Blogbeitrag #9: Es gibt viele gute Gründe, Dinge (selbst) zu reparieren

Das Wichtigste zuerst: Wenn du etwas selbst reparierst, geht es nicht darum, es perfekt zu können. Du musst kein Elektriker oder Klempner sein oder werden und keine Nähmaschine bedienen können. Es geht nicht darum, den Gegenstand in seinen ursprünglichen Neuzustand zurückzubringen. Es geht vielmehr darum, die Nutzungsdauer deiner Sachen zu verlängern (bis es halt wirklich nicht mehr geht).

Du musst nicht alles selbst reparieren können. Wenn du etwas nicht kannst oder keine Zeit hast, es zu lernen, frag doch zuerst in deinem Freundeskreis nach, ob jemand die notwendigen Fertigkeiten hat. Das hat den schönen Nebeneffekt, es in deinem Freundeskreis zu normalisieren, Dinge zu reparieren. Wenn von deinen Freunden niemand aushelfen kann, besuch doch mal ein sogenanntes Repair Café, wo dir Fachleute ehrenamtlich zur Seite stehen. Solche Angebote gibt es inzwischen sogar in kleineren Städten. Sofern es das in deinem Ort noch gibt, kannst du Schuhe auch gerne zum Schuster bringen, Kleidung in eine Schneiderei geben und einige technische Geräte vor Ort reparieren lassen. Das ist dann nicht selbst repariert, aber immer noch gut für die Umwelt.

Es gibt viele gute Gründe, warum ich dich dazu ermutigen möchte, Dinge (selbst) zu reparieren.

  1. Nützliches Wissen: Wenn du neue Dinge ausprobierst und dir zutraust, etwas selbst zu reparieren, eignest du dir in jedem Fall nützliches Wissen an. Man muss nicht gleich Selbstversorger sein, Prepper werden oder in der Wildnis überleben können, aber Dinge selbst reparieren zu können, bedeutet schon ein gewisses Maß an Unabhängigkeit. Vielleicht kannst du mit deinem neuen Wissen mal jemandem in deinem Freundes- oder Familienkreis weiterhelfen. Ein Geben und Nehmen quasi.

  2. Wertvolles Erfolgserlebnis: Falls du schon mal Kleidung selbst ausgebessert hast, einen WC-Spülkasten selbst wieder zum Laufen gebracht hast oder dich selbst um die Instandhaltung deines Fahrrads kümmern kannst, kennst du vielleicht die Zufriedenheit, die ein solches Erfolgserlebnis mit sich bringt. Solche Reparaturen bieten die Möglichkeit, durch eigene Arbeit ein tolles Ergebnis in deinen Händen zu halten.

  3. Wichtige Umweltaspekte: Ja, es macht Sinn, einen neuen, energiesparenden Kühlschrank oder eine neue Waschmaschine zu kaufen, anstatt ältere Modelle durch Reparaturen auf dem Markt zu halten. Bei den meisten Gegenständen ist es aber sinnvoll und ressourcensparend, sie erstmal zu reparieren. Sich anzugewöhnen, Dinge erstmal zu reparieren und ihre Nutzungsdauer zu verlängern, kann auch insgesamt zu einem umweltbewussteren Konsum anregen.

  4. Finanzielle Vorteile: Die Lebensdauer seiner eigenen Sachen zu verlängern und sich vor allem daran zu gewöhnen, reparierte Dinge zu tragen und weiter zu benutzen, kann einige vorschnelle Neukäufe verhindern. Vielleicht ändert es auch dein Kaufverhalten hin zu reparierbaren Produkten oder zu besserer Qualität. Selbst Dinge zu reparieren kann auch dazu anregen, sich damit auseinanderzusetzen, wofür man sein Geld ausgibt, was man zum Leben braucht und was einen zufrieden macht.

  5. Größere Wertschätzung: Wenn du etwas reparierst, entscheidest du dich für diesen Gegenstand und erstmal gegen einen Neukauf. Du steckst etwas Zeit und Arbeit hinein, du kümmerst dich. Vielleicht wirst du den Gegenstand in Zukunft noch besser hegen und pflegen, damit er nicht so bald wieder kaputt geht. Es könnte ein Ziel sein, seinen eigenen Gegenständen (wieder) mehr Wertschätzung gegenüber zu bringen, nicht alles für austauschbar zu halten, zufriedener zu sein.

Wenn du in deinem Zuhause Ordnung schaffen möchtest und dir dabei Unterstützung von jemandem wünschst, der absolut respektvoll mit deinen Dingen umgeht, melde dich gerne bei mir. Ich freue mich auf dich und dein Projekt.

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