Blogbeitrag #25: Guten Tag, ich bin eine menschliche Lektorin.
Ich nutze keine KI, schon gar nicht im Lektorat. Nein, auch nicht heimlich.
Für KI-gestützte Lektorate wird aktuell viel Werbung gemacht. Studierende, Autor*innen, Lektor*innen (!), Agenturen und Verlage werden darin aufgerufen, endlich professionell zu arbeiten. Lektorate, minutenschnell.
Warum ich keine KI nutze?
Ich genieße das Vertrauen meiner Kund*innen: Es ist für mich ein großer Vertrauensbeweis, wenn mir Kund*innen ihre Manuskripte, an denen sie so lange gearbeitet haben, anvertrauen. Wenn ich ihnen versichere, nur mit „Änderungen nachverfolgen“ zu arbeiten, mache ich mit dem Manuskript nichts anderes – ich gebe den Text nicht in eine KI ein und ich zeige ihn auch keiner dritten Person.
Ich schütze das Urheberrecht meiner Kund*innen: Ich habe sehr großen Respekt vor geistigem Eigentum. Mir reicht es nicht, dass bei manchen KI-Tools bei den Einstellungen ein Haken gesetzt werden kann, ob Input-Daten zu Trainingszwecken verwendet werden dürfen oder nicht, oder dass da versprochen wird, dass die Manuskripte auf verschlüsselten Servern in der EU gespeichert werden. Ich behalte gerne die Kontrolle darüber, was mit den Manuskripten meiner Kund*innen passiert. Selbst die Entscheidung, auf welchem Wege mich das Manuskript erreicht, hängt vom Wunsch und vom Sicherheitsempfinden der Verfasser*innen ab: per E-Mail, per USB-Stick oder als Ausdruck per Post.
Ich liebe meinen Beruf und leiste exzellente Arbeit: Ich bin Lektorin, weil es mich glücklich macht, zu lektorieren. Ich liebe es, Fehler zu korrigieren, auf den Sprachstil zu achten, die Struktur zu verbessern, die Zitierweise zu vereinheitlichen, die Zielgruppe und Leserfreundlichkeit im Blick zu behalten (ja, auch bei Sach- und Fachtexten). Es geht darum, gemeinsam mit Autor*innen, den Text und das Leseerlebnis weiterzuentwickeln und besser zu machen. Dazu kommt noch die Tatsache, dass ich durchaus Manuskripte zugeschickt bekomme, die bereits mit Hilfe von KI korrigiert worden sind. Und ja, ich finde auch in ihnen Fehler und Verbesserungspotenzial. Wie sollte ich einer KI vertrauen, meine (komplexe und wichtige) Arbeit zu übernehmen? Wie sollte ich es mir „leicht machen“, indem ich irgendetwas davon auslagere? Ich mache diese Arbeit sehr gut und sehr gerne.
Ich würde diese sinnstiftende Arbeit niemals – komplett oder teilweise – mit einem Klick ersetzen wollen.
Wenn du im Lektorat auf Qualität setzen oder in der Endphase deiner Promotion mit einem Schreibcoach reden möchtest, der dir zuhört und dich motiviert, melde dich gerne bei mir. Ich freue mich auf dich und dein Projekt.