Blogbeitrag #27: Es gibt hier nichts zu sehen.

Wenn du eigentlich in diesem Moment an deiner Abschluss- oder Doktorarbeit oder an deinem Buchprojekt schreiben wolltest, und das hier liest, brauchst du dich nicht schlecht zu fühlen. Wenn du gerade Pause machst und das hier liest, auch nicht.

Es geht den meisten so. Instagram (und andere Apps) sind so konstruiert, dass es schwerfällt, sie wegzulegen. Denn, man könnte ja etwas verpassen – News, Trends, Reaktionen, Kommentare, DMs.

Wenn dich solche Plattformen nicht stressen, brauchst du nicht weiterzulesen. Wenn du sie öfter nutzt, als dir lieb ist, dann schon. Seitdem ich Instagram auch beruflich nutze und mir im Professional Dashboard permanent angezeigt wird, wie viele Aufrufe meine beiden Accounts in den letzten 30 Tagen hatten, wird das Thema Abgrenzung immer wichtiger für mich. Es folgen ein paar Impulse, wie ein bewussterer Umgang mit Instagram (und ähnlichen Apps) gelingen kann.

  1. Ändere den Hintergrund deines Smartphones: Ändere dein Hintergrundbild in ein Naturfoto, falls du dich eh nach mehr Zeit im Grünen sehnst. Oder in ein Bild eines Vulkans, falls dir die Eselsbrücke zu Lava helfen könnte, dein Handy seltener in die Hand zu nehmen. Probiere aus, ob so eine minikleine Veränderung bereits hilft.

  2. Stell dir einen Alarm, um dein Instagram zu checken: Wenn du als Autor*in oder freiberufliche Lektor*in Instagram nutzt, um dir ein Netzwerk aufzubauen oder Kundenanfragen zu generieren, zählt das hier offiziell als deine Arbeitszeit. Wenn möglich, schaffe dir Zeitfenster zum Arbeiten und solche zum Pausen machen und Feierabend genießen. Lege dafür Zeiten fest: Stell dir einen Wecker, wann du Instagram checken (oder bespielen) möchtest und lass ansonsten gerne die Finger davon, besonders in deiner Freizeit.

  3. Mache bewusste Instagram-Pausen: Du musst nicht gleich digitales Detox betreiben oder während der Fastenzeit (oder generell), diese App deinstallieren. Versuche aber mal, einen ganzen Tag oder zwei die App nicht zu nutzen. Das hilft dabei, zu verinnerlichen, dass es hier nichts zu sehen gibt bzw. dass du hier nichts Weltbewegendes verpasst. Die Kontrolle darüber zurückzugewinnen, fühlt sich gut an.

  4. Mache generell bewusstere Pausen: Selbst im Angestelltenverhältnis ist es eine Überlegung wert, wie du deine Pausen gestalten könntest, damit sie dir guttun: Vielleicht ein kurzer Spaziergang mit Kolleg*innen oder ein Eis auf der Dachterrasse? Im Homeoffice und generell in der Selbstständigkeit ist es eh ein Thema, überhaupt genügend Pausen zu machen. Und dann zu überlegen, was du brauchst: Frische Luft, Bewegung, Musik, Podcasts, ein gutes Buch oder eine App. Wenn dir das Scrollen durch Apps Freude oder Entspannung bereitet, spricht nichts dagegen. Ich schätze, ich möchte nur dazu einladen, das dann bewusst zu tun oder eben zu lassen.

  5. Nutze App Blocker: Die strickende Bohne von Focus Friend hatte ich bereits erwähnt und für Schreibblöcke empfohlen. Noch effektiver könnte die App One Sec sein, die dich – wenn du ihr entsprechende Befugnisse erteilst – jedes Mal beim Öffnen der jeweiligen App auffordert, einmal durchzuatmen und dann nochmal zu entscheiden, ob du wirklich diese App nutzen möchtest.

Ich wünsche dir in jedem Fall eine möglichst produktive Schreibzeit und erholsame Pausen.

Wenn du eine professionelle Schreibbegleitung für deinen Schreibprozess suchst, melde dich gerne bei mir.

Ich freue mich auf dich und dein Projekt.

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