Blogbeitrag #11: So wirst du deine aussortierten Dinge los – Teil 1: Verkaufen
Wundervoll, du hast aussortiert!
Wie es jetzt mit deinen aussortierten Dingen weitergeht, hängt vor allem von deinen Ressourcen ab: Von deinem Platz, von deiner Zeit und deinen Energiereserven. Hast du den Platz, um die Sachen in Kartons in deinem Wohnraum, auf dem Dachboden oder in einem trockenen (!) Keller aufzubewahren, um sie in Ruhe zu verkaufen? Falls ja, wieviel Platz möchtest du dafür verwenden? Und für wie lange? Hast du die Zeit, dich darum zu kümmern, Menschen zu finden, die diese Dinge noch gebrauchen können? Wenn ja, wie viel Zeit möchtest du dafür einplanen? Hast du die Energie, für einzelne Spenden oder Verkäufe mit anderen zu kommunizieren, Termine auszumachen und Übergaben zu organisieren, die ggf. dann doch nicht zustande kommen?
Wenn du die vorherigen Fragen für dich klar beantworten kannst, entscheide dich, ob du deine aussortierten Dinge verkaufen, tauschen, spenden / verschenken oder entsorgen möchtest.
Du hast die folgenden Möglichkeiten, um deine aussortierten Dinge online oder vor Ort zu verkaufen:
Re-Commerce- / Gebrauchtwaren-Handelsunternehmen
Ein Vorteil vom Verkauf an Re-Commerce-Handelsunternehmen ist, dass du – je nachdem wie gefragt deine Produkte sind – eine große Menge auf einmal in ein Paket packen und (je nach Anbieter) kostenfrei versenden kannst. Damit schaffst du die Sachen schnell aus dem Haus und sparst dir viel Zeit, weil du dich nicht selbst um Produktfotos / -beschreibungen und Kundenkommunikation kümmern musst. Ja, das Scannen, Verpacken und Versenden ist auch aufwendig, aber immerhin haben die meisten Anbieter inzwischen eigene Apps, mit denen du Barcodes oder ISBN einfach einscannen und so Produkte schnell finden und in deine Verkaufsbox legen kannst. Ein Nachteil ist, dass die Ankaufspreise in der Regel geringer sind als bei einem Verkauf an Privat und dass verständlicherweise nur angekauft wird, was gerade auf dem Markt gefragt ist.
Hier sind drei solcher Unternehmen mit Produkten, die sie ankaufen:
Momox: Medien (Bücher, CDs / Vinyl, DVDs / Blu-rays, Software / Videospiele) und Kleidung (Damen- / Herren- / Kinderkleidung) – kostenloser Versand ab einem Mindestankaufswert von 10 €
Rebuy: Elektronik (Handys, Tablets, Konsolen, Kameras, Wearables, wie z. B. Smartwatches oder Fitness Tracker) und Medien (Bücher, CDs / Vinyl, DVDs / Blu-rays, Videospiele) – kostenloser Versand, kein Mindestankaufswert
ZOXS: Elektronik (MP3-Player, Kopfhörer, Handys, Tablets, Konsolen, Kameras, Wearables, Laptops, Computer und Zubehör), Medien (Bücher, CDs, DVDs / Blu-rays, Videospiele), Spielzeug (Lego, Playmobil, Duplo, Gesellschaftsspiele, etc.), Produkte aus Haus & Garten (Wisch- / Saugroboter, Staubsauger, Küchengeräte, Haarstyling-Zubehör, Werkzeuge) – kostenloser Versand ab 50 € Verkaufswert
Tipp 1: Wenn du viele Medien loswerden möchtest, lohnt es sich ggf. die Ankaufspreise der Re-Commerce-Plattformen zu vergleichen (z. B. auf recyclingmonster.de), Nachteil: Hier müssen ISBN oder EAN händisch eingegeben werden.
Tipp 2: Bitte immer die Ankaufskriterien bzgl. der Produktqualität beachten und einhalten (sonst wird nach deren Prüfung weniger bezahlt als der vereinbarte Ankaufspreis).
Tipp 3: Bei diesen An- und Verkaufsplattformen bitte standhaft bleiben, dass du eine Auszahlung und keine Gutschrift für die jeweilige Plattform möchtest (diese Frage kommt jedes Mal, gerne in Kombination mit Lockangeboten).
Online-Flohmärkte / Secondhand-Online-Marktplätze
Wenn du deine aussortierten Dinge selbst verkaufen möchtest, um etwas mehr Geld damit zu verdienen, bieten sich einige Online-Flohmärkte an. Das bedeutet deutlich mehr Arbeit und kostet zum Teil auch einige Nerven. Überlege dir, ob du dafür gerade Energie aufbringen möchtest.
Hier sind drei solcher Online-Flohmärkte mit Produkten, die du dort anbieten darfst: Kleinanzeigen / früher eBay Kleinanzeigen (nahezu alles), Vinted (inzwischen nicht nur Kleidung und Schuhe, sondern auch Wohnaccessoires, Werkzeuge, Elektronik und Sportartikel), Mädchenflohmarkt (Kleidung, Schuhe, Taschen, Accessoires, Schmuck).
Tipp 1: Auf diesen Online-Marktplätzen ist es empfehlenswert, nur qualitativ hochwertige Produkte oder größere Sets anzubieten, weil sich für eine einzelne Kinderjeans für 1 € der Aufwand einfach nicht lohnt.
Tipp 2: Gib dir gerne etwas Mühe, schöne Fotos zu machen. Dann gelingen Verkäufe zu etwas höheren Preisen – und du wirst die Sachen bestenfalls auch schneller los.
Tipp 3: Auf solchen Plattformen bitte keine Tragefotos hochladen, nicht von dir und schon gar nicht von deinen Kindern; in 2025 wurde bekannt, dass solche Tragebilder im großen Stil in einem Telegram-Kanal hochgeladen wurden. Daher bitte vorsichtig sein.
Möglichkeiten vor Ort
Flohmärkte: Da muss man natürlich Typ für sein, aber ein eigener Flohmarktstand kann Spaß machen und sich lohnen. Viele Kindergärten richten regelmäßig familiäre Kinderflohmärkte mit Fahrzeugbörsen aus. In Dortmund, Düsseldorf, Osnabrück und einigen anderen Städten finden regelmäßig Nachtflohmärkte statt. Bei uns am Niederrhein organisiert die Buchhandlung Lesezeit in Voerde regelmäßig einen „Flohmarkt der Eitelkeiten“ für Frauen - mit Kaffee und Kuchen im dazugehörigen Buchcafé. Mach dich schlau, welche Flohmärkte es bei dir gibt, leih dir einen Tapeziertisch, denk an Münzgeld und werde so viel wie möglich los.
Gebrauchtwarenläden vor Ort: Klassische Secondhand-Shops für Kleidung zahlen entweder direkt in Bar oder beteiligen dich an dem Gewinn sobald deine Teile verkauft wurden. Viele kleinere Schallplattenläden kaufen gut erhaltene Schallplatten von privat an. In Dortmund, Münster, Duisburg, Essen und Köln gibt es Filialen des Gebrauchtwaren-Handelsunternehmens ändra für den An- und Verkauf von Unterhaltungsmedien (CDs / Vinyl, DVDs / Blu-rays, Videospiele) vor Ort.
Regalläden: In Wesel gibt es z. B. das REGALokal, in dem du ein Regalfach (ca. 50x 80 cm) wöchentlich mieten und selbst gestalten kannst. Etikettendruck und Verkauf übernimmt das Ladenpersonal, weswegen bei Verkauf eine kleine Servicepauschale fällig wird. Je länger die Mietzeit, desto günstiger wird der wöchentliche Mietpreis. Das ist auch ein schöner Weg, um aussortierte Dinge, mit geringem Aufwand lokal loszuwerden.
Ich bin Sina und ich freue mich, wenn ich dich motivieren kann, deine Ordnungsziele anzugehen und aussortierte Dinge schnellstmöglich loszuwerden. Wenn du beim Loslassen der Dinge, die du nicht mehr benötigst, Unterstützung brauchst, melde dich gerne bei mir. Ich freue mich auf dich und dein Projekt.
Hier die Liste der genannten Plattformen. Das sind keine Empfehlungen, sondern nur Erwähnungen. Bitte recherchiere selbst, welche dir am ehesten zusagt:
https://www.recyclingmonster.de/
https://www.maedchenflohmarkt.de/
https://buchhandlung-lesezeit.buchhandlung.de/ (Voerde)
https://xn--cd-andr-cxa.de/index.php (Dortmund, Münster, Duisburg, Essen und Köln)
https://www.regalokal.de/ (Wesel)