Blogbeitrag #5: Wofür du auch in intensiven Schreibphasen Pausen einlegen solltest
Wer intensiv an Texten arbeitet, muss Pausen machen. Es geht ja nicht nur darum, ein Buchprojekt abzuschließen oder eine Dissertation einzureichen, sondern dabei bestenfalls glücklich und gesund zu bleiben. Wer ohne Pausen schreibt, kann sehr schnell Rücken-, Nacken- oder Kieferverspannungen bekommen, ein Repetitive-Strain-Injury-Syndrom (RSI-Syndrom) entwickeln oder seine mentale Gesundheit gefährden.
Nur als kurze Erläuterung, weil das RSI-Syndrom in Deutschland oft nicht zuverlässig erkannt und diagnostiziert wird: In den USA und Australien ist eine Repetitive Strain Injury (RSI) eine anerkannte Berufskrankheit, die über Monate oder Jahre durch stereotype Bewegungswiederholungen beim Schreiben, Tippen und Klicken (oder beim Häkeln oder Musikinstrument spielen) hervorgerufen werden können. Wenn es schlecht läuft, gehen solche Überlastungsschmerzen in das Schmerzgedächtnis über. Dann wird es schwierig, sowas wieder loszuwerden.
Weil es so wichtig ist, kommt daher jetzt eine Erinnerung, wofür du auch in intensiven Schreibphasen Pausen einlegen solltest:
Für Bewegung: Selbst, wenn du Bewegungseinschränkungen haben solltest, versuche unbedingt dich zu bewegen, gerne an der frischen Luft. Alles hilft - jede Stunde die Schultern nach hinten kreisen, längere Spaziergänge, regelmäßig joggen gehen, Yoga, Pilates, Fahrrad fahren oder schwimmen. Es hilft beim Kraft aufbauen, Stress abbauen und kreativ werden. Es hilft wirklich auch beim Schreiben.
Für soziale Kontakte: Wie schon erwähnt, such dir gerne eine Schreibgruppe oder ein Schreibtandem, um dich über deine Erfolge und Herausforderungen beim Schreiben auszutauschen. UND: Bitte triff dich auch mit Menschen, die absolut gar nichts mit Schreiben oder Promovieren zu tun haben. Trinkt zusammen Kaffee, kocht was Leckeres oder geht feiern. Du bist schon beim Schreiben viel allein, du brauchst Gesellschaft.
Für Selbstfürsorge & Hobbies: Nutze jede kleine Gelegenheit, dir selbst etwas Gutes zu tun, z. B. morgens ausgiebig frühstücken, gesund essen, meditieren, Häkelprojekte oder ein gutes Buch lesen. Ja, das ist im Alltag oft kaum umsetzbar, aber wenn sich für dich die Chance auf Entspannung bietet, nutze sie bitte sofort. Im Dauerstress kommst du nicht an dein Ziel.
Für Kunst, Kultur & Zerstreuung: Jetzt ein ganz verrückter Vorschlag. Du könntest mal wieder ins Museum gehen, einen Podcast zu Wissenschaft, Kultur oder Geschichte hören, selbst kreativ werden oder kurz: Dich einfach mal mit anderen Themen beschäftigen, die nichts mit deinem Buchprojekt oder Promotionsthema zu tun haben. Sich auf neue Inhalte einzulassen, kann dabei helfen, ganz neue Ideen zu entwickeln.
Für absolutes Nichtstun: Ich weiß, spätestens jetzt wird es unglaubwürdig, aber du könntest dir vornehmen, einfach mal gar nichts zu machen. Auf einer Wiese liegen und in den Himmel gucken. Leicht wippend auf einem Schaukelstuhl den Sonnenuntergang genießen. Oder auf einer Bank am Rhein sitzen und den Schiffen zuschauen, wie sie in Richtung Nordsee kleiner werden. Höchstens atmen.
Wenn du Hilfe dabei brauchst, deine Schreibarbeit zu planen, strukturiert zu arbeiten und konsequent Pausen einzulegen, melde dich gerne bei mir. Im Schreibcoaching analysieren wir deine bisherige Schreibroutine und gucken, wie wir deine Arbeitsweise anpassen können, um dir mehr Pausen zu ermöglichen. Ich freue mich auf dich und dein Projekt.