Blogbeitrag #16: Selbstzweifel, Perfektionismus und zu hohe Erwartungen sind Endgegner beim Schreiben

Von Kund*innen höre ich regelmäßig die Aussage, sie seien „Nieten“ im wissenschaftlichen Schreiben. Eine wunderbare systemische Beraterin (@die_systemikerin) stellte diese Woche in einem Reel auf Instagram die Frage, ob man mit seinen eigenen Kindern so reden würde, wie man sich selbst 24/7 kleinredet und sich ständig Vorwürfe macht. Offensichtlich nicht.

Ohne darauf einzugehen, woher das kommt und warum wir uns das von unserem inneren Kritiker gefallen lassen, liefere ich hier fünf Impulse, die dir hoffentlich helfen:

  1. Schreiben ist erlernbar: Schreiben ist ein Handwerk, das du lernen kannst. Je häufiger und je mehr du schreibst, desto schneller und besser wirst du schreiben können. Beginne – parallel zum Schreiben der Abschluss- oder Doktorarbeit – mit dem Free Writing (nein, daran geht absolut kein Weg vorbei!). Versuche, jeden Tag zu schreiben.

  2. Mach dir einen Plan: Beim wissenschaftlichen Schreiben ist es sinnvoll, viel Zeit in einen detaillierten Plan zu stecken. Arbeite eine Gliederung aus – erstelle nicht nur Kapitel, sondern Unterkapitel. Überlege dir für jedes Unterkapitel, was die Leser*innen hier erwarten, welche Informationen du in welcher Reihenfolge liefern möchtest. Schreibe die Hauptmessages für jedes Unterkapitel runter und plane einen Absatz pro Hauptmessage ein. Erst dann fängst du an zu schreiben.

  3. Du schreibst hier nicht die Endversion: Schreib bitte erstmal, was du sagen möchtest, und halte dich nicht damit auf, jeden Satz besonders ausgefallen zu formulieren. Sätze, die noch nicht rund klingen, sind besser als ein leeres Blatt Papier. So funktioniert schreiben: Du schreibst und in der Überarbeitung (!) verbesserst du deinen Text. Erwarte bitte nicht von dir, im ersten Versuch alles so zu formulieren, wie es später gedruckt werden soll – so arbeitet und schreibt wirklich niemand. Planung und Überarbeitung sind genauso wichtige Arbeitsschritte wie das Schreiben selbst.

  4. Sprich mit anderen über deine Schwierigkeiten: Such dir bestenfalls eine Schreibgruppe, ein Schreibtandem oder einen Schreibcoach, der dich auf den letzten Metern begleitet. Ich habe schon viele Menschen getroffen, die aus komplett verständlichen Gründen ihre Abschluss- und Doktorarbeiten nicht fertigstellen konnten (weil die Förderung ausgelaufen war oder sie es neben ihrem Vollzeitberuf und / oder der Kinderbetreuung nicht schaffen konnten). Sowas beschäftigt die meisten sehr lange. Wenn du eine Chance siehst, es jetzt zu Ende zu bringen, such dir die Unterstützung, die du brauchst.

  5. Versuche, mehr Verständnis für dich aufzubringen: Eine Abschluss- oder Doktorarbeit zu schreiben ist eine emotionale Ausnahmesituation. Selbstzweifel und das Gefühl von Überforderung sind vorprogrammiert. Es ist wichtig, möglichst gut zu sich selbst zu sein. Rede dir gut zu, überlege dir ein Mantra, vergleiche dich nicht mit anderen, gönne dir Pausen und Belohnungen. Was du machst, ist nicht leicht. Erinnere dich an dein Ziel und versuche, besonders nett zu dir selbst zu sein.

Wenn du ein konkretes Anliegen hast, bereite ich gerne passgenau eine Schreibcoaching-Session für dich vor. Ansonsten stehe ich dir gerne mit Lektorat und Korrektorat zur Seite. Wenn du Fragen zu meinen Leistungen hast, melde dich gerne bei mir.

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