Blogbeitrag #6: Bitte promoviere (nur) für dich.

Ganz egal, ob du am Anfang deiner Promotion stehst, im besonders anstrengenden letzten Drittel steckst oder zwischenzeitlich eine Pause einlegen musstest: Schreib bitte mal auf, warum du promovieren möchtest (ja, gerne mit Stift und auf Papier): Was ist dein Ziel? Warum nimmst du diese Arbeit auf dich? Was möchtest du erreichen? Was wartet auf der anderen Seite auf dich?

Alles ist erlaubt. Und es ist völlig in Ordnung, wenn sich so ein Ziel im Laufe der Jahre auch verändert. Es ist gut möglich, dass du anfangs das Ziel verfolgt hast, dein gewähltes Forschungsthema engagiert zu ergründen und die Grenzen des Wissens zu dem Thema zu erweitern. Und es ist ebenso möglich, dass du nach einiger Zeit nur noch das Ziel verfolgst, dieses Projekt endlich zu Ende zu bringen. Selbst wenn sich deine Motivation verändert hat und die Luft inzwischen raus ist, versuche dich daran zu erinnern, warum du diesen Weg gegangen bist. Warum wolltest du ursprünglich promovieren? Was hat dich an deinem Projekt anfangs begeistert? Wie bekommst du diesen Enthusiasmus zurück?

Ganz egal, was du dir von deinem Doktortitel erhoffst, die Hauptsache ist, dass du für dich promovierst. Bitte promoviere nicht, um anderen zu beweisen, dass du das kannst. Und nicht, um respektiert zu werden. Und nicht um andere glücklich zu machen. Mach es nur für dich. Weil du dir selbst zeigen möchtest, dass du das angefangene Projekt durchziehen kannst. Weil du weißt, dass dich dieses Promotionsthema nicht loslassen wird, wenn es in einer Schublade landet. Oder weil du als Wissenschaftlerin oder generell an einer Hochschule arbeiten möchtest, weil du Spaß an dieser Arbeit hast, weil der Doktortitel für dich und deinen weiteren Weg wichtig ist.

Je klarer du für dich hast, warum du das machst, desto „einfacher“ wird es dir fallen, dich zu motivieren, wenn es schwierig wird. Und in den meisten Fällen wird es irgendwann schwierig, weil das Verhältnis zu Doktormutter / Doktorvater vielleicht nicht so gut ist oder sich verschlechtert, weil du dich allein oder überfordert fühlst und keine Ansprechpersonen hast, die dich unterstützen, oder weil deine Stelle oder dein Stipendium ausgelaufen ist und du inzwischen eine neue Stelle aufnehmen musstest und nur noch die Feierabende und Wochenenden hast, um an deiner Promotion zu arbeiten.

Insbesondere wenn es gerade nicht gut läuft, schreib bitte auf, was dein Ziel ist.

Und dann mach einen guten Plan, wie du dahin kommst.

Wenn du Hilfe dabei brauchst, dich zu motivieren oder deine Arbeit zu strukturieren, melde dich gerne bei mir. Wir machen zusammen einen Plan und gehen das an.

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Blogbeitrag #7: Wann und wie kannst du dich am besten konzentrieren?

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Blogbeitrag #5: Wofür du auch in intensiven Schreibphasen Pausen einlegen solltest