Blogbeitrag #8: Hast du alles, was du zum Schreiben brauchst?

Damit meine ich nicht, ob du das Selbstbewusstsein, Durchhaltevermögen oder „Zeug“ dazu hast, eine Dissertation oder ein Buch zu schreiben. Ich meine damit: Hast du alles, was du brauchst, um beim Schreiben gesund zu bleiben und dich so wohlzufühlen, um dranzubleiben? (Du darfst es dir beim Schreiben auch wirklich gut gehen lassen, besonders wenn dir das Schreiben schwerfällt.)

Egal, was und warum du viel schreibst, versuch bitte deine Schreibarbeit so zu gestalten, dass deine physische und psychische Gesundheit sowie dein Wohlbefinden nicht gefährdet werden. In etwas sperrig spricht das Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) hier von einer „menschengerechten Gestaltung von Arbeit“ (§ 2 Absatz 1 ArbSchG) (DGUV 2025). Versuch gerne, für dich Schreibbedingungen und eine Arbeitsumgebung zu schaffen, die deine Gesundheit schützen, deine Produktivität erhalten und deine Arbeitszufriedenheit bestenfalls steigern.

  1. Hast du die notwendige Ausstattung? Das Offensichtliche zuerst: Zum Schreiben und Sichern deiner Daten brauchst du einen voll funktionstüchtigen Laptop, gerne einen großen Monitor, gerne eine Tastatur und eine Computermaus, wenn möglich, alles in ergonomischer Ausführung. Um Rückenbeschwerden vorzubeugen ist ein Bürostuhl notwendig und ein höhenverstellbarer Schreibtisch sinnvoll (nein, das Foto vom Cover ist kein geeigneter Arbeitsplatz zum Schreiben). Um die Belastung der Augen so gering wie möglich zu halten ist die Größe des Schreibtisches relevant, um genügend Abstand zum Monitor halten zu können.

  2. Machst du genug Pausen? Wenn dich das nicht zu sehr aus der Konzentration rausholt, versuche gerne, öfter kurze Pausen zu machen: Zur Küche laufen, einen Kaffee in der Sonne trinken, sich über Wochenend- und Urlaubspläne austauschen, mal mit dem Kopf ganz woanders sein.

  3. Hast du genug Bewegung? Einmal durchstrecken, die Schultern nach hinten kreisen lassen, kurz spazieren (gerne 7.000 Schritte) oder sogar joggen gehen – Bewegung ist nicht nur ein wichtiger Ausgleich zu all dem Sitzen, Bewegung reduziert Stress und sorgt dafür, dass du wieder mehr Energie hast, um dich zu konzentrieren und kreative Ideen zu entwickeln (Ding et. al. 2025).

  4. Hast du ausreichend soziale Kontakte? Viele schreiben allein zuhause. Um dich weniger allein zu fühlen, versuche doch dir ab und zu (Mittags-)Pausen in Gesellschaft zu ermöglichen, egal ob digital oder analog. Raum und Zeit für Austausch und Kontakt zu Kolleg*innen und / oder Vorgesetzt*innen sind sonst wichtiger Bestandteil einer „menschengerechten Gestaltung von Arbeit“.

  5. Gibt es etwas, was dir persönlich das Schreiben angenehmer macht? Beim Schreiben ist es noch wichtiger als bei vielen anderen Jobs, dass es dir gut geht. Überlege selbst, was dir das Schreiben besser machen könnte. Je nach Jahreszeit könnte hier selbstgemachter Eistee im Kühlschrank, eine Wärmflasche unter den Füßen oder eine Belohnung am Ende deiner Schreibwoche den Unterschied machen.

Wenn du alles hast, was du zum Schreiben brauchst, aber dir trotzdem die Motivation oder der Mut fehlt, schreib mich gerne an. Im Schreibcoaching gehen wir dem Problem auf den Grund und versuchen gemeinsam einen Plan zu machen, wie du deine Dissertation oder dein Buchprojekt dennoch fertig bekommst.

Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung e.V. (DGUV). 2025. „Mensch und Arbeitsplatz − Wegweiser ergonomische Arbeitsgestaltung“. https://publikationen.dguv.de/widgets/pdf/download/article/5025.

Ding, Ding, Binh Nguyen, Tracy Nau, Mengyun Luo, Borja del Pozo Cruz, Paddy C. Dempsey, Zachary Munn, Barbara J. Jefferis, Cathie Sherrington, Elizabeth A. Calleja, Kar Hau Chong, Rochelle Davis, Monique E. Francois, Anne Tiedemann, Stuart J. H. Biddle, Anthony Okely, Adrian Bauman, Ulf Ekelund, Philip Clare, und Katherine Owen. 2025. „Daily Steps and Health Outcomes in Adults: A Systematic Review and Dose-Response Meta-Analysis“. The Lancet Public Health 10(8): e668–81. doi:10.1016/S2468-2667(25)00164-1.

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