbeiten nicht fertigstellen konnten (weil die Förderung ausgelaufen war oder sie es neben ihrem Vollzeitberuf und / oder der Kinderbetreuung nicht schaffen konnten). Sowas beschäftigt die meisten sehr lange. Wenn du eine Chance siehst, es jetzt zu Ende zu bringen, such dir die Unterstützung, die du brauchst.
Versuche, mehr Verständnis für dich aufzubringen: Eine Abschluss- oder Doktorarbeit zu schreiben ist eine emotionale Ausnahmesituation. Selbstzweifel und das Gefühl von Überforderung sind vorprogrammiert. Es ist wichtig, möglichst gut zu sich selbst zu sein. Rede dir gut zu, überlege dir ein Mantra, vergleiche dich nicht mit anderen, gönne dir Pausen und Belohnungen. Was du machst, ist nicht leicht. Erinnere dich an dein Ziel und versuche, besonders nett zu dir selbst zu sein.
Wenn du ein konkretes Anliegen hast, bereite ich gerne passgenau eine Schreibcoaching-Session für dich vor. Ansonsten stehe ich dir gerne mit Lektorat und Korrektorat zur Seite. Wenn du Fragen zu meinen Leistungen hast, melde dich gerne bei mir.
Blogbeitrag #15: So wirst du deine aussortierten Dinge los – Teil 2: Tauschen, spenden und verschenken
Wie schon in Teil 1 dieser Reihe beschrieben, hängt es vor allem von deinen Ressourcen ab, wie es mit deinen aussortierten Dingen weitergeht: Von deinem Platz, von deiner Zeit und deinen Energiereserven. Hier findest du Inspirationen, wie du deine aussortierten Dinge online oder vor Ort tauschen, spenden oder verschenken kannst.
Wundervoll, du hast aussortiert.
Wie schon in Teil 1 dieser Reihe beschrieben, hängt es jetzt vor allem von deinen Ressourcen ab, wie es mit deinen aussortierten Dingen weitergeht: Von deinem Platz, von deiner Zeit und deinen Energiereserven. Hast du den Platz, um die Sachen in Kartons in deinem Wohnraum, auf dem Dachboden oder in einem trockenen (!) Keller aufzubewahren, um sie in Ruhe zu verkaufen? Falls ja, wieviel Platz möchtest du dafür verwenden? Und für wie lange? Hast du die Zeit, dich darum zu kümmern, Menschen zu finden, die diese Dinge noch gebrauchen können? Wenn ja, wie viel Zeit möchtest du dafür einplanen? Hast du die Energie, für einzelne Spenden oder Verkäufe mit anderen zu kommunizieren, Termine auszumachen und Übergaben zu organisieren, die ggf. dann doch nicht zustande kommen? Wenn du die vorherigen Fragen für dich klar beantworten kannst, entscheide dich, ob du deine aussortierten Dinge verkaufen, tauschen, spenden / verschenken oder entsorgen möchtest.
Du hast die folgenden Möglichkeiten, um deine aussortierten Dinge online oder vor Ort zu tauschen, zu spenden oder zu verschenken:
Das Tauschen von Dingen macht nur Sinn, wenn du überhaupt etwas benötigst und wenn du dir vorstellen kannst, dich an gebrauchten Artikeln in Zukunft genauso zu erfreuen wie an Neukäufen. Es ist in jedem Fall besser für die Umwelt und kann Spaß machen, weil die aussortierten Dinge meist in gute Hände kommen. Bei den folgenden Online-Tauschbörsen bitte beachten, dass das Fotografieren und Hochladen von Artikeln immer auch Arbeit bedeutet. Guck einfach, ob du gerade die Energie dafür hast.
Tauschbörsen und Tausch-Communities im Internet
Tauschticket: Das Anbieten von Artikeln ist kostenfrei, der Empfänger eines Artikels übernimmt eine Tauschgebühr in Höhe von 0,49 €. Als Versender*in übernimmst du das Porto und erhältst für den Tausch Tickets, die du auf der Plattform wieder einlösen kannst. Im Katalog stöbern lohnt sich, weil die Auswahl groß und zum Teil kurios ist – Babyartikel, Bastelzubehör, Bücher, Delikatessen, Haushaltsgeräte, Kleidung, Seltenes, Zeitschriften und vieles mehr werden angeboten und getauscht.
Tauschgnom: Als virtuelle Tauschwährung gibt es auf dieser Seite Token. Das Tauschen ist kostenfrei, der Anbieter des Produkts übernimmt die Versandkosten. Es werden Artikel, wie z. B. Kleidung (besonders schlau: Karnevalskostüme), Hörspielkassetten, Gesellschaftsspiele, Bastel- und Kleinkram getauscht, aber zum Teil auch ausgeliehen. Es gibt auch Gruppen, in denen Wanderpakete rotieren, deren Inhalte von den Mitglieder*innen jeweils verändert und dann weitergeschickt werden. Über die Website lassen sich auch Mitgliedertreffen vor Ort organisieren.
Kleidertausch: Website, auf der Du Kleidertausch-Events in ganz Deutschland finden bzw. eintragen lassen kannst. Die Website bietet auch Checklisten, Vorlagen und Unterstützung für dich an, falls du (ggf. in Zusammenarbeit mit einer Organisation) eine solche Kleidertausch-Party veranstalten möchtest. Das ist eine Kleidertausch-Community, die sich gegen Fast Fashion einsetzt.
Tauschen vor Ort
Kleidertausch-Termine: Bei uns am Niederrhein organisiert zum Beispiel die ach so – Initiative für bewusstes Leben in Dinslaken mehrere solcher Termine im Jahr. Dabei kannst du bis zu 10 gut erhaltene Kleidungsstücke mitbringen und dir aus den angebotenen Kleidungsstücken einfach mitnehmen, was dir gefällt. Der Rest wird gespendet.
Privater Kleidertausch: Falls du ein paar Freund*innen zusammenbekommst, kannst du auch einen privaten kleinen Kleidertausch organisieren. Dazu bringt jede*r mit, was nicht mehr passt und beim geselligen Abend finden die meisten Teile ein neues Zuhause. Kleidertausch von Kinderkleidung wäre auch innerhalb der Kindergarten-Elternschaft denkbar. Es wäre gut, eine Veranstaltung dafür zu organisieren, anstatt im Kindergarten Wühlkisten aufzustellen, die Platz kosten und meist nicht zum Stöbern einladen.
Spendenmöglichkeiten im Internet
Spendenbügel: Falls du in der Lage bist, das Porto zu zahlen und mit deiner aussortierten Kleidung etwas Gutes tun willst, bist du bei diesem gemeinnützigen Secondhand-Onlineshop genau richtig. Einfach gewaschene, gut erhaltene Kleidung an diesen Verein in Wismar schicken. Das kleine Team von Spendenbügel e.V. bietet die Teile für günstige Preise in ihrem Onlineshop an. Das Beste ist, dass 90 % des Erlöses an Vereine aus Tierschutz, Umweltschutz, Jugend- & Altenhilfe gespendet wird.
Vostel: Registrierte Nutzer*innen können auf dieser Seite Sachspendengesuche von sozialen Organisationen einsehen. Es ist möglich, nach Ort zu filtern und dann konkrete Auskünfte zu bekommen, was gebraucht wird und an wen man sich wenden soll. Einige Organisationen holen die Spenden selbst ab oder zahlen sogar das Porto. Die Registrierung ist zwar ein Hindernis, aber wenn du viele Dinge aussortiert hast und sie in gute Hände geben möchtest, ist das eine gute Möglichkeit.
Spendenmöglichkeiten vor Ort
Altkleider-Container: Bei Kleiderspenden am besten darauf achten, welche Organisation den Container betreibt. Die bekannten Wohlfahrtsverbände (Deutsches Rotes Kreuz, Caritas, Diakonie, Heilsarmee oder AWO) geben die Spenden im Inland an Bedürftige weiter oder verkaufen sie für kleines Geld in ihren Sozialkaufhäusern. Bei kommerziellen Anbietern ist es schwer nachzuvollziehen, ob die Spenden nicht vielleicht doch ins Ausland verschifft werden, wo sie lokale Märkte und die Umwelt belasten.
Sozialkaufhäuser und Kleiderkammern: Die Kaufhäuser der Diakonie (KaDeDi) wurden 1984 vom Diakoniewerk in Duisburg gegründet. Inzwischen gibt es in Duisburg und am Niederrhein sieben Filialen, in denen gebrauchte Kleidung, Textilien, Geschirr, Kochutensilien, Deko-Artikel und Möbel gespendet bzw. günstig gekauft werden können. Solche Sozialkaufhäuser und Kleiderkammern sind eine gute Möglichkeit, aussortierte Dinge vor Ort loszuwerden und ihre Nutzungsdauer zu verlängern. Größere Mengen oder Möbelstücke können z. T. auch abgeholt werden.
Kost-Nix-Läden: Der Kost-Nix-Laden der Bürgerhilfe Dinslaken e.V. freut sich über gut erhaltene gebrauchsfähige Gegenstände, wie z. B. Kleidung, Sportkleingeräte, Lampen, Kosmetika (ausschließlich originalverpackt), Werkzeug, Malbücher und vieles mehr. Dieses Projekt der Bürgerhilfe zielt darauf ab, gebrauchte Gegenstände kostenlos und tauschfrei zur Verfügung zu stellen – unabhängig von finanziellen Möglichkeiten. Das ist schöner Laden, in denen Bedürftige bis zu fünf Gegenstände (bzw. einen hochwertigen Gegenstand) am Tag für den privaten Gebrauch mitnehmen dürfen. Vielleicht gibt es sowas auch in deiner Stadt?
Wunderfinder e.V.: Dieser Verein unterstützt in Dinslaken Obdachlose, Bedürftige, Alleinerziehende und Senior*innen in Altersarmut. Ehrenamtlich werden Kleider- und Sachspenden an Bedürftige verteilt – insbesondere warme Kleidung aber auch Equipment für die Straße (wie z. B. Schlafsäcke, Isomatten) werden immer gebraucht. Unpassende Kleidung wird über einen eBay for charity-Account versteigert.
Friedensdorf International: Das Friedensdorf International hilft kranken und verletzten Kindern aus Kriegs- und Krisengebieten und ermöglicht ihnen eine medizinische Behandlung in Europa. Du kannst diese wertvolle Arbeit unterstützen, indem du gut erhaltene Kleidung, Nachtwäsche, Wolldecken, Fahrräder, Kochtöpfe oder Spielsachen spendest (aber keine Bücher, Puzzles oder Gesellschaftsspiele, bitte Informationen zu Sachspenden auf der Website beachten). Die zentrale Abgabestelle ist in Dinslaken, Kleiderspenden können auch in Oberhausen abgegeben werden.
Kinderintensivstationen: Falls du die schönsten Bodies und Strampler deiner Kinder nicht selbst aufheben möchtest, frag doch mal bei den Kinderintensivstationen in deiner Umgebung nach, ob sie Kleiderspenden gebrauchen können. Hier zählt nicht Quantität, sondern Qualität – es ist für Eltern eines Neugeborenen, das in der Neonatologie versorgt werden muss, wirklich ein Geschenk, wenn es dort zum ersten Mal angezogen wird und etwas Schönes tragen darf.
Verschenken vor Ort
Kleinanzeigen: Wenn du die Energie hast, mit Interessent*innen zu kommunizieren, um die Abholung zu organisieren, stell deine aussortierten Sachen einfach zu verschenken bei (eBay) Kleinanzeigen rein. Überlege dir vorher, ob du einzelne Gegenstände bei Übernahme der Versandkosten auch verschicken würdest. Falls nicht, wähle bei Kleinanzeigen „kein Versand“ aus, um unnötige Anfragen zu vermeiden.
Öffentliche Bücherschränke: Gebrauchte Bücher kannst du guten Gewissens in öffentliche Bücherschränke stellen (am Rhein in Götterswickerhamm, in Voerde auf dem Marktplatz, in Dinslaken am Rotbach – es gibt sie zum Glück inzwischen überall). Achte nur darauf, dass es auch Bücher sind, die bestenfalls noch Anklang finden und in gutem Zustand sind.
Ich hoffe, dass die ersten beiden Teile dieser Reihe hilfreich für dich waren bzw. sind und du durch diesen Ausblick, deine Sachen in gute Hände geben zu können, noch motivierter bist, sie auszusortieren und aus dem Haus zu bekommen. Ich bin Sina und ich freue mich, wenn ich dich motivieren kann, deine Ordnungsziele anzugehen und aussortierte Dinge schnellstmöglich loszuwerden. Wenn du beim Loslassen der Dinge, die du nicht mehr benötigst, Unterstützung brauchst, melde dich gerne bei mir. Ich freue mich auf dich und dein Projekt.
Hier die Liste der genannten Plattformen und Websites. Das sind keine Empfehlungen, sondern nur Erwähnungen. Bitte recherchiere selbst, welche dir am ehesten zusagt:
https://www.diakoniewerk-duisburg.de/dienstleistungen-handwerk/kaufhaeuser-der-diakonie-kadedi/
https://buergerhilfe-dinslaken.de/projekt/kost-nix-laden.html
Blogbeitrag #14: Diese Techniken aus dem Mentaltraining für Sportler*innen helfen dir beim Schreiben
Ich habe mehrere Bücher zu Sportpsychologie und Mentaltraining im Hochleistungssport gelesen. Das Buch von Alexandra Albert und Susanne Droste hat mir besonders gut gefallen. Ich habe hier einzelne Methoden daraus aufs Schreiben abgewandelt. Probiere gerne aus, was dir beim Schreiben hilft.
Kurz vorab: Ich habe mehrere Bücher zu Sportpsychologie und Mentaltraining im Hochleistungssport gelesen. Das Buch von Alexandra Albert und Susanne Droste hat mir besonders gut gefallen (Albert und Droste 2022). Ich habe hier einzelne Methoden daraus abgewandelt; das Buch umfasst jedoch noch sehr viel mehr spannende Techniken – fundiert und gut verständlich. Eine große Empfehlung.
Motivation: Zum Schreiben brauchst du ein Ziel, insbesondere wenn dir das Schreiben schwerfällt. Da gibt es nichts, nimm bitte Stift und Papier in die Hand und schreibe auf, warum du promovierst oder was dir dein Buchprojekt bedeutet. Es sollte eine intrinsische Motivation sein, also nicht, weil deine Eltern das von dir erwarten. Was ist dein Ziel und warum möchtest du es erreichen? Was möchtest du im Anschluss damit machen? Welche Türen öffnen sich dadurch für dich?
Innerer Dialog: Offensichtlich solltest du nicht immer und rund um die Uhr Selbstgespräche führen, aber probiere gerne einmal aus, was es mit dir macht, dir gut zuzureden. Sprich dich immer in der Ich-Form an, vermeide Verneinungen, vermeide Formulierungen im Konjunktiv (Möglichkeitsform) und verwende aussagekräftige Adjektive, z. B. „Beim Schreiben konzentriere ich mich heute entschieden und bringe das Kapitel zielsicher zu Ende. Ich kann das.“
Visualisierung: Visualisiere zu Beginn deines Schreibtages einen Tag, an dem du besonders gut vorangekommen bist, an dem du kreative Einfälle hattest, dir die Strukturierung deines Textes sogar Spaß machte und dir das Schreiben leicht von der Hand ging. Visualisiere einmal, was du an dem Tag an Sinneseindrücken wahrgenommen hast. Erinnere dich daran, dass du das kannst, dass du in solch einen Schreibflow kommen kannst.
Die zweite Visualisierung ist sogar noch wichtiger: Male dir ganz genau aus, es zu schaffen. Wie fühlst du dich, wenn du dein Schreibprojekt zu Ende gebracht hast? Wie und mit wem feierst du? Was hörst, riechst und schmeckst du in dem Moment? Lass vor deinem inneren Auge einen realistischen Film entstehen, wie du es schaffst. Das hilft dir dabei, die Selbstzweifel kleinzuhalten.
Visualisierungen bitte immer im entspannten Zustand starten.
Das war jetzt nur ein kleiner Teaser für dieses Buch. Darin findest du noch mehr spannende Kapitel zu den Themen Entspannung (z.B. durch An- und Entspannungsübungen), Konzentration (inkl. Meditation zur Aufmerksamkeitslenkung und Achtsamkeitssteigerung) und Emotionsregulation.
Wenn du dir zum Anfang finden, Dranbleiben und Fertigschreiben, eine Sparringspartnerin wünschst, melde dich gerne bei mir. Ich bin Lektorin für Sach- und Fachtexte, Schreibcoach und Schreibkomplizin. Im kostenlosen Erstgespräch besprechen wir, was du brauchst und gehen das gemeinsam an. Ich freue mich auf dich und dein Projekt.
Albert, Alexandra, und Susanne Droste. 2022. Mentaltraining für Sportler: Mit neurowissenschaftlichen Strategien Emotionen steuern, Motivation und Konzentration fördern und Bestleistung erreichen. München: Riva.
Blogbeitrag #13: Es geht beim Ordnungschaffen nur darum, es dir leichter zu machen
Für mich geht es beim Ordnungschaffen darum, dass du anschließend eine Grundstruktur hast, mit der du dich in deinen Unterlagen, deinem Kleiderschrank oder in deinem gesamten Haushalt besser zurechtfindest. Das kann den Alltag sehr erleichtern, Kosten einsparen, weniger Stress und mehr Zeit für dich bedeuten.
Vorab: Wie ein ordentliches Zuhause am Ende aussieht, ist sehr individuell. Von ruhiger Optik mit geschlossenen Schränken bis hin zu offenen Regalen mit transparenten Boxen ist alles möglich. Manchen reicht es völlig, eine Schublade für Kabel zu haben, andere macht es glücklich, Dinge noch kleinteiliger in einheitliche Aufbewahrungsboxen mit Beschriftungen zu sortieren. Wichtiger als die Optik ist mir immer, dass das System zu dir und deinem Leben passt. Es sollte so einfach sein, dass du es in deinem vollen Alltag aufrechterhalten kannst. Warum eigentlich?
Für mich geht es beim Ordnungschaffen nur darum, dass du anschließend eine Grundstruktur hast, mit der du dich in deinen Unterlagen, deinem Kleiderschrank oder in deinem gesamten Haushalt besser zurechtfindest. Das kann den Alltag sehr erleichtern, Kosten einsparen, weniger Stress und mehr Zeit für dich bedeuten.
Hier ein paar Beispiele:
Wenn deine medizinischen Unterlagen gescannt und sinnvoll abgelegt sind, dann fällt es dir im Pflege-Alltag hoffentlich leichter, Widerspruch-Schreiben zu verfassen – an Krankenkasse, Versorgungsamt oder Medizinischen Dienst.
Wenn deine Abschluss- und Arbeitszeugnisse gut sortiert sind, dann bist du vielleicht motivierter und kannst schneller reagieren, wenn du eine interessante Stellenanzeige siehst, auf die du dich bewerben möchtest.
Wenn alles einen festen Platz hat, dann behältst du den Überblick über deinen Besitz und kaufst seltener aus Versehen Dinge, die du schon zuhause hast.
Wenn alles einen festen Platz hat, dann findest du Dinge leichter wieder. Das ist ein wichtiger Punkt, denn Dinge nicht wiederzufinden verursacht Stress und Kosten, wenn du etwas nachkaufen musst, weil du vergessen hast, dass du es bereits hast oder es nicht findest.
Wenn du deinen Besitz reduzierst und nur behältst, was dir gefällt, dann gelingt es dir vielleicht, die Dinge, die bleiben dürfen, mehr wertzuschätzen und in Zukunft weniger zu kaufen. Es könnte sein, dass du in Zukunft weniger, aber dafür bewusster kaufst. Es könnte sein, dass du dadurch Geld sparst und dich mit Finanzen beschäftigen möchtest. (Ja, auch das kann jede*r lernen und schaffen.)
Wenn alles einen festen Platz hat, dann kannst du in kürzester Zeit aufräumen. Das ist vielleicht der angenehmste Aspekt. Es muss absolut nicht immer aufgeräumt sein, aber zu wissen, dass 15 Minuten ausreichen würden, um alles wieder ordentlich zu haben, hat etwas sehr Beruhigendes.
Wenn du jederzeit in kürzester Zeit aufräumen kannst, dann fällt es dir vielleicht leichter, Gäste einzuladen oder spontanen Besuch überhaupt ins Haus zu lassen.
Wenn du weniger Zeit mit Aufräumen verbringen musst, hast du mehr Zeit, die du hoffentlich für dich nutzen kannst: Kurz durchatmen, endlich mal ein Buch lesen, deine nächste Weiterbildung planen, von der nächsten Reise träumen oder mal die Füße hochlegen.
Und klar, ein ordentliches Zuhause muss nicht immer aufgeräumt sein; es darf dort auch gelebt und gespielt und mal etwas liegen gelassen werden. Und klar, ein ordentliches Zuhause muss nicht minimalistisch sein; es darf auch bis unter die Decke voll mit Lieblingsstücken sein. Hauptsache du findest deine Sachen, fühlst dich seltener überfordert und bist handlungsfähig, insbesondere wenn Papierkram anfällt.
Als Ordnungsexpertin helfe ich dir dabei, Struktur in deine Dokumentenablage zu bekommen. Als Lektorin optimiere ich gerne deine Bewerbungsunterlagen und als pflegende Mutter unterstütze ich dich gerne bei Widerspruch-Schreiben aller Art. Melde dich für ein kostenfreies Erstgespräch und wir machen einen Plan, was dir den Alltag leichter machen würde.
Blogbeitrag #12: Free Writing ist besonders toll auf Papier, aber es gibt auch Apps dafür
Falls du deine sogenannten Morning Pages mal nicht mit Stift und Papier schreiben möchtest oder beim Free Writing mehr Abwechslung, Spaß oder Nervenkitzel brauchst, könnten die folgenden Free Writing-Apps etwas für dich sein:
Kurze Erinnerung: Free Writing ist fabelhaft.
Morgens einfach draufloszuschreiben, für 3 Seiten oder 10 Minuten oder eine Stunde, hilft nicht nur Menschen, die beruflich oder privat schreiben wollen; freies Schreiben hilft auch Menschen, die Schwierigkeiten haben, sich zu fokussieren, Menschen, die ein geringes Selbstbewusstsein haben und Menschen, die Neues ausprobieren und sich kreativ ausleben wollen (siehe Blogbeitrag #1).
Falls du deine sogenannten Morning Pages mal nicht mit Stift und Papier schreiben möchtest oder beim Free Writing mehr Abwechslung, Spaß oder Nervenkitzel brauchst, könnten die folgenden Free Writing-Apps etwas für dich sein:
Written? Kitten! Diese Open Source-App ist sehr einfach gehalten: Du kannst zwischen Kätzchen, Welpen und Kaninchen auswählen und wirst dann – je nachdem, welche Option du auswählst – nach 100, 200, 500 oder 1000 geschriebenen Wörtern mit einem neuen Tierbaby-Foto belohnt. Du könntest dir also vornehmen, jeden Morgen einen Text in diese Maske zu tippen, bis ein Kätzchen erscheint.
Write or Die: Diese App gibt es leider nicht mehr; ich erwähne sie trotzdem, weil viele ehemalige Nutzer*innen sie sehr vermissen (Smith 2024). Sie wurde entwickelt, um Schreibblockaden entgegenzuwirken. Bei der App wurde man gezwungen, immer „nach vorne“ zu schreiben. Zum Beispiel war es möglich, die Backspace-Taste zum Löschen und Korrigieren von bereits getippten Texten zu deaktivieren (perfekt gegen Perfektionismus!) oder sich das Speichern des eigenen Textes nur nach Erreichen des selbst gesetzten Schreibziels zu erlauben. Es gibt sehr viele Apps und Websites, die angeben, der Nachfolger von Write or Die oder zumindest von dieser beliebten App inspiriert zu sein. Die folgenden kommen ihr zumindest nahe.
Free Flow Writing App: Bei dieser simplen App kannst du folgendes auswählen: (1.) Du legst die Anzahl der Minuten fest, die du am Stück geschrieben haben musst, bevor oben rechts ein Button erscheint, um den Text zu kopieren und an anderer Stelle speichern zu können; Vorsicht: Wenn du länger als 10 Sekunden pausiert, verlierst du deinen Text. (2.) Du kannst die Backspace-Taste zum Zurückgehen und die Taste zum Löschen (Entf) deaktivieren, um dir deinen Perfektionismus abzugewöhnen und bestenfalls einfach draufloszuschreiben, (3.) Du kannst entscheiden, ob dir eher ein heller oder ein dunkler Voll-Bildschirm zusagt. Leider konnte ich nicht herausfinden, wie diese App mit Nutzerdaten umgeht.
The Most Dangerous Writing App: Der Software-Ingenieur Manuel Ebert hat diese App entwickelt und im Jahr 2016 der Allgemeinheit als Open source-Software zur Verfügung gestellt. Das KI-Schreibtool Squibler hat sie jedoch im Jahr 2019 aufgekauft. Um diese Free Writing-App zu nutzen, ist jedoch kein Squibler-Account notwendig. Einfach die gewünschte Dauer (3 / 5 / 10 / 15 / 20 / 30 oder 60 Minuten) oder Anzahl der Wörter (150 / 250 / 500 / 750 oder 1667 Wörter) auswählen und auf “Start Writing” klicken. Du kannst dein Geschriebenes nur speichern, wenn du dein Ziel erreichst. Sobald du für mehrere Sekunden pausierst, verschwindet dein Text. Ich konnte leider nicht herausfinden, was mit den geschriebenen Texten passiert, die in diese App eingetippt werden und – aufgrund von Pausen – wieder verschwinden. Da die App inzwischen zu einem KI-Schreibtool gehört, empfehle ich, sie eher zum Spaß mal auszuprobieren und solchen Apps nicht eigene Plot-Ideen anzuvertrauen.
Flowstate ($9,99, jedoch nur für Mac): Das Wichtigste zuerst, die Entwickler dieser App sammeln keine Daten. Das bedeutet, sowohl eingetippte als auch verschwindende Texte werden nicht genutzt. Ansonsten ist das Prinzip ähnlich: Du gibst am Anfang der sogenannten Flow Session an, ob du für 5, 15, oder 30 Minuten frei schreiben möchtest. Sobald du begonnen hast, darfst du nicht mehr stoppen, denn nach 5 Sekunden verschwindet dein Text.
Cold Turkey Writer: Nicht nur hilfreich fürs freie Schreiben am Morgen: Die Cold Turkey-Produkte (Writer, Blocker und Micromanager, einmalig 12,99 €, 39 € bzw. 17,99 €) verwandeln deinen Laptop in eine simple Schreibmaschine, bis du deine gewünschte Schreibzeit oder Anzahl von Wörtern erreicht hast. Du kannst während deiner Schreibzeit ausgewählte Apps oder Websites oder das gesamte Internet blockieren, um Ablenkungen vorzubeugen. Wichtig: Auch diese App sammelt explizit keine Nutzerdaten und deine Texte werden nicht online gespeichert.
Es gibt darüber hinaus noch unzählige weitere Schreib-Apps, die zum regelmäßigen Schreiben motivieren wollen, entweder indem sie wie ein Computerspiel konzipiert sind (z. B. kannst du bei 4thewords durch dein Schreiben gegen Monster kämpfen) oder indem sie mit einer reizarmen, cleanen Bildschirmoberfläche zum Schreiben ohne Ablenkungen einladen (z. B. verschwindet bei Simply Write sogar das bereits Geschriebene kontinuierlich aus dem Sichtfeld).
Wenn du trotz täglicher Free Writing-Routine und all diesen Apps Schwierigkeiten hast, in einen guten Schreibflow zu kommen, melde dich gerne bei mir. Ich bin Sina und freue mich, dich als Freie Lektorin (AdM) und Schreibcoach bei deinem Schreibprojekt unterstützen zu können.
4thewords (https://4thewords.com/)
Cold Turkey Writer (https://getcoldturkey.com/)
Flowstate (https://apps.apple.com/us/app/flowstate/id1051600144?mt=12)
Free Flow Writing App (https://flowwriting.app/)
Simply Write (https://simplywrite.online/)
Smith, Jane. 2024. „The Quiet Farewell of Write Or Die: Remembering a Digital Writing Companion“. https://medium.com/@janesmithwrites/the-quiet-farewell-of-write-or-die-remembering-a-digital-writing-companion-f95b5e690a37.
The Most Dangerous Writing App (https://www.squibler.io/dangerous-writing-prompt-app)
Written? Kitten! (https://writtenkitten.co/)
Blogbeitrag #11: So wirst du deine aussortierten Dinge los – Teil 1: Verkaufen
Wundervoll, du hast aussortiert! Wie es jetzt mit deinen aussortierten Dingen weitergeht, hängt vor allem von deinen Ressourcen ab.
Wundervoll, du hast aussortiert!
Wie es jetzt mit deinen aussortierten Dingen weitergeht, hängt vor allem von deinen Ressourcen ab: Von deinem Platz, von deiner Zeit und deinen Energiereserven. Hast du den Platz, um die Sachen in Kartons in deinem Wohnraum, auf dem Dachboden oder in einem trockenen (!) Keller aufzubewahren, um sie in Ruhe zu verkaufen? Falls ja, wieviel Platz möchtest du dafür verwenden? Und für wie lange? Hast du die Zeit, dich darum zu kümmern, Menschen zu finden, die diese Dinge noch gebrauchen können? Wenn ja, wie viel Zeit möchtest du dafür einplanen? Hast du die Energie, für einzelne Spenden oder Verkäufe mit anderen zu kommunizieren, Termine auszumachen und Übergaben zu organisieren, die ggf. dann doch nicht zustande kommen?
Wenn du die vorherigen Fragen für dich klar beantworten kannst, entscheide dich, ob du deine aussortierten Dinge verkaufen, tauschen, spenden / verschenken oder entsorgen möchtest.
Du hast die folgenden Möglichkeiten, um deine aussortierten Dinge online oder vor Ort zu verkaufen:
Re-Commerce- / Gebrauchtwaren-Handelsunternehmen
Ein Vorteil beim Verkauf an Re-Commerce-Handelsunternehmen ist, dass du – je nachdem wie gefragt deine Produkte sind – eine große Menge auf einmal in ein Paket packen und (je nach Anbieter) kostenfrei versenden kannst. Damit schaffst du die Sachen schnell aus dem Haus und sparst dir viel Zeit, weil du dich nicht selbst um Produktfotos / -beschreibungen und Kundenkommunikation kümmern musst. Ja, das Scannen, Verpacken und Versenden ist auch aufwendig, aber immerhin haben die meisten Anbieter inzwischen eigene Apps, mit denen du Barcodes oder ISBN einfach einscannen und so Produkte schnell finden und in deine Verkaufsbox legen kannst. Die Nachteile sind, dass die Ankaufspreise in der Regel geringer sind als bei einem Verkauf an Privat und dass verständlicherweise nur angekauft wird, was gerade auf dem Markt gefragt ist.
Hier sind drei solcher Unternehmen mit Produkten, die sie ankaufen:
Momox: Medien (Bücher, CDs / Vinyl, DVDs / Blu-rays, Software / Videospiele) und Kleidung (Damen- / Herren- / Kinderkleidung) – kostenloser Versand ab einem Mindestankaufswert von 10 €
Rebuy: Elektronik (Handys, Tablets, Konsolen, Kameras, Wearables, wie z. B. Smartwatches oder Fitness Tracker) und Medien (Bücher, CDs / Vinyl, DVDs / Blu-rays, Videospiele) – kostenloser Versand, kein Mindestankaufswert
ZOXS: Elektronik (MP3-Player, Kopfhörer, Handys, Tablets, Konsolen, Kameras, Wearables, Laptops, Computer und Zubehör), Medien (Bücher, CDs, DVDs / Blu-rays, Videospiele), Spielzeug (Lego, Playmobil, Duplo, Gesellschaftsspiele, etc.), Produkte aus Haus & Garten (Wisch- / Saugroboter, Staubsauger, Küchengeräte, Haarstyling-Zubehör, Werkzeuge) – kostenloser Versand ab 50 € Verkaufswert
Tipp 1: Wenn du viele Medien loswerden möchtest, lohnt es sich ggf. die Ankaufspreise der Re-Commerce-Plattformen zu vergleichen (z. B. auf recyclingmonster.de), Nachteil: Hier müssen ISBN oder EAN händisch eingegeben werden.
Tipp 2: Bitte immer die Ankaufskriterien bzgl. der Produktqualität beachten und einhalten (sonst wird nach deren Prüfung weniger bezahlt als der vereinbarte Ankaufspreis).
Tipp 3: Bei diesen An- und Verkaufsplattformen bitte standhaft bleiben, dass du eine Auszahlung und keine Gutschrift für die jeweilige Plattform möchtest (diese Frage kommt jedes Mal, gerne in Kombination mit Lockangeboten).
Online-Flohmärkte / Secondhand-Online-Marktplätze
Wenn du deine aussortierten Dinge selbst verkaufen möchtest, um etwas mehr Geld damit zu verdienen, bieten sich einige Online-Flohmärkte an. Das bedeutet deutlich mehr Arbeit und kostet zum Teil auch einige Nerven. Überlege dir, ob du dafür gerade Energie aufbringen möchtest.
Hier sind drei solcher Online-Flohmärkte mit Produkten, die du dort anbieten darfst: Kleinanzeigen / früher eBay Kleinanzeigen (nahezu alles), Vinted (inzwischen nicht nur Kleidung und Schuhe, sondern auch Wohnaccessoires, Werkzeuge, Elektronik und Sportartikel), Mädchenflohmarkt (Kleidung, Schuhe, Taschen, Accessoires, Schmuck).
Tipp 1: Auf diesen Online-Marktplätzen ist es empfehlenswert, nur qualitativ hochwertige Produkte oder größere Sets anzubieten, weil sich für eine einzelne Kinderjeans für 1 € der Aufwand einfach nicht lohnt.
Tipp 2: Gib dir gerne etwas Mühe, schöne Fotos zu machen. Dann gelingen Verkäufe zu etwas höheren Preisen – und du wirst die Sachen bestenfalls auch schneller los.
Tipp 3: Auf solchen Plattformen bitte keine Tragefotos hochladen, nicht von dir und schon gar nicht von deinen Kindern; im Jahr 2025 wurde bekannt, dass solche Tragebilder im großen Stil in einem Telegram-Kanal hochgeladen wurden. Daher bitte vorsichtig sein.
Möglichkeiten vor Ort
Flohmärkte: Da muss man natürlich Typ für sein, aber ein eigener Flohmarktstand kann Spaß machen und sich lohnen. Viele Kindergärten richten regelmäßig familiäre Kinderflohmärkte mit Fahrzeugbörsen aus. In Dortmund, Düsseldorf, Osnabrück und einigen anderen Städten finden regelmäßig Nachtflohmärkte statt. Bei uns am Niederrhein organisiert die Buchhandlung Lesezeit in Voerde regelmäßig einen „Flohmarkt der Eitelkeiten“ für Frauen - mit Kaffee und Kuchen im dazugehörigen Buchcafé. Mach dich schlau, welche Flohmärkte es bei dir gibt, leih dir einen Tapeziertisch, denk an Münzgeld und werde so viel wie möglich los.
Gebrauchtwarenläden vor Ort: Klassische Secondhand-Shops für Kleidung zahlen entweder direkt in Bar oder beteiligen dich an dem Gewinn sobald deine Teile verkauft wurden. Viele kleinere Schallplattenläden kaufen gut erhaltene Schallplatten von privat an. In Dortmund, Münster, Duisburg, Essen und Köln gibt es Filialen des Gebrauchtwaren-Handelsunternehmens ändra für den An- und Verkauf von Unterhaltungsmedien (CDs / Vinyl, DVDs / Blu-rays, Videospiele) vor Ort.
Regalläden: In Wesel gibt es z. B. das REGALokal, in dem du ein Regalfach (ca. 50x 80 cm) wöchentlich mieten und selbst gestalten kannst. Etikettendruck und Verkauf übernimmt das Ladenpersonal, weswegen bei Verkauf eine kleine Servicepauschale fällig wird. Je länger die Mietzeit, desto günstiger wird der wöchentliche Mietpreis. Das ist auch ein schöner Weg, um aussortierte Dinge, mit geringem Aufwand lokal loszuwerden.
Ich bin Sina und ich freue mich, wenn ich dich motivieren kann, deine Ordnungsziele anzugehen und aussortierte Dinge schnellstmöglich loszuwerden. Wenn du beim Loslassen der Dinge, die du nicht mehr benötigst, Unterstützung brauchst, melde dich gerne bei mir. Ich freue mich auf dich und dein Projekt.
Hier die Liste der genannten Plattformen. Das sind keine Empfehlungen, sondern nur Erwähnungen. Bitte recherchiere selbst, welche dir am ehesten zusagt:
https://www.recyclingmonster.de/
https://www.maedchenflohmarkt.de/
https://buchhandlung-lesezeit.buchhandlung.de/ (Voerde)
https://xn--cd-andr-cxa.de/index.php (Dortmund, Münster, Duisburg, Essen und Köln)
https://www.regalokal.de/ (Wesel)
Blogbeitrag #10: Warum du die Fehler in deinem Text nicht (mehr) siehst und was du dagegen tun kannst.
Lesen und Korrekturlesen sind zwei sehr unterschiedliche Aufgaben. Beim Lesen scannst du den vorliegenden Text, um den Inhalt zu erfassen. Beim finalen Korrekturlesen geht es aber darum, einen Text auf sprachliche Korrektheit zu überprüfen – jeden Satz und jedes Wort. Beim Korrigieren gilt daher, einzelne Wörter zu überprüfen und Sätze zu Ende zu lesen, selbst wenn einem der Kontext bereits klar ist.
Lesen und Korrekturlesen sind zwei sehr unterschiedliche Aufgaben.
Beim Lesen scannst du den vorliegenden Text, um den Inhalt zu erfassen. Ohne es zu merken, machst du dabei permanent ruckartige Augenbewegungen (Sakkaden), die nur für kurze Pausen an bestimmten Haltepunkten (Fixationen) unterbrochen werden, um Informationen aufzunehmen (Funke 2006; Rayner 1998). Durch diese Blickbewegungen während des Lesens erfasst dein Gehirn logischerweise nicht jeden Buchstaben, sondern gerade genug Informationen, um den Text zu verstehen.
Beim finalen Korrekturlesen geht es aber darum, einen Text auf sprachliche Korrektheit (Rechtschreibung, Grammatik, Zeichensetzung) zu überprüfen – jeden Satz und jedes Wort. Beim Korrigieren gilt daher, einzelne Wörter zu überprüfen und Sätze zu Ende zu lesen, selbst wenn einem der Kontext bereits klar ist.
Warum du die Fehler in deinem Text nicht (mehr) siehst und was du dagegen tun kannst.
Du kennst deinen Text zu gut, vielleicht sogar auswendig. Du weißt, was in jeder einzelnen Textpassage steht, und kannst einzelne Sätze in deinem Manuskript aus dem Gedächtnis vervollständigen. Vielleicht liest du auch, was du schreiben wolltest, und übersiehst dabei, was du geschrieben hast.
Dir fällt es schwer, bei der Überarbeitung des Textes von Makro- auf Mikro-Ebene zu wechseln. Vielleicht hast du direkt vorher den logischen Aufbau des gesamten Textes, die Argumentation einzelner Kapitel oder die Gestaltung der Absätze geprüft, und hast nun Schwierigkeiten dabei, auf Fehler in einzelnen Sätzen und Wörtern zu achten.
Du erwartest keine Fehler mehr. Du hast den Text während der inhaltlichen Überarbeitung schon so viele Male gelesen, dass du dir gar nicht vorstellen kannst, dass darin überhaupt noch Fehler enthalten sein könnten.
Es folgen sieben Tipps, wie das Korrekturlesen eigener Texte dennoch gelingen kann:
Dein Text und Du, ihr braucht Abstand. Es hilft, zwischen dem Schreiben und dem Korrekturlesen Zeit verstreichen zu lassen (wenn möglich, mehrere Tage). Am besten wäre es, wenn du in dieser Pause den Kopf freibekommen könntest. Egal, ob Joggen, ein Koch- oder Spieleabend mit Freunden oder Binge-Watching deiner Lieblingsserie – mach etwas völlig anderes und versuche, den Text zu vergessen.
Nutze die Word-Rechtschreibprüfung, aber genieße sie mit Vorsicht. Lass zu Beginn gerne einmal die automatisierte Fehlersuche laufen, aber vertraue bitte nicht darauf, dass sie korrekt oder vollständig ist. Damit lassen sich grobe Fehler wie unvollständige Sätze gut finden, aber viele Vorschläge sind schlichtweg nicht korrekt. Sie hilft zum Beispiel auch nicht dabei, uneinheitliche Schreibweisen aufzuspüren, dafür muss man seinen Blick schärfen und sich sehr gut konzentrieren können.
Nutze unbedingt die Suchfunktion in Word (Strg F). So kannst du doppelte Leerzeichen und andere Fehler, die du häufiger machst, aktiv suchen und ersetzen.
Lies dir den Text laut vor. Da du beim Vorlesen etwas langsamer bist und kein Wort überspringen kannst, fallen dir dabei noch eher holprige Formulierungen, Redundanzen und zu verschachtelte Sätze auf. Wenn du den Text nicht selbst vorlesen möchtest oder kannst, nutze die Vorlesefunktion in Word (Alt + Strg + Leertaste).
Lies den Text rückwärts. Das geht offensichtlich nur bei kürzeren Texten, aber wenn du jedes Wort einzeln liest (vom Satzende bis zum Satzanfang), überspringt dein Gehirn definitiv keine Wörter und du kannst jedes Wort einzeln prüfen. Diese Methode eignet sich zur Rechtschreibprüfung von kurzen Texten, wie z.B. Flyern oder Broschüren, bei denen der erste Eindruck besonders wichtig ist.
Verändere das Erscheinungsbild deines Textes. Ein solcher Verfremdungseffekt kann durch eine ungewohnte Schriftart, eine neue Schriftgröße, eine andere Hintergrundfarbe (in Word: Entwurf > Seitenfarbe) oder das Hineinzoomen in den Text kreiert werden. Das kann dabei helfen, Abstand zu schaffen und deinem Gehirn glaubhaft zu machen, dass es den Text zumindest in dieser Form noch nicht gesehen hat.
Verändere das Setting. Lies den Text in ausgedruckter Form in einem anderen Raum als sonst. Entspannt auf dem Balkon oder kuschelig auf dem Sofa. Vielleicht fallen dir durch den Ausdruck und einen solchen Ortswechsel doch noch Rechtschreib-, Grammatik-, Zeichen- oder Formatierungsfehler auf, die dir in all den Wochen am Bildschirm verborgen geblieben sind.
Wenn das alles nicht hilft, dann hol dir Unterstützung. Bitte deine Schreibgruppe, deinen Freundes- und Familienkreis um Hilfe beim Korrekturlesen. Außenstehende sehen mehr Fehler, weil sie unvoreingenommen sind, keine persönliche Bindung zu dem Text haben und bestenfalls auch Fehler erwarten. Wenn es ein wichtiges Manuskript ist, beauftrage gerne ein professionelles Lektorat oder Korrektorat. Bei der Wahl einer passenden Lektorin oder eines passenden Lektors achte darauf, ob Weiterbildungen von seriösen Anbietern (VFLL oder ADM) vorliegen und ob Erfahrungen für das jeweilige Genre vorhanden sind.
Ich biete Lektorat und Korrektorat für wissenschaftliche Arbeiten, Ratgeber, Sach- und Fachtexte an und freue mich auf deine Anfrage.
Funke, Joachim. 2006. „Wenn Blicke sprechen - Universität Heidelberg“. (1/2006). https://www.uni-heidelberg.de/presse/ruca/ruca06-1/wenn.html.
Rayner, Keith. 1998. „Eye Movements in Reading and Information Processing: 20 Years of Research.“ Psychological Bulletin 124(3):372–422. doi:10.1037/0033-2909.124.3.372.
Blogbeitrag #9: Es gibt viele gute Gründe, Dinge (selbst) zu reparieren
Das Wichtigste zuerst: Wenn du etwas selbst reparierst, geht es nicht darum, es perfekt zu können. Du musst kein Elektriker oder Klempner sein oder werden und keine Nähmaschine bedienen können. Es geht nicht darum, den Gegenstand in seinen ursprünglichen Neuzustand zurückzubringen. Es geht vielmehr darum, die Nutzungsdauer deiner Sachen zu verlängern (bis es halt wirklich nicht mehr geht).
Das Wichtigste zuerst: Wenn du etwas selbst reparierst, geht es nicht darum, es perfekt zu können. Du musst kein Elektriker oder Klempner sein oder werden und keine Nähmaschine bedienen können. Es geht nicht darum, den Gegenstand in seinen ursprünglichen Neuzustand zurückzubringen. Es geht vielmehr darum, die Nutzungsdauer deiner Sachen zu verlängern (bis es halt wirklich nicht mehr geht).
Du musst nicht alles selbst reparieren können. Wenn du etwas nicht kannst oder keine Zeit hast, es zu lernen, frag doch zuerst in deinem Freundeskreis nach, ob jemand die notwendigen Fertigkeiten hat. Das hat den schönen Nebeneffekt, es in deinem Freundeskreis zu normalisieren, Dinge zu reparieren. Wenn von deinen Freunden niemand aushelfen kann, besuch doch mal ein sogenanntes Repair Café, wo dir Fachleute ehrenamtlich zur Seite stehen. Solche Angebote gibt es inzwischen sogar in kleineren Städten. Sofern es das in deinem Ort noch gibt, kannst du Schuhe auch gerne zum Schuster bringen, Kleidung in eine Schneiderei geben und einige technische Geräte vor Ort reparieren lassen. Das ist dann nicht selbst repariert, aber immer noch gut für die Umwelt.
Es gibt viele gute Gründe, warum ich dich dazu ermutigen möchte, Dinge (selbst) zu reparieren.
Nützliches Wissen: Wenn du neue Dinge ausprobierst und dir zutraust, etwas selbst zu reparieren, eignest du dir in jedem Fall nützliches Wissen an. Man muss nicht gleich Selbstversorger sein, Prepper werden oder in der Wildnis überleben können, aber Dinge selbst reparieren zu können, bedeutet schon ein gewisses Maß an Unabhängigkeit. Vielleicht kannst du mit deinem neuen Wissen mal jemandem in deinem Freundes- oder Familienkreis weiterhelfen. Ein Geben und Nehmen quasi.
Wertvolles Erfolgserlebnis: Falls du schon mal Kleidung selbst ausgebessert hast, einen WC-Spülkasten selbst wieder zum Laufen gebracht hast oder dich selbst um die Instandhaltung deines Fahrrads kümmern kannst, kennst du vielleicht die Zufriedenheit, die ein solches Erfolgserlebnis mit sich bringt. Solche Reparaturen bieten die Möglichkeit, durch eigene Arbeit ein tolles Ergebnis in deinen Händen zu halten.
Wichtige Umweltaspekte: Ja, es macht Sinn, einen neuen, energiesparenden Kühlschrank oder eine neue Waschmaschine zu kaufen, anstatt ältere Modelle durch Reparaturen auf dem Markt zu halten. Bei den meisten Gegenständen ist es aber sinnvoll und ressourcensparend, sie erstmal zu reparieren. Sich anzugewöhnen, Dinge erstmal zu reparieren und ihre Nutzungsdauer zu verlängern, kann auch insgesamt zu einem umweltbewussteren Konsum anregen.
Finanzielle Vorteile: Die Lebensdauer seiner eigenen Sachen zu verlängern und sich vor allem daran zu gewöhnen, reparierte Dinge zu tragen und weiter zu benutzen, kann einige vorschnelle Neukäufe verhindern. Vielleicht ändert es auch dein Kaufverhalten hin zu reparierbaren Produkten oder zu besserer Qualität. Selbst Dinge zu reparieren kann auch dazu anregen, sich damit auseinanderzusetzen, wofür man sein Geld ausgibt, was man zum Leben braucht und was einen zufrieden macht.
Größere Wertschätzung: Wenn du etwas reparierst, entscheidest du dich für diesen Gegenstand und erstmal gegen einen Neukauf. Du steckst etwas Zeit und Arbeit hinein, du kümmerst dich. Vielleicht wirst du den Gegenstand in Zukunft noch besser hegen und pflegen, damit er nicht so bald wieder kaputt geht. Es könnte ein Ziel sein, seinen eigenen Gegenständen (wieder) mehr Wertschätzung gegenüber zu bringen, nicht alles für austauschbar zu halten, zufriedener zu sein.
Wenn du in deinem Zuhause Ordnung schaffen möchtest und dir dabei Unterstützung von jemandem wünschst, der absolut respektvoll mit deinen Dingen umgeht, melde dich gerne bei mir. Ich freue mich auf dich und dein Projekt.
Blogbeitrag #8: Hast du alles, was du zum Schreiben brauchst?
Damit meine ich nicht, ob du das Selbstbewusstsein, Durchhaltevermögen oder „Zeug“ dazu hast, eine Dissertation oder ein Buch zu schreiben. Ich meine damit: Hast du alles, was du brauchst, um beim Schreiben gesund zu bleiben und dich so wohlzufühlen, um dranzubleiben?
Damit meine ich nicht, ob du das Selbstbewusstsein, Durchhaltevermögen oder „Zeug“ dazu hast, eine Dissertation oder ein Buch zu schreiben. Ich meine damit: Hast du alles, was du brauchst, um beim Schreiben gesund zu bleiben und dich so wohlzufühlen, um dranzubleiben? (Du darfst es dir beim Schreiben auch wirklich gut gehen lassen, besonders wenn dir das Schreiben schwerfällt.)
Egal, was und warum du viel schreibst, versuch bitte deine Schreibarbeit so zu gestalten, dass deine physische und psychische Gesundheit sowie dein Wohlbefinden nicht gefährdet werden. In etwas sperrig spricht das Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) hier von einer „menschengerechten Gestaltung von Arbeit“ (§ 2 Absatz 1 ArbSchG) (DGUV 2025). Versuch gerne, für dich Schreibbedingungen und eine Arbeitsumgebung zu schaffen, die deine Gesundheit schützen, deine Produktivität erhalten und deine Arbeitszufriedenheit bestenfalls steigern.
Hast du die notwendige Ausstattung? Das Offensichtliche zuerst: Zum Schreiben und Sichern deiner Daten brauchst du einen voll funktionstüchtigen Laptop, gerne einen großen Monitor, gerne eine Tastatur und eine Computermaus, wenn möglich, alles in ergonomischer Ausführung. Um Rückenbeschwerden vorzubeugen ist ein Bürostuhl notwendig und ein höhenverstellbarer Schreibtisch sinnvoll (nein, das Foto vom Cover ist kein geeigneter Arbeitsplatz zum Schreiben). Um die Belastung der Augen so gering wie möglich zu halten ist die Größe des Schreibtisches relevant, um genügend Abstand zum Monitor halten zu können.
Machst du genug Pausen? Wenn dich das nicht zu sehr aus der Konzentration rausholt, versuche gerne, öfter kurze Pausen zu machen: Zur Küche laufen, einen Kaffee in der Sonne trinken, sich über Wochenend- und Urlaubspläne austauschen, mal mit dem Kopf ganz woanders sein.
Hast du genug Bewegung? Einmal durchstrecken, die Schultern nach hinten kreisen lassen, kurz spazieren (gerne 7.000 Schritte) oder sogar joggen gehen – Bewegung ist nicht nur ein wichtiger Ausgleich zu all dem Sitzen, Bewegung reduziert Stress und sorgt dafür, dass du wieder mehr Energie hast, um dich zu konzentrieren und kreative Ideen zu entwickeln (Ding et. al. 2025).
Hast du ausreichend soziale Kontakte? Viele schreiben allein zuhause. Um dich weniger allein zu fühlen, versuche doch dir ab und zu (Mittags-)Pausen in Gesellschaft zu ermöglichen, egal ob digital oder analog. Raum und Zeit für Austausch und Kontakt zu Kolleg*innen und / oder Vorgesetzt*innen sind sonst wichtiger Bestandteil einer „menschengerechten Gestaltung von Arbeit“.
Gibt es etwas, was dir persönlich das Schreiben angenehmer macht? Beim Schreiben ist es noch wichtiger als bei vielen anderen Jobs, dass es dir gut geht. Überlege selbst, was dir das Schreiben besser machen könnte. Je nach Jahreszeit könnte hier selbstgemachter Eistee im Kühlschrank, eine Wärmflasche unter den Füßen oder eine Belohnung am Ende deiner Schreibwoche den Unterschied machen.
Wenn du alles hast, was du zum Schreiben brauchst, aber dir trotzdem die Motivation oder der Mut fehlt, schreib mich gerne an. Im Schreibcoaching gehen wir dem Problem auf den Grund und versuchen gemeinsam einen Plan zu machen, wie du deine Dissertation oder dein Buchprojekt dennoch fertig bekommst.
Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung e.V. (DGUV). 2025. „Mensch und Arbeitsplatz − Wegweiser ergonomische Arbeitsgestaltung“. https://publikationen.dguv.de/widgets/pdf/download/article/5025.
Ding, Ding, Binh Nguyen, Tracy Nau, Mengyun Luo, Borja del Pozo Cruz, Paddy C. Dempsey, Zachary Munn, Barbara J. Jefferis, Cathie Sherrington, Elizabeth A. Calleja, Kar Hau Chong, Rochelle Davis, Monique E. Francois, Anne Tiedemann, Stuart J. H. Biddle, Anthony Okely, Adrian Bauman, Ulf Ekelund, Philip Clare, und Katherine Owen. 2025. „Daily Steps and Health Outcomes in Adults: A Systematic Review and Dose-Response Meta-Analysis“. The Lancet Public Health 10(8): e668–81. doi:10.1016/S2468-2667(25)00164-1.
Blogbeitrag #7: Wann und wie kannst du dich am besten konzentrieren?
Ich habe für dich leider keine “Fünf Tipps, um deine Konzentration aufs nächste Level zu bringen”. Denn: Menschen sind verschieden und menschliche Gehirne arbeiten unterschiedlich. Aber vielleicht helfen dir die folgenden Fragen auch schon weiter.
Ich habe für dich leider keine “Fünf Tipps, um deine Konzentration aufs nächste Level zu bringen”. Denn: Menschen sind verschieden und menschliche Gehirne arbeiten unterschiedlich. Aber vielleicht helfen dir die folgenden zehn Fragen auch schon weiter.
Wie immer, guck einfach, was zu dir passt und was dir helfen könnte:
Gibt es eine bestimmte Uhrzeit am Tag, zu der es dir leichter fällt, zu schreiben? Kannst du dir in dieser Zeit ein Schreibfenster ermöglichen? Wenn nicht täglich, vielleicht mehrmals die Woche?
Gibt es Aktivitäten, nach denen dir das Schreiben besonders leichtfällt? Nach dem Meditieren, nach dem Waldspaziergang, direkt nach dem Sport? Versuche deine Schreibzeiten direkt nach diesen energiebringenden Tätigkeiten einzuplanen.
Gibt es etwas, was du gemacht haben musst, um konzentriert an deinem Text arbeiten zu können? Hilft es dir, ein besonders unbeliebtes To-Do erledigt zu haben, bevor du zu schreiben beginnst? Verschwindet diese Aufgabe dadurch aus deinem Kopf?
Passt deine Schreibumgebung zu dir? Falls du dich visuell leicht ablenken lässt, könnte ein aufgeräumter Schreibtisch helfen. Wenn dich kreatives Chaos inspiriert, umgebe dich gerne mit Bücherstapeln, Büromaterialien und Krimskrams.
Brauchst du zum Schreiben Hintergrundgeräusche (Café-Geplauder, Tastatur-Geklapper, White Noise) oder absolute Stille? Versuche deine Schreibsitzungen an den passenden Orten abzuhalten und kaufe dir - wenn nötig - Noise-Cancelling-Kopfhörer.
Könntest du deine noch verbleibenden Aufgaben (inkl. deiner Schreibarbeit) daran ausrichten, wieviel Energie du aktuell hast und wieviel Energie die Aufgabe dich kostet? Wenig Energie - was auch immer dir leichtfällt. Viel Energie - was auch immer dir schwerfällt. Ja, das ist nicht für jeden möglich, aber vielleicht gibt es auch in deinem Angestelltenverhältnis kleine Spielräume. (Wenn du keine Energie zum Schreiben hast, helfen auch die bisherigen Punkte nicht beim Konzentrieren.)
Helfen dir Apps, um weniger am Handy zu hängen und konzentrierter schreiben zu können? Ich habe vor kurzem die freundliche Bohne von Focus Friend kennen gelernt und lasse sie während meiner Schreibzeit friedlich Socken stricken. Das hilft nicht immer und nicht jedem, ist aber sehr charmant.
Steckt hinter dem ewigen Scrollen auf Instagram vielleicht ein echtes Bedürfnis? Falls du dich im Homeoffice nicht konzentrieren kannst, weil du ständig scrollst, weil dir eigentlich gerade Kontakt zu Menschen fehlt, lege eine Pause ein. Egal ob du deine beste Freundin kurz anrufst oder ihr eine Sprachnachricht aufnimmst, erledige das einfach kurz und mach dich danach konzentriert an die Arbeit.
Hilft es dir einen Timer zu setzen, also dein Schreibfenster absichtlich kurz zu halten, um dann konzentriert arbeiten zu müssen? Für manche wirkt ein solch künstlich erzeugter Druck wahre Wunder, für andere wirkt es eher lähmend. Probiere es gerne einmal aus.
Das Offensichtliche zuletzt: Was tust du neben dem Schreiben, neben der Arbeit, neben dem Alltag für dich? Stress reduzieren, lange schlafen, meditieren, gesund ernähren, viel bewegen, Wasser trinken und viel Zeit im Wald hilft dir dabei, deine Konzentrationsfähigkeit langsam zu steigern.
Wenn du Hilfe dabei brauchst, dich zu motivieren, dich zu konzentrieren oder deine Arbeit zu strukturieren, melde dich gerne bei mir. Wir machen zusammen einen Plan und gehen das an.
Blogbeitrag #6: Bitte promoviere (nur) für dich.
Schreib bitte mal auf, warum du promovieren möchtest (ja, gerne mit Stift und auf Papier): Was ist dein Ziel? Warum nimmst du diese Arbeit auf dich? Was möchtest du erreichen? Was wartet auf der anderen Seite auf dich?
Ganz egal, ob du am Anfang deiner Promotion stehst, im besonders anstrengenden letzten Drittel steckst oder zwischenzeitlich eine Pause einlegen musstest: Schreib bitte mal auf, warum du promovieren möchtest (ja, gerne mit Stift und auf Papier): Was ist dein Ziel? Warum nimmst du diese Arbeit auf dich? Was möchtest du erreichen? Was wartet auf der anderen Seite auf dich?
Alles ist erlaubt. Und es ist völlig in Ordnung, wenn sich so ein Ziel im Laufe der Jahre auch verändert. Es ist gut möglich, dass du anfangs das Ziel verfolgt hast, dein gewähltes Forschungsthema engagiert zu ergründen und die Grenzen des Wissens zu dem Thema zu erweitern. Und es ist ebenso möglich, dass du nach einiger Zeit nur noch das Ziel verfolgst, dieses Projekt endlich zu Ende zu bringen. Selbst wenn sich deine Motivation verändert hat und die Luft inzwischen raus ist, versuche dich daran zu erinnern, warum du diesen Weg gegangen bist. Warum wolltest du ursprünglich promovieren? Was hat dich an deinem Projekt anfangs begeistert? Wie bekommst du diesen Enthusiasmus zurück?
Ganz egal, was du dir von deinem Doktortitel erhoffst, die Hauptsache ist, dass du für dich promovierst. Bitte promoviere nicht, um anderen zu beweisen, dass du das kannst. Und nicht, um respektiert zu werden. Und nicht um andere glücklich zu machen. Mach es nur für dich. Weil du dir selbst zeigen möchtest, dass du das angefangene Projekt durchziehen kannst. Weil du weißt, dass dich dieses Promotionsthema nicht loslassen wird, wenn es in einer Schublade landet. Oder weil du als Wissenschaftlerin oder generell an einer Hochschule arbeiten möchtest, weil du Spaß an dieser Arbeit hast, weil der Doktortitel für dich und deinen weiteren Weg wichtig ist.
Je klarer du für dich hast, warum du das machst, desto „einfacher“ wird es dir fallen, dich zu motivieren, wenn es schwierig wird. Und in den meisten Fällen wird es irgendwann schwierig, weil das Verhältnis zu Doktormutter / Doktorvater vielleicht nicht so gut ist oder sich verschlechtert, weil du dich allein oder überfordert fühlst und keine Ansprechpersonen hast, die dich unterstützen, oder weil deine Stelle oder dein Stipendium ausgelaufen ist und du inzwischen eine neue Stelle aufnehmen musstest und nur noch die Feierabende und Wochenenden hast, um an deiner Promotion zu arbeiten.
Insbesondere wenn es gerade nicht gut läuft, schreib bitte auf, was dein Ziel ist.
Und dann mach einen guten Plan, wie du dahin kommst.
Wenn du Hilfe dabei brauchst, dich zu motivieren oder deine Arbeit zu strukturieren, melde dich gerne bei mir. Wir machen zusammen einen Plan und gehen das an.
Blogbeitrag #5: Wofür du auch in intensiven Schreibphasen Pausen einlegen solltest
Wer intensiv an Texten arbeitet, muss Pausen machen. Es geht ja nicht nur darum, ein Buchprojekt abzuschließen oder eine Dissertation einzureichen, sondern dabei bestenfalls glücklich und gesund zu bleiben.
Wer intensiv an Texten arbeitet, muss Pausen machen. Es geht ja nicht nur darum, ein Buchprojekt abzuschließen oder eine Dissertation einzureichen, sondern dabei bestenfalls glücklich und gesund zu bleiben. Wer ohne Pausen schreibt, kann sehr schnell Rücken-, Nacken- oder Kieferverspannungen bekommen, ein Repetitive-Strain-Injury-Syndrom (RSI-Syndrom) entwickeln oder seine mentale Gesundheit gefährden.
Nur als kurze Erläuterung, weil das RSI-Syndrom in Deutschland oft nicht zuverlässig erkannt und diagnostiziert wird: In den USA und Australien ist eine Repetitive Strain Injury (RSI) eine anerkannte Berufskrankheit, die über Monate oder Jahre durch stereotype Bewegungswiederholungen beim Schreiben, Tippen und Klicken (oder beim Häkeln oder Musikinstrument spielen) hervorgerufen werden können. Wenn es schlecht läuft, gehen solche Überlastungsschmerzen in das Schmerzgedächtnis über. Dann wird es schwierig, sowas wieder loszuwerden.
Weil es so wichtig ist, kommt daher jetzt eine Erinnerung, wofür du auch in intensiven Schreibphasen Pausen einlegen solltest:
Für Bewegung: Selbst, wenn du Bewegungseinschränkungen haben solltest, versuche unbedingt dich zu bewegen, gerne an der frischen Luft. Alles hilft - jede Stunde die Schultern nach hinten kreisen, längere Spaziergänge, regelmäßig joggen gehen, Yoga, Pilates, Fahrrad fahren oder schwimmen. Es hilft beim Kraft aufbauen, Stress abbauen und kreativ werden. Es hilft wirklich auch beim Schreiben.
Für soziale Kontakte: Wie schon erwähnt, such dir gerne eine Schreibgruppe oder ein Schreibtandem, um dich über deine Erfolge und Herausforderungen beim Schreiben auszutauschen. UND: Bitte triff dich auch mit Menschen, die absolut gar nichts mit Schreiben oder Promovieren zu tun haben. Trinkt zusammen Kaffee, kocht was Leckeres oder geht feiern. Du bist schon beim Schreiben viel allein, du brauchst Gesellschaft.
Für Selbstfürsorge & Hobbies: Nutze jede kleine Gelegenheit, dir selbst etwas Gutes zu tun, z. B. morgens ausgiebig frühstücken, gesund essen, meditieren, Häkelprojekte oder ein gutes Buch lesen. Ja, das ist im Alltag oft kaum umsetzbar, aber wenn sich für dich die Chance auf Entspannung bietet, nutze sie bitte sofort. Im Dauerstress kommst du nicht an dein Ziel.
Für Kunst, Kultur & Zerstreuung: Jetzt ein ganz verrückter Vorschlag. Du könntest mal wieder ins Museum gehen, einen Podcast zu Wissenschaft, Kultur oder Geschichte hören, selbst kreativ werden oder kurz: Dich einfach mal mit anderen Themen beschäftigen, die nichts mit deinem Buchprojekt oder Promotionsthema zu tun haben. Sich auf neue Inhalte einzulassen, kann dabei helfen, ganz neue Ideen zu entwickeln.
Für absolutes Nichtstun: Ich weiß, spätestens jetzt wird es unglaubwürdig, aber du könntest dir vornehmen, einfach mal gar nichts zu machen. Auf einer Wiese liegen und in den Himmel gucken. Leicht wippend auf einem Schaukelstuhl den Sonnenuntergang genießen. Oder auf einer Bank am Rhein sitzen und den Schiffen zuschauen, wie sie in Richtung Nordsee kleiner werden. Höchstens atmen.
Wenn du Hilfe dabei brauchst, deine Schreibarbeit zu planen, strukturiert zu arbeiten und konsequent Pausen einzulegen, melde dich gerne bei mir. Im Schreibcoaching analysieren wir deine bisherige Schreibroutine und gucken, wie wir deine Arbeitsweise anpassen können, um dir mehr Pausen zu ermöglichen. Ich freue mich auf dich und dein Projekt.
Blogbeitrag #4: Fünf gute Gründe, deinen Schätzen mehr Aufmerksamkeit zu schenken
Wenn Bücher deine Lieblingsgegenstände sind, mach Platz für noch mehr Bücherregale, umgebe dich mit Büchern wie mit Freunden, setz deine liebsten Ausgaben in Szene, nutze Bücherleisten wie Kunst an den Wänden und teil deine Begeisterung mit deinem Besuch.
Es ist im Grunde egal, ob du – wie der US-Blogger und Minimalist Dave Bruno – mit nur 100 Teilen dein Leben bestreiten möchtest (Bruno 2010) oder mit den vielzitierten 10.000 Dingen, die ein durchschnittlicher Europäer angeblich besitzt (Vogt 2022). Die Hauptsache ist, dass du dich in deinem Zuhause wohlfühlst, den Überblick über deinen Besitz nicht verlierst und einen guten Platz für deine Lieblingsgegenstände und Schätze findest - du brauchst nicht weniger davon, sondern mehr Platz dafür.
Lieblingsgegenstände sind für mich Gegenstände einer bestimmten Kategorie, die einen besonders glücklich machen: Zum Beispiel Bücher, Bastel- oder Kochutensilien, was auch immer dich begeistert. Schätze sind innerhalb dieser Kategorien nochmal Dinge, die eine besondere Geschichte haben: Das kann eine besonders schöne Ausgabe von Charles Dickens’ Große Erwartungen sein (Dickens [1861] 2012) oder die erste Spindel, mit der du deine Begeisterung fürs Spinnen entdeckt hast, oder die Topflappen deiner Oma.
Drei Beispiele, wie du deine Lieblingsgegenstände und Schätze gebührend feiern und in Szene setzen könntest:
Wenn Bücher deine Lieblingsgegenstände sind, mach Platz für noch mehr Bücherregale, umgebe dich mit Büchern wie mit Freunden, setz deine liebsten Ausgaben in Szene, nutze Bücherleisten wie Kunst an den Wänden und teil deine Begeisterung mit deinem Besuch. Bitte mach das alles, aber lagere nicht noch mehr und mehr Bücher in ungeöffneten Umzugskartons, lass sie nicht im Keller oder auf dem Dachboden, bis sie Feuchtigkeitsschäden bekommen, und bitte stapele sie nicht in zweiter und dritter Reihe in den Fußräumen von antiken Kommoden (ja, auch das habe ich schon gesehen). Wenn die Bücher dir etwas bedeuten, hebe sie so auf, dass du weißt, wo sie sind, dass du sie in die Hand nehmen kannst, wenn du das brauchst und dass du sie jederzeit verleihen kannst, wenn du das möchtest.
Wenn Handarbeits- und Bastelutensilien deine Lieblingsgegenstände sind, besorge dir Ordnungshelfer, in denen du alles übersichtlich aufbewahren kannst. Überlege dir, ob und wie du deinen fertigen Projekten eine Bühne bereiten möchtest und ob eine Kiste mit angefangenen Projekten die Wahrscheinlichkeit erhöht, diese noch einmal anzugehen und fertig zu bekommen. Lass dich nicht von Ordnungstrends irritieren – wenn das Basteln deine Leidenschaft ist, behalte bitte alle deine Bastelsachen. Und: In einer Bastelstube, einer Werkstatt oder einem Atelier darf es wild aussehen, solange du darin Inspiration findest. Vielleicht könntest du in deinem Freundeskreis Kaffeeklatsch mit Filzarbeit verbinden und dein Können (und deine riesige Sammlung an Bastelutensilien) teilen.
Wenn das Kochen und das Backen zu deinen Lieblingsbeschäftigungen gehören, behalte bitte deine Nudelmaschine, deinen Gärkorb, die Spätzlepresse und die vielen Ausstechformen. Mach Platz dafür in deinen Schränken. Sorge dafür, dass du überall gut drankommst und alles funktionstüchtig und einsatzbereit ist. Es geht nicht darum, wenig zu besitzen, sondern möglichst das zu besitzen, was dich glücklich macht. Vielleicht kochst du lieber, wenn die Arbeitsflächen frei sind. Versuch für deine Kochutensilien Platz zu schaffen – entweder Unnötiges auszusortieren oder neue Aufbewahrungssysteme bis unter die Decke zu installieren. Versuch dir durch Ordnung und Wegräum-Routinen deine perfekte Kochumgebung zu erschaffen.
Warum du deinen Lieblingsgegenständen, Schätzen und Hobbies ruhig mehr Aufmerksamkeit schenken darfst? Hier kommen fünf gute Gründe (von vielen):
Mehr Zufriedenheit: Der Fokus auf liebgewonnene Dinge, die dir bereits gehören, steigert die Zufriedenheit. Du könntest dir bewusst machen, was du alles schon besitzt und deinen Schätzen im Alltag noch mehr Zeit und Raum geben.
Mehr Klarheit: Die Auseinandersetzung mit alten Schätzen hilft dir zu erkennen, was mit auf die Reise darf. Kurz innehalten und überlegen, welche dieser früheren Schätze (immer noch) wertvoll sind und dich auch in Zukunft begleiten dürfen. Es ist in Ordnung, wenn einzelne Teile an Bedeutung verloren haben.
Weniger (unnütze) Dinge: Wenn du deinen Schätzen mehr Aufmerksamkeit schenkst, wird dir schnell klar, welche anderen Dinge weniger Raum einnehmen sollten. Um Platz zu schaffen für deine Hobbies und Schätze, wirst du dich automatisch von unnützen Gegenständen trennen.
Mehr Wertschätzung: Wenn du deine Schätze gut pflegst und – wenn notwendig – immer wieder selbst reparierst, entwickelst du eine besondere Beziehung zu deinen Dingen insgesamt. Diese Art von Wertschätzung könnte dir dabei helfen, unnötigen bzw. ungewollten Konsum in Zukunft zu verhindern.
Mehr Glück: Wenn du dich intensiv mit deinen Lieblingsgegenständen beschäftigst, deine Zeit also mit Dingen und Hobbies füllst, die dich glücklich machen, verbringst du weniger Zeit am Handy, bist bestenfalls im Austausch mit Gleichgesinnten und machst aktiv etwas für dich und deine Gesundheit.
Für manche Menschen ist es schwierig zu entscheiden, welche Dinge einen Wert für sie haben und welche Dinge wegdürfen. Falls du dir Hilfe dabei wünschst, solche Entscheidungen zu treffen oder deine Schätze besonders gelungen in Szene zu setzen, melde dich gerne bei mir. Zusammen gehen wir das an.
Bruno, Dave. 2010. The 100 Thing Challenge: How I Got Rid of Almost Everything, Remade My Life, and Regained My Soul. New York: Harper.
Dickens, Charles. [1861] 2012. Great Expectations. The Penguin English Library. Penguin Books Ltd (UK).
Vogt, Jonas. 2022. „Besitzen wir wirklich 10.000 Dinge?“ Der Standard, Januar 23.
Blogbeitrag #3: Zehn Ordnungsziele, die du dir in diesem Jahr vornehmen könntest
Fang klein an, formulier ein realistisches Ordnungsziel, das du nächste Woche, nächsten Monat oder in diesem Jahr erreicht haben möchtest. Schreib es bitte auf; ja, mit Stift und Papier.
„Schreibziele verstehe ich – aber was bitte sind Ordnungsziele?“
Im Grunde hat fast jede*r Dinge in seinem oder ihrem Leben, die er oder sie endlich angehen und in Ordnung bringen möchte. Das nenne ich Ordnungsziele: Endlich seinen Papierkram sortieren und ordentlich abheften, endlich einmal alle Kisten aus dem Keller oder Dachboden sichten und leerräumen oder endlich einmal die Massen an Fotos oder E-Mails sichten und löschen, sodass nur noch wichtige Informationen und schöne Erinnerungsfotos bleiben.
Wichtig ist hierbei nur, dass du dir – insbesondere am Anfang – nicht zu viel auf einmal vornimmst. Fang klein an, formulier ein realistisches Ordnungsziel, das du nächste Woche, nächsten Monat oder in diesem Jahr erreicht haben möchtest. Schreib es bitte auf; ja, mit Stift und Papier. Das hat nichts mit manifestieren oder Zauberei zu tun: Wenn du dein Ziel in Worte fasst und niederschreibst und es bestenfalls auch noch hin und wieder vor Augen hast, erhöht sich die Chance, dass du auch wirklich anfängst.
Hier kommen zehn Ordnungsziele, die du in diesem Jahr angehen (und erreichen) könntest:
Nimm deine Finanzen in Angriff: Versuch doch mal, dir in diesem Jahr einen Überblick über deine Finanzen zu verschaffen. Führe ein Haushaltsbuch, hör einen Finanz-Podcast*, mach den ersten Schritt in Richtung Altersvorsorge, Vermögensaufbau oder finanzielle Unabhängigkeit.
Sortiere deinen Kleiderschrank aus: Du könntest dir vornehmen, am Ende des Jahres nur noch Kleidungsstücke in deinem Schrank zu haben, die dir passen, sich gut anfühlen und die du wirklich trägst.
Fang an, Dinge zu reparieren: Wenn es dir schwerfällt, defekte Gegenstände wegzuschmeißen, weil du sie ja noch reparieren könntest, nimm dir in diesem Jahr vor, sie in kürzester Zeit wirklich zu reparieren (und wieder zu nutzen) – Du selbst, mit Hilfe von Freund*innen oder im Repair Café.
Setz dir kürzere Lagerfristen für aussortierte Dinge: Du könntest dir vornehmen, in diesem Jahr aussortierten Kram innerhalb kurzer Zeit loszuwerden – egal ob du sie spendest, verkaufst oder entsorgst. Setz dir eine zeitliche Begrenzung, wie lange diese Kisten noch zuhause rumstehen dürfen und dann schaffe sie wirklich aus dem Haus. Mehr Raum für dich.
Vertrau dich anderen an: Falls du in letzter Zeit häufig das Gefühl hattest, dass das Chaos in deinen vier Wänden überhandnimmt, versuch dich jemandem in deinem Familien- oder Freundeskreis anzuvertrauen. Vielleicht hilft es dir schon, dich mitzuteilen und zu hören, dass das anderen auch so geht. Allein darüber zu reden könnte ein Ziel sein.
Versuch nicht gleich Neues zu kaufen: Wenn es dir bereits gelungen ist, auszusortieren und Platz zu schaffen, versuch gerne einmal für eine längere Zeit nichts Neues nachzukaufen. Genieße erstmal, Platz zu haben.
Mach die letzten Umzugskartons leer: Du könntest dir vornehmen, in diesem Jahr die letzten Umzugskartons zu sichten und zu entscheiden, was davon noch wichtig ist (es gibt sie wirklich, diese Umzugskartons; lass die Dinge da raus, verabschiede dich, sie dürfen in den meisten Fällen weiterziehen und woanders tatsächlich genutzt werden).
Gib dein Zeug nicht an deine Liebsten weiter: Versuch in diesem Jahr gerne einmal, Dinge, die du aussortiert hast, nicht innerhalb deines Freundes- oder Familienkreises weiterzugeben. Ja, klar, wenn du komplett sicher bist, dass die besagte Person es gerne hätte oder braucht, dann ja. In vielen Fällen tust du der Person damit aber keinen Gefallen, insbesondere wenn sie selbst Schwierigkeiten hat, „nein“ zu sagen oder Dinge loszuwerden.
Sortiere gerne die Unmengen an digitalen Daten aus: Das könnte bedeuten, in diesem Jahr verwackelte und ungesehene Urlaubsbilder auszusortieren, E-Mails zu löschen oder deine abgespeicherten Dateien in Ordnung zu bringen.
Lass Unangenehmes ziehen: Wenn dir bestimmte Erinnerungsstücke kein gutes Gefühl geben, wie z. B. Freundebücher aus einer (nicht so glücklichen) Grundschulzeit, versuch sie in diesem Jahr gehen zu lassen. Das ist nicht leicht, könnte aber wohltuend und heilsam sein.
Falls es dir schwerfällt, das Thema Ordnung anzugehen und du dir Unterstützung dabei wünschst, melde dich gerne bei mir. Um den ersten Schritt zu tun, könntest du dich per E-Mail zu meinen Ordnungswochen anmelden, um einmal im Monat mit mir in den Austausch zu kommen, Ziele zu formulieren und dranzubleiben.
* Kleine Podcast-Empfehlung: https://howimetmymoney.de/ mit Lena Kronenbürger und Ingo Schröder - insbesondere alle Folgen, in denen die Psychologin Monika Müller zu Gast ist.
Blogbeitrag #2: Warum es sich lohnt, zusammen zu schreiben
Seitdem es Menschen gibt, die schreiben, gibt es Menschen, die zusammen schreiben.
Seitdem es Menschen gibt, die schreiben, gibt es Menschen, die zusammen schreiben. Schon in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts haben sich Studierende an Universitäten in sogenannten literarischen Gesellschaften (engl. literary societies) zusammengeschlossen, um sich gegenseitig ihr Geschriebenes vorzutragen, zu verbessern und ihre Schreibkompetenzen auszubauen (Gere 1987). Diese literarischen Gesellschaften, allen voran der legendäre Spy Club, der im Jahr 1719 an der Harvard University gegründet wurde, sind die Vorgänger der akademischen Schreibgruppen, wie wir sie heute kennen.
Für Studierende und Doktorand*innen gibt es heute an den meisten Universitäten und Hochschulen in Deutschland fest etablierte Graduierten-Akademien oder Schreibzentren, in denen Kurse zu Publikationsstrategien oder Schreibtechniken, individuelle Beratungen und Schreib-Veranstaltungen angeboten werden. In Schreib-Cafés, in der „Langen Nacht der aufgeschobenen Hausarbeiten“ und ähnlichen Formaten schließen sich akademische Schreibgruppen in Präsenz oder online zusammen, um konzentriert zusammen zu schreiben. Schreib-Tandems, also der Zusammenschluss von zwei Studierenden oder Doktorand*innen, oder die Teilnahme an sogenannten Schreibwochen sollen die Teilnehmenden zum Fertigschreiben motivieren, ihnen die Angst vorm Schreiben nehmen und vor allem Spaß machen.
Für Autor*innen gibt es die Möglichkeit, sich offenen Schreibgruppen in Literaturbüros oder Literaturhäusern anzuschließen, eine eigene private Schreibgruppe zu gründen (Elling 2024) oder – falls möglich – Schreibreisen an inspirierende Orte zu machen: Zum Beispiel einen Songwriting-Kurs im schottischen Moniack Mhor zu besuchen, an einer Lyrik-Werkstatt in Worpswede teilzunehmen oder sich auf einem Schreibretreat in der Toskana vollkommen auf das eigene Schreiben zu konzentrieren.
Aber warum lohnt es sich, sich Gleichgesinnte zu suchen und zusammen zu schreiben?
Zugehörigkeit stärken, Zusammenhalt erfahren: Wenn du schreibst, bist du viel allein – mit deinem Rechner, mit Stift und Papier, mit deiner Angst vor dem leeren Blatt und auch mit deinen Erfolgen. In einer Schreibgruppe hast du einen Ort, um Rückschritte offen anzusprechen und Fortschritte zu feiern. Das hilft dir, dich auch an deinem Schreibtisch weniger allein zu fühlen.
Frust ablassen, Gehör finden: Wenn du deiner Schreibgruppe Schwierigkeiten anvertraust, wirst du schnell merken, dass es den anderen ganz genauso geht. Vielleicht bekommst du direkt hilfreiche Ratschläge, vielleicht es hilft dir auch schon, Probleme in der Gruppe zu besprechen, um selbst auf Lösungen zu kommen.
Sich gegenseitig motivieren und bestärken: Es kann sehr motivierend sein, innerhalb einer Schreibgruppe über deine eigenen Erfolge zu sprechen – für dich, weil es Zuspruch geben wird, und für die anderen, weil es ihnen hilft, selbst dranzubleiben und ihre eigenen Schreibziele im Blick zu behalten.
Voneinander lernen, sich verbessern: Du kannst in einer Schreibgruppe deinen eigenen Schreibprozess reflektieren und von den Erfahrungen und Ratschlägen der anderen Teilnehmer*innen profitieren. Durch die Tipps aus der Gruppe, aber auch dadurch, dass Du selbst regelmäßig Feedback gibst, wirst du deine Schreibfähigkeiten verbessern.
Zeitplanung besprechen, sich realistische Ziele setzen lernen: Wenn du in deiner Schreibgruppe Ziele formulierst (und aufschreibst!), die du bis zum nächsten Treffen erreicht haben möchtest, hast du in deiner Schreibzeit zuhause im Hinterkopf, dass deine Gruppe fragen wird, ob du deine Ziele erreicht hast. Dieser gewisse Druck hilft vielen dabei, am Ball zu bleiben und sich nach und nach realistischere Ziele zu setzen, Hindernisse vorherzusehen und vorab Lösungen für mögliche Hürden zu finden.
Falls es bei dir in der Gegend keine passenden Schreibangebote gibt oder du zum Schreiben absolute Ruhe brauchst, also zusammen schreiben in Präsenz oder mit laufender Kamera nicht gut funktionieren, melde dich gerne per E-Mail zu meinen Schreibwochen an. Die Teilnahme beinhaltet jeweils die Zusendung zweier Fragebögen, um sich vorab Schreibziele zu setzen, in der besagten Woche konzentriert zu schreiben und anschließend über die eigenen Schreibfortschritte zu reflektieren. Vielleicht hilft dir das dabei, den Anfang zu finden oder dranzubleiben.
Elling, Britta. 2024. „Wie gründe ich eine Schreibgruppe? 6 wichtige Tipps und Grundlagen für die Gründung einer privaten Schreibgruppe“. https://federreiter.de/wie-gruende-ich-eine-schreibgruppe/thema.
Gere, Anne Ruggles. 1987. Writing Groups: History, Theory, and Implications. Carbondale: Southern Illinois University Press.
Akademische Schreibangebote (Auswahl):
Lange Nacht der aufgeschobenen Hausarbeiten - 2026 | TU Chemnitz
(Schreib-)Angebote für Studierende und Promovierende | Universität Tübingen
Schreibcafé | Zentrum für Wissenschaftsdidaktik | Ruhr-Universität Bochum
Schreibtreffen, Schreibretreats, Schreibreisen (Auswahl):
Offene Schreibgruppe | Literaturbüro NRW (lief bis 12/2025, wird ggf. verlängert)
Offene Werkstatt | Literaturhaus München
Moniack Mhor – Scotland's Creative Writing Centre (unbezahlte, unbeauftragte Werbung)
Schreibkurse & Schreibreisen | Textmanufaktur (unbezahlte, unbeauftragte Werbung)
Blogbeitrag #1: Fünf gute Gründe, noch heute mit Free Writing anzufangen
Die Idee, ohne nachzudenken einfach drauf loszuschreiben, ist nicht neu, aber sie ist fabelhaft.
Was ist Free Writing?
Free Writing oder Freies Schreiben kommt aus dem Methodenkosmos des kreativen Schreibens. Es funktioniert wie folgt: Du setzt dich hin und schreibst einfach drauf los – ohne nachzudenken, ohne zu korrigieren und ohne zu stoppen, um das Geschriebene zu lesen. Am besten früh morgens, am besten per Hand, am besten jeden Tag. Und jetzt kommst du. Du kannst selbst einschätzen, ob morgens deine favorisierte Zeit zum Schreiben ist, ob du lieber per Hand oder mit einer Tastatur schreibst und ob du es jeden Tag schaffst oder eher nur montags bis freitags. Du kannst festlegen, ob du jeden Tag zehn Minuten oder drei Seiten oder eine Stunde schreiben möchtest. Es ist alles erlaubt. Hauptsache, du schreibst.
Woher kommt die Idee des Free Writing?
Die Idee, ohne nachzudenken einfach drauf loszuschreiben, ist nicht neu, aber sie ist fabelhaft. Sie stammt von Dorothea Brande, die in ihrem Buch Becoming a Writer im Jahr 1934 ihre Leser*innen dazu aufrief, eine halbe oder ganze Stunde eher aufzustehen, um zu schreiben. Egal was. Ihr Ziel war es, angehenden Autor*innen zu helfen, ihr Unterbewusstsein mit dem schreibenden Arm zu verbinden; ihr Unterbewusstsein also auf das Papier fließen zu lassen (Brande 1934: 47ff.). Die Anzahl der geschriebenen Seiten war ihr nicht wichtig, nur dass man vorher absolut nichts anderes tun sollte – nichts lesen, nicht sprechen.
Berühmt wurde diese Übung erst viele Jahre später als der Universitätsprofessor Ken Macrorie in seinem Buch Uptaught davon berichtete, wie er sich an einem kalten Wintertag an Brandes Schreibübung erinnerte und daraufhin seine Studierenden wegschickte mit der Aufforderung, nach Hause zu gehen, sich hinzusetzen und einfach drauflos zu schreiben. Zehn Minuten am Stück oder bis zum Ende der ersten Seite (Macrorie 1970: 20ff.). Er fand für diese Schreibübung die eingängige Bezeichnung Free Writing und ebnete ihr damit den Weg in alle erdenklichen Anwendungsbereiche: In den darauffolgenden Jahren trugen Anglist*innen und Schreibdidaktiker*innen wie Peter Elbow (Elbow 1973), erfolgreiche Autor*innen wie Natalie Goldberg (Goldberg 1986) und die sogenannte „Queen of change“ Julia Cameron (Cameron 1992) die Free Writing-Methode in die ganze Welt. Das Besondere an der Methode ist, dass sie nicht nur Menschen hilft, die beruflich oder privat schreiben wollen; sie hilft auch Menschen, die Schwierigkeiten haben, sich zu fokussieren, Menschen, die ein geringes Selbstbewusstsein haben und Menschen, die Neues ausprobieren und sich kreativ ausleben wollen.
Warum du mit einem Stift in der Hand in den Tag starten solltest? Hier kommen fünf gute Gründe, noch heute mit Free Writing anzufangen:
1. Um Ballast abzuwerfen. Es ist möglich, dass sich deine ersten Gedanken des Tages nur um deinen Haaransatz oder körperliche Beschwerden drehen oder du nur zu Papier bringst, wie du dich bei den wenig wertschätzenden Bemerkungen von Kolleg*innen gestern gefühlt hast. Schreib alles auf, was dich bedrückt, erfreut oder was du beim letzten Arzttermin oder Elternsprechtag vergessen hast, zu sagen. Schreib alles auf, um es aus dem Kopf zu haben und loszuwerden.
2. Um vergessene Einfälle wieder ins Gedächtnis zu locken und neue Ideen zu entwickeln. Ja, beim Free Writing landet auch viel Nonsens auf dem Papier, aber du wirst überrascht sein, wie viele Ideen bei dieser Übung aus den hintersten Ecken deines Gedächtnisses wieder hervorkommen und wie du zum Teil neue Ideen dabei entwickelst, ohne es zu wollen oder zu müssen (zur Erinnerung: Du erlaubst dir einfach draufloszuschreiben und musst gar nichts).
3. Um deinen Schreibmuskel zu trainieren. Du lernst, dass es möglich ist, für eine lange Zeit am Stück zu schreiben. Zu wissen, dass du das kannst, ist eine wertvolle Ressource. Es ist vergleichbar mit jemanden, der bereits einen Halbmarathon zu Ende gelaufen ist. Die Person wird beim nächsten Laufwettbewerb exakt daran zurückdenken und ein gewisses Vertrauen in sich und die eigenen Fähigkeiten haben. Also schreib drauf los und gerne jeden Tag etwas länger.
4. Um zu merken, dass du immer schreiben kannst. Für die Autorin und Künstlerin Julia Cameron gehörte es lange Zeit zum Schreiben dazu, zu trinken. Als sie mit 30 Jahren entschloss, mit dem Alkoholkonsum aufzuhören, musste sie für sich Wege finden, nüchtern Texte aufs Papier zu bringen – ohne Hemmungen und ohne Angst. Ihr morgendliches Schreibritual, morgens konsequent drei sogenannte Morning Pages zu schreiben, half ihr dabei. Wenn du dich jeden Morgen dazu zwingst, etwas zu Papier zu bringen, lernst du sehr schnell, dass du dafür nicht in der richtigen Stimmung, angetrunken oder gut gelaunt sein musst. Du kannst immer schreiben.
5. Um deinen inneren Kritiker zum Schweigen zu bringen. Das ist der wichtigste Grund, um mit dem Free Writing anzufangen. Weil es beim Freien Schreiben keinerlei Regeln gibt, kannst du nichts falsch machen. Das allein ist ein Geschenk. Du könntest wie wild Lieblingsrezepte aus deiner Kindheit auflisten, deinem Ärger über unfreundliche Begegnungen Luft machen oder auch nur etwas zeichnen oder kritzeln. Tatsächlich spricht Julia Cameron in ihrer Anleitung zur Aktivierung der eigenen Kreativität nicht davon, dass du Morning Pages „schreiben“ sollst, sondern, dass du sie „machen“ sollst – egal wie, alles ist erlaubt. Anschließend brauchst du mit den Seiten rein gar nichts zu machen – sie sind nicht zum Lesen bestimmt, sie sind eher eine Abladestation für Gedanken, die sonst deinen Alltag, dein Schreibprojekt oder deine Kreativität überschattet hätten.
Ich freue mich, wenn du noch heute anfängst, frei zu schreiben. Egal ob du promovieren, fokussierter arbeiten oder dir mehr Kreativität zutrauen möchtest: Fang einfach an, zu schreiben. Melde dich gerne per E-Mail bei mir, falls du dabei Unterstützung brauchst.
Brande, Dorothea. 1934. Becoming a Writer. New York: Harcourt, Brace and Company.
Cameron, Julia. 1992. The Artist’s Way - A spiritual path to higher creativity. New York: Jeremy P. Tarcher / Putnam.
Elbow, Peter. 1973. Writing Without Teachers. London: Oxford University Press.
Goldberg, Natalie. 1986. Writing down the bones - Freeing the writer within. Boston: Shambhala Publications, Inc.
Macrorie, Ken. 1970. Uptaught. New York: Hayden Book Company Inc.