Blogbeitrag #38: „Kannst du das auch Kindern beibringen?“
Die Frage wird mir häufig gestellt. Ich bringe zwar vor allem Dokumente in Ordnung, aber ich helfe auch gerne dabei, Zimmer umzugestalten. Ja, auch Kinderzimmer. Allerdings nur am Niederrhein.
Aber: Ich bringe Kindern nicht bei, aufzuräumen. Ich stelle erstmal Fragen und höre zu: Wie nutzt du das Zimmer? Nutzt du es allein oder teilst du es dir? Was machst du aktuell am liebsten? Was sind deine Schätze, die einen besonderen Platz benötigen? Kommst du an alles gut ran? Hast du eigene Ideen, die du umsetzen möchtest?
Und dann werden alle Teile zugeordnet und (Raum-)Lösungen gefunden, damit es für das Kind ein schöneres Zimmer wird, in dem es sich wohlfühlt und gerne spielt. Eine solche Kinderzimmer-Aufwertung ist in meinen Augen ein Erfolg, wenn das Kind anschließend an alles rankommt, weiß wo alle Dinge sind und das Aufräumen sehr viel schneller geht. Außerdem sind folgende Punkte wichtig:
Verwechsle nicht Ordnungschaffen mit Aussortieren: Das gilt insbesondere für Spielsachen, für die das Kind von außen betrachtet „zu alt“ erscheint, die aber vielleicht einen großen emotionalen Wert haben. Einfach bei jedem Teil fragen, wohin und in welche Kategorie es gehört. Klar, wenn dem Kind dabei Dinge in die Hände fallen, die es nicht mehr mag oder braucht, kann es die aussortieren, aber das ist hier absolut nicht der Fokus.
Vielleicht wäre ein Rotationssystem denkbar: Viele Kinder haben tatsächlich zu viele Spielsachen in ihren Zimmern. Wenn ein (trockener) Keller oder ein geeigneter Dachboden zur Verfügung steht, könnte ein Teil der Spielsachen in transparenten Kisten verpackt dorthin wandern. Diese Reduktion auf Zeit bzw. das regelmäßige Austauschen von Spielsachen hilft, sich auf die im Kinderzimmer verbleibenden Spielsachen zu konzentrieren und sich mit ihnen wirklich zu beschäftigen. Das ist großartig, aber auch etwas mehr Arbeit.
Lass das Kind die Kategorien, was in welche Schublade gehört, selbst festlegen: Wie soll es sonst irgendetwas in Schubladen zurück räumen, wenn ihm nicht klar ist, was wohin gehört. Das letzte Mal, als ich in einem Kinderzimmer half, wollte das Kind die Playmobil-Sammlung in „Figuren und Zubehör“, „Möbel“, „Natur und Tiere“ und „Set-Zubehör“ einteilen. Da wäre ich so nicht draufgekommen, aber es funktionierte fabelhaft.
Wenn du Unterstützung in deinem Zuhause brauchst, melde dich gerne per E-Mail bei mir. Falls du zu weit wegwohnst, könnte ich dich auch online begleiten. Ich freue mich auf dich und dein Projekt.