Blogbeitrag #31: Ich habe ein Problem mit Hitze.

Nicht nur, weil ich mich bei Hitze schlechter konzentrieren kann und daher beim Lektorieren langsamer werde. Nein, ich habe ein Problem damit, mir seit 15 Jahren mit anzusehen, wie wenig für den Hitze-Schutz getan wird.

Im Jahr 2011 habe ich mich als Doktorandin u.a. mit Hitze in Städten beschäftigt. Mit urbanen Wärmeinseln, Versiegelung, dem Aufheizen betonierter Flächen, mit möglichen Gegenmaßnahmen, mit der Problemwahrnehmung von Hitze und damit, dass es immer um Verwundbarkeit geht.

Es ist seit Jahrzehnten bekannt, dass extreme Hitzewellen zunehmen werden. Es ist bekannt, dass die Verwendung heller, reflektierender Materialien für Dächer, Fassaden und Straßen gegen Überhitzung hilft. Dass Stadtbäume, grüne Dächer & Fassaden Schatten spenden bzw. durch Verdunstung kühlen. Dass eine wassersensible Stadtplanung, z. B. durch die Umsetzung des Schwammstadt-Prinzips, vor Hochwasser schützt und dass das Zwischenspeichern des Niederschlagswassers Städte zusätzlich kühlen kann.

Es gibt vom Bund Handlungsstrategien für die Stadtentwicklung und das Bauwesen und es gibt eine sogenannte Bundesempfehlung für einen Musterhitzeschutzplan für Krankenhäuser. Aber Investitionen in Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen sind Ländersache und zuständig für den Hitzeschutz sind die Kommunen selbst. Manche Kommunen lassen Hitzeschutzkonzepte entwickeln, manche nicht. Ob und welche Maßnahmen dann daraus umgesetzt werden, ist nochmal ein anderes Thema.

Und ja, es geht immer um Geld. Der Bund hat aktuell im Rahmen des Sondervermögens für Infrastruktur und Klimaneutralität 100 Milliarden Euro für Investitionen der Länder und Kommunen zur Verfügung gestellt, die in den kommenden 12 Jahren Planungssicherheit geben sollen. Nur mit Hitze ist es so eine Sache.

Die signifikante Übersterblichkeit, die mit vielen Hitzewellen einhergeht, gerät in einem moderaten Hitzejahr scheinbar schnell in Vergessenheit. Letzte Woche hat deutlich gezeigt, dass Deutschland nicht vorbereitet ist. Keine Pointe.

Dieser Blogbeitrag handelt zwar nicht vom Schreiben, Lektorieren oder Ordnungschaffen, zeigt aber deutlich, dass manche Texte geschrieben werden wollen. Schreiben hilft beim Denken und Gedanken sortieren. Ich werde verfolgen, welche Hitzeschutzmaßnahmen hier in Zukunft vor Ort umgesetzt werden und das zur Not auch einfordern oder zumindest zum Thema machen. Vielleicht könntest du das auch?

Wenn du Hilfe beim Schreiben, Recherchieren oder Korrigieren brauchst, melde dich gerne bei mir. Ich liebe am Lektorat besonders, dass ich durch die Abschluss- und Doktorarbeiten und Forschungsanträge, die mir anvertraut werden, immer etwas Neues lerne. Ich bin vielseitig interessiert und freue mich auf dich und dein Projekt - auch wenn es nicht um Hitze geht.

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Blogbeitrag #32: Sie blieb. Der Liebe wegen. Leider.

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