Blogbeitrag #15: So wirst du deine aussortierten Dinge los – Teil 2: Tauschen, spenden und verschenken

Wundervoll, du hast aussortiert.

‍Wie schon in Teil 1 dieser Reihe beschrieben, hängt es jetzt vor allem von deinen Ressourcen ab, wie es mit deinen aussortierten Dingen weitergeht: Von deinem Platz, von deiner Zeit und deinen Energiereserven. Hast du den Platz, um die Sachen in Kartons in deinem Wohnraum, auf dem Dachboden oder in einem trockenen (!) Keller aufzubewahren, um sie in Ruhe zu verkaufen? Falls ja, wieviel Platz möchtest du dafür verwenden? Und für wie lange? Hast du die Zeit, dich darum zu kümmern, Menschen zu finden, die diese Dinge noch gebrauchen können? Wenn ja, wie viel Zeit möchtest du dafür einplanen? Hast du die Energie, für einzelne Spenden oder Verkäufe mit anderen zu kommunizieren, Termine auszumachen und Übergaben zu organisieren, die ggf. dann doch nicht zustande kommen? Wenn du die vorherigen Fragen für dich klar beantworten kannst, entscheide dich, ob du deine aussortierten Dinge verkaufen, tauschen, spenden / verschenken oder entsorgen möchtest.

Du hast die folgenden Möglichkeiten, um deine aussortierten Dinge online oder vor Ort zu tauschen, zu spenden oder zu verschenken:

‍Das Tauschen von Dingen macht nur Sinn, wenn du überhaupt etwas benötigst und wenn du dir vorstellen kannst, dich an gebrauchten Artikeln in Zukunft genauso zu erfreuen wie an Neukäufen. Es ist in jedem Fall besser für die Umwelt und kann Spaß machen, weil die aussortierten Dinge meist in gute Hände kommen. Bei den folgenden Online-Tauschbörsen bitte beachten, dass das Fotografieren und Hochladen von Artikeln immer auch Arbeit bedeutet. Guck einfach, ob du gerade die Energie dafür hast.

Tauschbörsen und Tausch-Communities im Internet

Tauschticket: Das Anbieten von Artikeln ist kostenfrei, der Empfänger eines Artikels übernimmt eine Tauschgebühr in Höhe von 0,49 €. Als Versender*in übernimmst du das Porto und erhältst für den Tausch Tickets, die du auf der Plattform wieder einlösen kannst. Im Katalog stöbern lohnt sich, weil die Auswahl groß und zum Teil kurios ist – Babyartikel, Bastelzubehör, Bücher, Delikatessen, Haushaltsgeräte, Kleidung, Seltenes, Zeitschriften und vieles mehr werden angeboten und getauscht.

Tauschgnom: Als virtuelle Tauschwährung gibt es auf dieser Seite Token. Das Tauschen ist kostenfrei, der Anbieter des Produkts übernimmt die Versandkosten. Es werden Artikel, wie z. B. Kleidung (besonders schlau: Karnevalskostüme), Hörspielkassetten, Gesellschaftsspiele, Bastel- und Kleinkram getauscht, aber zum Teil auch ausgeliehen. Es gibt auch Gruppen, in denen Wanderpakete rotieren, deren Inhalte von den Mitglieder*innen jeweils verändert und dann weitergeschickt werden. Über die Website lassen sich auch Mitgliedertreffen vor Ort organisieren.

Kleidertausch: Website, auf der Du Kleidertausch-Events in ganz Deutschland finden bzw. eintragen lassen kannst. Die Website bietet auch Checklisten, Vorlagen und Unterstützung für dich an, falls du (ggf. in Zusammenarbeit mit einer Organisation) eine solche Kleidertausch-Party veranstalten möchtest. Das ist eine Kleidertausch-Community, die sich gegen Fast Fashion einsetzt.

Tauschen vor Ort

Kleidertausch-Termine: Bei uns am Niederrhein organisiert zum Beispiel die ach so – Initiative für bewusstes Leben in Dinslaken mehrere solcher Termine im Jahr. Dabei kannst du bis zu 10 gut erhaltene Kleidungsstücke mitbringen und dir aus den angebotenen Kleidungsstücken einfach mitnehmen, was dir gefällt. Der Rest wird gespendet.

Privater Kleidertausch: Falls du ein paar Freund*innen zusammenbekommst, kannst du auch einen privaten kleinen Kleidertausch organisieren. Dazu bringt jede*r mit, was nicht mehr passt und beim geselligen Abend finden die meisten Teile ein neues Zuhause. Kleidertausch von Kinderkleidung wäre auch innerhalb der Kindergarten-Elternschaft denkbar. Es wäre gut, eine Veranstaltung dafür zu organisieren, anstatt im Kindergarten Wühlkisten aufzustellen, die Platz kosten und meist nicht zum Stöbern einladen.

Spendenmöglichkeiten im Internet

Spendenbügel: Falls du in der Lage bist, das Porto zu zahlen und mit deiner aussortierten Kleidung etwas Gutes tun willst, bist du bei diesem gemeinnützigen Secondhand-Onlineshop genau richtig. Einfach gewaschene, gut erhaltene Kleidung an diesen Verein in Wismar schicken. Das kleine Team von Spendenbügel e.V. bietet die Teile für günstige Preise in ihrem Onlineshop an. Das Beste ist, dass 90 % des Erlöses an Vereine aus Tierschutz, Umweltschutz, Jugend- & Altenhilfe gespendet wird.

Vostel: Registrierte Nutzer*innen können auf dieser Seite Sachspendengesuche von sozialen Organisationen einsehen. Es ist möglich, nach Ort zu filtern und dann konkrete Auskünfte zu bekommen, was gebraucht wird und an wen man sich wenden soll. Einige Organisationen holen die Spenden selbst ab oder zahlen sogar das Porto. Die Registrierung ist zwar ein Hindernis, aber wenn du viele Dinge aussortiert hast und sie in gute Hände geben möchtest, ist das eine gute Möglichkeit.

Spendenmöglichkeiten vor Ort

Altkleider-Container: Bei Kleiderspenden am besten darauf achten, welche Organisation den Container betreibt. Die bekannten Wohlfahrtsverbände (Deutsches Rotes Kreuz, Caritas, Diakonie, Heilsarmee oder AWO) geben die Spenden im Inland an Bedürftige weiter oder verkaufen sie für kleines Geld in ihren Sozialkaufhäusern. Bei kommerziellen Anbietern ist es schwer nachzuvollziehen, ob die Spenden nicht vielleicht doch ins Ausland verschifft werden, wo sie lokale Märkte und die Umwelt belasten.

Sozialkaufhäuser und Kleiderkammern: Die Kaufhäuser der Diakonie (KaDeDi) wurden 1984 vom Diakoniewerk in Duisburg gegründet. Inzwischen gibt es in Duisburg und am Niederrhein sieben Filialen, in denen gebrauchte Kleidung, Textilien, Geschirr, Kochutensilien, Deko-Artikel und Möbel gespendet bzw. günstig gekauft werden können. Solche Sozialkaufhäuser und Kleiderkammern sind eine gute Möglichkeit, aussortierte Dinge vor Ort loszuwerden und ihre Nutzungsdauer zu verlängern. Größere Mengen oder Möbelstücke können z. T. auch abgeholt werden.

Kost-Nix-Läden: Der Kost-Nix-Laden der Bürgerhilfe Dinslaken e.V. freut sich über gut erhaltene gebrauchsfähige Gegenstände, wie z. B. Kleidung, Sportkleingeräte, Lampen, Kosmetika (ausschließlich originalverpackt), Werkzeug, Malbücher und vieles mehr. Dieses Projekt der Bürgerhilfe zielt darauf ab, gebrauchte Gegenstände kostenlos und tauschfrei zur Verfügung zu stellen – unabhängig von finanziellen Möglichkeiten. Das ist schöner Laden, in denen Bedürftige bis zu fünf Gegenstände (bzw. einen hochwertigen Gegenstand) am Tag für den privaten Gebrauch mitnehmen dürfen. Vielleicht gibt es sowas auch in deiner Stadt?

Wunderfinder e.V.: Dieser Verein unterstützt in Dinslaken Obdachlose, Bedürftige, Alleinerziehende und Senior*innen in Altersarmut. Ehrenamtlich werden Kleider- und Sachspenden an Bedürftige verteilt – insbesondere warme Kleidung aber auch Equipment für die Straße (wie z. B. Schlafsäcke, Isomatten) werden immer gebraucht. Unpassende Kleidung wird über einen eBay for charity-Account versteigert.

Friedensdorf International: Das Friedensdorf International hilft kranken und verletzten Kindern aus Kriegs- und Krisengebieten und ermöglicht ihnen eine medizinische Behandlung in Europa. Du kannst diese wertvolle Arbeit unterstützen, indem du gut erhaltene Kleidung, Nachtwäsche, Wolldecken, Fahrräder, Kochtöpfe oder Spielsachen spendest (aber keine Bücher, Puzzles oder Gesellschaftsspiele, bitte Informationen zu Sachspenden auf der Website beachten). Die zentrale Abgabestelle ist in Dinslaken, Kleiderspenden können auch in Oberhausen abgegeben werden.

Kinderintensivstationen: Falls du die schönsten Bodies und Strampler deiner Kinder nicht selbst aufheben möchtest, frag doch mal bei den Kinderintensivstationen in deiner Umgebung nach, ob sie Kleiderspenden gebrauchen können. Hier zählt nicht Quantität, sondern Qualität – es ist für Eltern eines Neugeborenen, das in der Neonatologie versorgt werden muss, wirklich ein Geschenk, wenn es dort zum ersten Mal angezogen wird und etwas Schönes tragen darf.

Verschenken vor Ort

Kleinanzeigen: Wenn du die Energie hast, mit Interessent*innen zu kommunizieren, um die Abholung zu organisieren, stell deine aussortierten Sachen einfach zu verschenken bei (eBay) Kleinanzeigen rein. Überlege dir vorher, ob du einzelne Gegenstände bei Übernahme der Versandkosten auch verschicken würdest. Falls nicht, wähle bei Kleinanzeigen „kein Versand“ aus, um unnötige Anfragen zu vermeiden.

Öffentliche Bücherschränke: Gebrauchte Bücher kannst du guten Gewissens in öffentliche Bücherschränke stellen (am Rhein in Götterswickerhamm, in Voerde auf dem Marktplatz, in Dinslaken am Rotbach – es gibt sie zum Glück inzwischen überall). Achte nur darauf, dass es auch Bücher sind, die bestenfalls noch Anklang finden und in gutem Zustand sind.

Ich hoffe, dass die ersten beiden Teile dieser Reihe hilfreich für dich waren bzw. sind und du durch diesen Ausblick, deine Sachen in gute Hände geben zu können, noch motivierter bist, sie auszusortieren und aus dem Haus zu bekommen. Ich bin Sina und ich freue mich, wenn ich dich motivieren kann, deine Ordnungsziele anzugehen und aussortierte Dinge schnellstmöglich loszuwerden. Wenn du beim Loslassen der Dinge, die du nicht mehr benötigst, Unterstützung brauchst, melde dich gerne bei mir. Ich freue mich auf dich und dein Projekt.

Hier die Liste der genannten Plattformen und Websites. Das sind keine Empfehlungen, sondern nur Erwähnungen. Bitte recherchiere selbst, welche dir am ehesten zusagt:

https://www.tauschticket.de/

https://www.tauschgnom.de/

https://kleidertausch.de/

https://achso-dinslaken.de/

https://www.spendenbuegel.de/

https://www.vostel.de

https://fairwertung.de/

https://www.diakoniewerk-duisburg.de/dienstleistungen-handwerk/kaufhaeuser-der-diakonie-kadedi/

https://buergerhilfe-dinslaken.de/projekt/kost-nix-laden.html

https://friedensdorf.de/

https://www.kleinanzeigen.de/

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